Oans, zwoa, gsuffa!

Fünf Trachtenprospekte als Beilage zur Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung, ein Ganzseiteninterview mit OB Reiter, in dem er erzählt, dass sich die Bürger bei ihm bedanken, weil er “unser Oktoberfest” endlich wieder stattfinden läßt, zwei Seiten weiter eine noch eine Ganzseitenanzeige, diese überschrieben mit “Endlich ist unser Lieblingsvirus wieder da: Das Feier-Virus! Es gibt doch nix Besseres, Vernünftigeres und Gesünderes als die Wiesn-Zeit”. Gar keine Frage: Demnächst wird angezapft.

Ich werde es halten wie immer, und die Theresienwiese weiträumig meiden. Bitte darüber hinaus die sehr verehrten Besucher, mit denen ich möglicherweise doch eine U-Bahn teilen muss, davon Abstand zu nehmen, mir auf die Schuhe zu kotzen.

Vorhin in der Waschküche

Ein Herr in nichts außer Jesuslatschen und einer türkisfarbenen Feinrippunterhose hängt Wäsche auf.

Ist es nun ein Zeichen, dass er sich so dahoam fühlt in einem Gebäudekomplex mit über 60 Wohneinheiten und daher die gängige Kleiderordnung im Außenverhältnis nicht anwendet oder eher, dass er auf die Anonymität der Anlage baut?

Christian Lindner hat recht*

* Also nicht, dass jetzt wer denkt, ich hätte einen Dachschaden. Der Bundesfinanzminister hat recht, wenn man eine seiner Aussagen auf einen Sonderfall anwendet.

Worum geht es hier?

Lindner hat die Finanzierung einer Nachfolgelösung für das 9-Euro-Ticket mit den Worten abgelehnt, er wolle keiner „Gratismentalität à la bedingungsloses Grundeinkommen“ Vorschub leisten. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Ist sicher leichter, wenn man FDP-Mitglied und Porschefahrer ist. Sei’s drum.

Der Sonderfall?

Der Sonderfall bin ich, in meiner Eigenschaft als Nutzerin der MVG. Deren Fahrzeuge habe ich in den letzten drei Monaten als Inhaberin eines 9-Euro-Tickets genützt, ausgiebig und mit stets gutem Gewissen. Bis mir gestern der durchs Abteil hallende Ruf “Die Fahrscheine, bitte” siedend heiß ins Gedächtnis rief, dass die guten Zeiten vorbei sind und ich hätte wieder stempeln müssen… Ist das nun schon ein Zeichen für “Gratismentalität”? Oder einfach Gewöhnung? Ich frage mich ja eh schon immer: 9 Euro sind doch nicht gratis? Supergünstig? Das ja. Aber umsonst eben auch nicht.

Und mein günstiges Quartal kostet mich nun nicht 27 sondern 87 Euro.

Fehlzündungen

Während die Kollegin sicher ist, dass hier der Hund im Pfeffer liegt, glaube ich ja vielmehr, dass dort der Hase begraben ist.

Die Götter müssen verrückt sein

Manchmal frage ich mich, ob Algorithmen manchmal auch schlechte Tage haben und ihre miese Laune dann an ihrer Umgebung auslassen. Ich meine, was geht in dem vor, der mir so einen Film empfiehlt? Oder es ist ganz anders und die KI inzwischen ironiefähig und übernimmt demnächst die Weltherrschaft?

Aus dem Vokabelheft

Wir erinnern uns ja alle an den Grammatik-Unterricht und wissen, dass ein Homonym ein Wort ist, das für verschiedene Begriffe steht. (Beispiel, bei Wikipedia entliehen: Das Wort “Tau”, das ein Seil, den morgendlichen Niederschlag oder einen Buchstaben des griechischen Alphabets bedeuten kann.)

So auch der “Dipl”. Im Hochdeutschen ist er eine Abkürzung für den Begriff “Diplom” und steht auf Visitenkarten gerne vor dem Ingenieur. Im Schwäbischen und in der leicht abgewandelten Schreibweise “Dippel” steht er für das, was im Bayerischen ein Depp ist. Wenn er mir von einem wohlmeinenden Herrn mit den Worten “Sie können doch Englisch, da müssen Sie sich den Dipl im Internet einmal anschauen, ganz neu ist das” unaufgefordert aufgedrängt wird, dann braucht es schon ein geballtes Maß an Deduktionsfähigkeit, um herzuleiten, dass mir der gute Mann gerade DeepL empfiehlt.

Ich habe mich bedankt und ihm verschwiegen, dass ich schon vor über fünf Jahren unter den Beta-Usern dieses besten aller mir bekannten Übersetzungsprogramme war. Die Leute müssen ja immer nicht alles über einen wissen.

Teach your Children well

Ihr Sohn, erfolgreicher Inhaber von Führerschein und Abitur Klasse 3 (man merkt, dass die einst aufrechte Linke und im wirklichen Leben Außendienstmitarbeiterin Gewordene, die sich heute zu unserem Rauchergrüppchen gesellt hat, diese Formulierung nicht zum ersten Mal benutzt und diese Geschichte nicht zum ersten Mal erzählt), ihr Sohn also, ein Mensch der Güteklasse 3, sei ein guter aufrechter und engagierter Kerl geworden (dabei reckt sie ganz automatisch die linke Faust gen Himmel). Nur mit der Auswahl einer geeigneten Betätigung zur Finanzierung seines Lebensunterhalts tue er sich schwer. Aber, tut sie diesen Umstand mit einer wegwerfenden Handbewegung ab, wichtig sei ihr immer nur gewesen, dass er keinen “P-Beruf” ergreife.

“P-Beruf?”, frage ich.

Na, so unsägliche Professionen wie Pfarrer, Polizist, Panzerfahrer oder -knacker eben.

Ich kann nichts dafür, mein Hirn ist eigenartig, wittert eine Quiz-Frage und rödelt sofort los. Was, will es wissen, ist denn so falsch an Polier, Pilot oder Podologe? Auf den letzteren bin ich besonders stolz.

Nichts eigentlich, gibt sie zu. Aber da habe der Bub halt Pech gehabt. P-Berufe mag die Mama nicht.

Meine Diät – ein Bericht vom Scheitern (und Sabotage)

Heute wollte ich, weil überraschend doch noch Sommer und sehr schön warm ist, statt Mittagessen ein Eis kaufen. So wie immer, zwei Kugeln, im Becher zum Mitnehmen, nein danke, keine Sahne.

Mein Eismann ist aus dem Urlaub zurück und ich freue mich sehr, ihn wieder zu sehen und frage, ob er sich denn gut erholt habe. Während er mir mitteilt, wie sehr er sich erst freut, dass ich wieder Eis bei ihm hole und wie schön es in den Ferien war, läßt er einfließen, dass es dort ja immer Doppelkugeln gegeben haben und er dieses Prinzip jetzt auch einführt. Für seine Lieblingskunden. Solche wie mich.

Super, du Saboteur. Alles Lieblingssorten. Alle vier Kugeln. Verdammt! Ich glaube, ich muss für diese Diät weit weit wegfahren. Dahin, wo mich keiner kennt und dann extra zufüttert…

Und nun zum Sport

Der ARD-Sportkommentator zu einem wenig spektakulären Treffer (drauf und rein) in einem Frauenfußballmatch: “… schiesst sie den Ball trocken und humorlos ins Tor.”

Werter Herr Kommentator, wie hätten Sie’s denn gerne gesehen?

Feucht und fröhlich, vielleicht?