No vaccination? No procreation!*

Das Gesundheitsamt von Anchorage (of all places) hat eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass junge Männer sich (wie überall auf der Welt) für unsterblich halten und eine Impfung gegen Covid daher für unnötig. Das Gesundheitsamt von Anchorage hält jetzt mit den Long-Covid-Spätfolgen (u. a. Erektionsstörungen) dagegen. Ich mag das Gesundheitsamt von Anchorage.

* “No vaccination? No procreation!” = “Keine Impfung? Kein Nachwuchs!”
Obwohl…? Wäre das nicht auch eine Lösung?

Gelesen: Ben Aaronovitch – “The Furthest Station”

Die Novella* “The Furthest Station” ist der inzwischen umpfzigste Band der “Rivers-of-London“-Serie, in der der fürs Übersinnliche in der Welt des Verbrechens zuständige Magier-Polizist** Peter Grant im London der Jetztzeit und schnoddrigem Ton von der Lösung seiner Fälle berichtet. Die Bücher sind lose miteinander verbunden, ein paar Figuren kehren regelmäßig wieder, die Szenerie (Metropolregion London) ändert sich nie, die jeweilige Schurkenuntat wird zuverlässig am Ende eines jeden Buches aufgeklärt. Was Aaronovitch nicht davon abhält, gerne und viel auf frühere Werke zu referenzieren. Spätestens seit dem dritten Band habe ich das Gefühl, regelmäßig dasselbe flott und leichtfüßig (besser: leichthändig) geschriebene Buch mit leicht abgewandeltem Plot und angemessen aktualisiertem Protagonistenkreis zu lesen. Sollte ich je mal wieder längere Strecken im ÖPNV zurücklegen, ist Aaronovitch mein Mann. Bis dahin lese ich dann doch lieber wieder Anspruchvolleres.

* Eine Novella ist eher eine Kurzgeschichte. Im Rivers-of-London-Universum quasi ein Zwischengang

** Eine Kritik schreibt recht treffend vom “perfect blend of CSI and Harry Potter”.

… ist Ruh’

Vor Ostern fing es im Luftschacht meiner Küche an, solchermaßen laut zu rauschen, dass ich mich des Eindrucks nicht mehr erwehren konnte, jemand habe seinen Dunstabzug auf volle Kraft gedreht. Allein, ich wars nicht und der Krach unerträglich.

Wofür, habe ich mich gefragt, werfe ich dieser Immobiliengesellschaft monatlich einen hohen Mietzins in den Rachen, wenn ich dieses Problem nicht zu deren Problem mache? Also kam heute früh um sieben der Hausmeister vorbei, um sich das “mal anzusehen”. Nein, erklärbar fand er das Phänomen auch nicht, wußte aber, wie man den Schacht verschließt. Ruhe. Sehr pragmatisch gelöst, sehr schön.

Ich sei das doch auch, die im Gang die Zettel wegen des Piepens (s. https://flockblog.de/?p=44413) ausgehängt habe, oder? Er glaube ja, dass da jemand einen defekten Rauchmelder auf dem Balkon entsorgt habe. Also standen wir im Schneetreiben auf meinem Balkon, lauschten Vögeln und warteten auf das Nervgebiepe des Renegade-Brandmelder, das mich seit nunmehr Wochen zuverlässig alle Nase lang belästigt.

Heute früh um 11:00 Uhr meldete er Vollzug. Der Renoviertrupp, der hier gerade durchs Haus zieht, habe die wohl in einer leeren Wohnung zum Streichen abgeschraubt und dann auf dem Balkon liegen lassen, wo er sie nun entfernt habe.

Ruhe. Nur noch Vögel, die zwitschern, keine andere Bieper mehr. Ein echter Meister seines Fachs, der Herr Hausmeister! Vielen Dank!

Gelesen: Matt Haig – “Die Mitternachtsbibliothek”

Ein Roman wie ein Selbsthilferatgeber.

Wer’s noch nicht gewußt haben sollte, erfährt, ebenso wie die nach vielen Schicksalsschlägen endlich suizidale Heldin (die im Limbo zwischenlandet, einer Bibliothek mit unendlich vielen grün gebundenen Bänden, die ihre möglichen Leben enthalten): das Wichtigste im Leben ist nicht Erfolg, Geld und Gut, noch nicht einmal Familie (immerhin schon sehr nah dran) oder Sinn (auch), sondern Potential. Hah! Dann ist die Welt deine Auster. Oder so.

Ein solcher gequirlter Banalitäten- und Binsenweisheitenmist ist mir noch nicht oft untergekommen. Vollkommen vorbei war’s für mich, als Haig sich an Robert Frosts zu viel zitiertem Gedicht “The Road not Taken” vergreift.

Nicht lesen! Bloß nicht!

Hier ein Pröbsche zur Abschreckung: Es gab doch sicher andere Leben, in denen sie jetzt neben einem Swimmingpool in der Sonne saß. (Wieso neben? Wieso Chlorbrühenbecken und nicht Meer?) Andere Leben, in denen sie Musik machte, sich in einem warmen Lavendelbad entspannte, nach dem dritten Date tollen Sex hatte (Wieso nicht gleich? Wieso wie ein braves amerikanisches Mädchen auf das dritte Date und damit hinreichend hohes Investment von der männlichen Seite warten, damit die Tugend nicht zu “billig” verkauft wird?), lesend an einem Strand in Mexiko lag, in einem Sternerestaurant zu Mittag aß (Zu knickerig für das abendliche Dinner, selbst im Tagtraum?), durch die Straßen von Paris schlenderte, sich in Rom verirrte (Da ist man, wenn der Angelsachse von Old Europe schwärmt.), friedlich einen Tempel in der Nähe von Kyoto besichtigte (Wie denn sonst? Laut randalierend?) oder die wahre Geborgenheit einer glücklichen Beziehung erfahren durfte.

Heda, Wetter!

Wenn was gar nicht zusammenpaßt, dann ist das ein Kirschenbaum in voller Blüte und Schneesturm. Laß das!

Psssst!

Ich habe ein neues Headset für Telefonkonferenzen, das ich manuell auf stumm schalten kann und tue das gern. Nie mehr, wenn angesprochen, hektisch auf dem Monitor herumklicken, weil sich das verdammte Mikrofonsymbol wieder irgendwo versteckt, sondern einfach ganz entspannt das Knöppsche am Kopfhörer lösen. Nun ist Teams verwirrt, würde aber die Schuld nie bei sich selbst suchen.

Gelesen: Jeff Lemire / Gabriel Walta – “Sentient”

Wow!

Wieder eine fantastische Geschichte aus dem fantastischen Hirn Jeff Lemires, das helle Vergnügen. An Waltas Zeichenstil mußte ich mich erst gewöhnen, der ist für meinen Geschmack etwas zu naturalistisch, paßt aber dann doch ganz gut.

Wir finden uns auf der USS Montgomery, einem der letzten Raumschiffe, das die sterbende Erde Richtung Raumkolonie verläßt. Ein Anschlag von Separatisten tötet alle Erwachsenen an Bord und die Kinder finden sich nun verwaist unter der Aufsicht der Künstlichen Intelligenz Valarie auf ihrer Reise in eine bessere Zukunft. Was dann geschieht? Selber lesen!

So packend! Lesen! Lesen! Lesen!

Drah di ned um

Bei mir soll es heute Abend Mangoldkuchen geben. Wie offensichtlich bei sehr vielen anderen Leuten auch. Aber ich habe Glück und fische den letzten aus der Schütte. So, nun noch dies und das und Käse und… immer weiter den Wagen befüllt.

Haltamal! Irgendwas ist anders. Hmmm? Hmmm. Und da sehe ich es. Mitten in den Waren im Einkaufswagen ist ein ungefähr mangoldgroßes Loch. Hmmm! Sowas. Der Mangoldklau hat sich an meinem Grüngemüse vergriffen. Im Gegensatz zu diesem Schurken zahle dann wohl heute ich die Apothekenpreise beim Viktualientürken nebenan. Ab sofort erwarte ich im Supermarkt Durchsagen, dass man seinen Einkaufswagen zu keiner Zeit unbeaufsichtigt lassen sollte.

Dem Dieb soll sein Mangoldgericht heute grandios mißlingen. Außerdem möge er ein juckendes Ekzem an einer schlecht erreichbaren Körperstelle entwickeln. Abrakadabra, drei Mal schwarzer Kater.