Schon alt im Fernsehen: “Endgame” – 1. (und letzte) Staffel (2011)

Kurz zum Inhalt: Arkady Balagan (Shawn Doyle) ist nach dem Autobombenanschlag auf seine Lebensgefährtin traumatisiert. Er kann sein Luxushotel nicht mehr verlassen, ohne schlimme Angstattacken zu erleiden. Er hat aber auch, weil Schachgroßmeister, ein geniales Gehirn und das braucht Beschäftigung, also löst er neben den vielen Rent-a-Großmeister-gegen-Geld-online-Schachpartien auch Verbrechen. Weil er ja nicht rauskann, helfen weniger Traumatisierte. Alle Archetypen. Von der Latina-Zimmerfrau (Witwe, sechs Kinder, viele Enkel) über die Barfrau (interessante Vergangenheit, großes Herz) bis zum Hotel-Security-Chef (Ex-Cop mit diffuser Wie-ich-die-Force-verlassen-habe-Geschichte sowie dick und doof).

Eine richtig nette “Whodunnit”-CanCom*: Doyle spielt seine Figur mit soviel Spaß und mindestens so dick aufgetragen wie seinem russischen Akzent, dass man ihn nur mögen kann. Überhaupt macht der ganze Cast den Eindruck, als hätten sie am Set viel Spaß gehabt. Muss man nicht sehen, ist aber gut unterhalten, wenn man es tut.

* “CanCom” habe ich als Äquivalent zu “BritCom” kreiert. “Endgame” spielt in Vancouver.

Aba heid is koid

Freuen soll ich mich, sagt der Mann im Autoradio, denn heute sei Weltschneemanntag. Also echt jetzt? Wirklich freuen tut mich nur, dass er mit Trübsal in der Stimme davon spricht, dass man zum Schneemänner bauen an diesem heutigen Feiertag bis auf die Zugspitze fahren muss. Haben sie ihn endlich umgesetzt, die Wettermacher, meinen schon seit Urzeiten vorgebrachten und häufig wiederholten Vorschlag: die Schneefallgrenze für München, sie möge ab Garmisch beginnen.

Falls wer mehr wissen will, sei ihm dieses, vom Radiomann mehrfach angepriesene “Feature” empohlen: https://bit.ly/3fCVVPI. Die anderen sollen es halten wie ich und von erstrebenswerteren Temperaturen träumen.

Noch ungeklärt

Der berühmt-berüchtigte Volksmund kolportiert, dass jedes Kind einen Zahn koste. Seit mir heute einer von schon zwei Wackelzähnen herausgerissen wurde, vermute ich, dass das auch für tote Eltern zutrifft.

Nimmer ganz neu im Fernsehstream: “Y: The Last Man” – 1. Staffel

Ich habe die Comics von Brian K. Vaughan und Pia Guerra vor inzwischen über einem Jahrzehnt mit Begeisterung gelesen und wollte die Verfilmung auch mögen. Allein, das geht nicht. Die Serie kommt so uninspiriert und wie fast von sich selbst gelangweilt daher – es ist grauselig.

Wie ich lese, wurde eine zweite Staffel gar nicht erst in Auftrag gegeben. Recht so.

Was würde Marie Kondo sagen?

Meine Mutter hat mir in meinen Erwachsenenjahren immer nur dann was zum Anziehen geschenkt, wenn sie für sich einen groben Fehlkauf getan oder ein Sonderangebot, also ein echtes Superduperschnäppchen, aus der Triple-G-Reihe ergattert hatte. “Triple-G”, falls wer fragt, steht für groß, günstig und geschmacklos und nein, Stil und Farbpräferenzen der so Bedachten wurden als Kriterien nicht berücksichtigt.

Während ich jüngst meiner Zwischen-den-Jahren-Tradition der Kleiderschrankinspektion und -bereinigung nachging, habe ich diese Teile mit besonderer Freude aussortiert und dem Altkleidercontainer zugeführt.

Frage mich seitdem: Macht mich das nun zu einem schlechten Menschen?

Gelesen: Marc-Uwe Kling – “Das NEINhorn”

Kling gehört für mich mit seinem Känguruh zu den großen Absahnern des Buch- und Peripheriemarktes und geht mir ab und an gehörig auf den Senkel. Für dieses Kinderbuch jedoch schreibe ich ihm ein paar Punkte gut. Man möchte sich sofort ein Drei- bis Sechsjähriges ausleihen und mit dem Zwerg gemeinsam Spaß an der nicht allzu herausfordernden Geschichte, den allerliebsten Zeichnungen und vor allem dem doppelseitig nachfolgend angeschlossenen Zoo haben.

Die “WARUMmel”, mein Totemtier, ist ganz reizend treffend illustriert und ich habe seit der Lektüre die genervten Stimmen meiner Altvorderen im Ohr, die meinem Wissensdurst nach Stunden mit der Gegenfrage “Kannst du auch mal aufhören, zu fragen?” Einhalt zu gebieten versuchten.

Warum eigentlich?

Herzlichen Dank an Herrn E. aus M. für das Geschenk!

“Sauguad”

Ich solle, plärrt mich eine Tafel am Supermarkteingang an, doch die Frischetheke aufsuchen. Dort erwarte mich allerlei Gutes, “Bachu”, “Schirzl”, “Wammel”, “Kurtelt” sowie “Zurhan”.

Die meisten der hier angepriesenen Tierteile konnte ich ins Bayerische übersetzen. Ich bin dann auch nicht, wie gefordert, “Aus Liebe zum Schwein” bei der Fleischfachverkäuferin vorbeigegangen, sondern um das letzte Stück Code zu knacken. Was in aller Welt ist ein “Zurhan”?

Na?

Na?

Ich denke, ich habs: dort liegen sie, eingeschweißt zu kleinen blaßrosaHügeln aufgetürmt: Surhaxn.

Mein Karrierepfad fürs nächste Leben ist vorgezeichnet: Ich will Supermarktschilderschreiberin werden.

Heard it on the Radio

Auf dem frühmorgigen Weg zur Arbeit teilt der Moderator mit, man habe soeben die Gruppe Bri-a-da gehört. Irgendwas klingt da verkehrt, ich habe aber den ganzen Tag keine Minute Zeit, dem nachzugehen.

Jetzt schon, und finde dabei heraus, dass Chris und Male Scheitzeneder aus Wasserburg am Inn zu faul waren, sich einen wilden Namen für ihr Duo auszudenken und als das auftreten, was sie sind. Brüder. Briada, hoid.

Das kommt davon, wenn man beim Bayerischen Rundfunk Preußen ans Mikro läßt.