Es werde, sagt der Herr im Radio an, gleich ein britisch-kanadisches Sangesduo seinen neuen Titel “Holy go lightly” zum Vortrage bringen und ich denk’ noch, dass das ein nettes Wortspiel ist und der leichte Schritt sehr schön zu Audrey Hepburn passt, da singen sie auch schon den Refrain und da ist nix holy, sondern alles Holly und der Moderator kennt bloß seinen Truman Capote nicht.
Gelesen: Elly Griffiths – “The Postscript Murders”
Wenn
in einem malerischen englischen Küstenstädtchen, in einer Pensionisten-Siedlung voller neugieriger alter Miss-Marple-Verschnitt-Damen, der Held ein vom-Glauben-abgefallener-jungfräulicher-Ex-Mönch-jetzt-“mindful”-milchschäumender-Barista und die Heldin eine bisexuelle-hochbegabte-Mathematik-studierte-Ukrainerin-mit-kriminieller-aber-eigentlich-doch-unschuldiger-Kryptowährungs-sowie-kriegstraumatisierter-Vergangenheit-jetzt-(aufpassen!)-Altenpflegerin ist, die Beiden sich, weil das einzige im jugendlichen Alter passende Paar, trotzdem kriegen (was erfahrenen Leser*innen beim ersten Zusammentreffen klar ist und erwartbar weitergeht), dabei als Sidekick ein vereinsamter-sehr-gepflegter-saugut-gekleideter-nie-geouteter-schwuler-alter-Gentleman herhalten muss und das sehr gegensätzliche Ermittlerpaar (Überraschung!) aus einer hyperklugen-lesbischen-zweite-Generation-von-Glasdecken-gebremster-Einwanderertocher namens Harbinder* und einem bio-britischen-mega-maskulinen-Muskelpaket-Simplizissimus-unterdrückt-von-toughen-Boss-Ladies konstruiert ist sowie darüber hinaus das Mehrere-Morde-Mordmotiv in der Krimiliteraturszene liegt…
… dann
hat man die Bauanleitung dieses “Cosy-Crime**” Murder Mystery, die Domenica de Rosa (Künstlername: Elly Griffiths) offensichtlich in Massen ausstößt, durchschaut.
Ich bin anfangs auf witzige Randbemerkungen reingefallen, wie wohl auch die empfehlende Dame von NPR. Sie scheint das Romänchen nicht zu Ende gelesen haben. Ich schon. Und kann mit Fug und Recht feststellen: das bissele Ironie reicht nicht, um dieses unnötig mit Mahlzeiten, Toilettenbesuchen und Schöne-Landschaft-Schilderungen zeilenschindend aufgebauschte Machwerk mit seinen zerfahrenen Handelssträngen irgendwem mit gutem Gewissen zu empfehlen.
Nicht lesen!
* Der Witz an “Harbinder” soll wohl die klangliche Ähnlichkeit mit “Harbinger” sein (deutsch: Herold, Vorbote. Meist negativ besetzt). Ein Mal ist das komisch. Ein zweites Mal auch noch. Dann verliert es. Stark.
** “Elly” erspart Rezensent*innen die Mühe, einen Begriff für die Art Krimi erfinden zu müssen und führt ihn auf der letzten Seite gleich mal selbst ein.
Zuviel des Guten
In den USA bekommen sie so langsam dass Problem, dass mehr Impfstoff vorrätig ist, als es Impfwillige gibt. Es wären aber auch nicht die USA, wenn ihnen nicht sofort was einfiele…
Die Kampagne unten lief an 4/20 (also dem inoffiziellen Cannabis-Feiertag) in New York unter dem – frei übersetzten – Motto Eine Tüte pro Pieks.

Wer andere Drogen bevorzugt, bekam in der einen oder anderen Bar in New Orleans (genau, da, wo die Bourbon Street wohnt) Shots for shots. Nochmal frei übersetzt: Nen Kurzen für’s Stechen.
Das ist doch mal ein Problem, das ich hierzulande auch gerne mit coolen Sprüchen lösen helfen würde.
Ich hab die Nacht geträumet
… von einem großen Fest. Alle waren da. Freunde, Freunde von Freunden. Selbst versprengte Familienmitglieder. Alle im leichten farbenfrohen Biergartengewand. Wie auch anders, an einem so herrlichem glutheißen Sommertag. Ein weitläufiges Festivalgelände mit gelb-sandigem Boden in einer Senke. Die Ahnung von Wasser (Fluß, See, jedoch kein Meer) in der Nähe. Mit vielen Schattenbäumen und bunten Sonnenschirmen. Gut verteilt ein Patchwork aus Picknickdecken, Biertischen mit allerlei vielfarbigen Tischdecken, Bänke dazu, Liegestühle und allüberall diese wunderbaren bequemen amerikanischen Outdoorfaltstühle mit Cupholdern.
Ich habe mir das Treiben zunächst von oben angesehen und bin dann die Böschung hinunter durch strohiges trockenes Gräsergetrüpp (an nackten Beinen, in Sandalen) in den Trubel eingetaucht, habe hier umarmt, mich dort am Wiedersehen gefreut und da geschwätzt, an einem der vielen Grills eine Wurscht genascht, von einem der vielen Tische einen Obstschnitz genommen, da was gedippt und hier dies probiert, hüben wieder geratscht und drüben noch ein bekanntes Gesicht erspäht, mich da mal zu einem Grüppchen gestellt, dort ein Einzelgespräch geführt und sehr sehr viel gelacht.
Dann bin ich leider aufgewacht. Aber ich habe selbst drei Stunden später noch den Geruch von Brutzelgrills, Sommertag und fröhlichem Draußensein in der Nase. Quadruple-Hach!
Dankeschön, du gutes Unterbewußtsein!
Schönen Dank auch
Morgendliche Zeitungslektüre. Alles soweit normal, Corona, K-Frage, Korruption. Dann ein Artikel, in dem der Autor den Beginn eines Skandals im Jahre 2005 in Perspektive rückt. Das, schreibt er, sei das Jahr gewesen, in dem Merkel Kanzlerin wurde und die deutschen Charts von Tokio Hotel und Schni-Schna-Schnappi angeführt wurden.
Seitdem kriege ich diesen saudummen Krokodil-Ohrwurm nicht mehr aus dem Hirn. Das wird mir ein Tag werden.
Die Grammmatick Pollezei patrulliert im Internetz

Und dafür bekommst du dann auch jedes Mal Punktabzug, weil du den Komparativ mit “als” immer noch nicht beherrschst!
Ächt Schwäbisch


