Woran immer es liegen mag: jedes Mal, wenn ich an dieser Überschrift auf www.zeit.de vorbeiscrolle, poppt vor meinem inneren Auge immer “Josef, der erste mordende Vater” auf…

Woran immer es liegen mag: jedes Mal, wenn ich an dieser Überschrift auf www.zeit.de vorbeiscrolle, poppt vor meinem inneren Auge immer “Josef, der erste mordende Vater” auf…

Irgendwo im Krimihimmel legt Agatha Christie in ihrem Schaukelstuhl ihr Strickzeug weg, gießt noch einmal Tee nach (auf die Milch!) und lehnt sich, sanft schaukelnd und zufrieden lächelnd zurück. “Da unten”, sagt sie zu den anderen älteren Damen in Tweed und Wolle, “da unten sind welche, die haben das auch raus mit den “Wer-Wars?”-Geschichten und dass es netter ist, reichen Leuten beim Herumschurken zuzusehen als armen.”
Dann nimmt sie ein Schlückchen vom inzwischen zufriedenstellend temperierten Tee und ihr Strickzeug wieder auf.
Auch der zweite Knives-Out-Film ist absolut nicht nötig, macht aber Spaß und Daniel Craig kommt langsam in seinem Benoit Blanc an. Der Southern Drawl nicht mehr ganz so dick, die (Bade)-kleidung dafür gentlemenlike herrlich antiquiert, wie überhaupt Maske, Kostüm und Ausstattung wirklich ganze und tolle Arbeit geleistet und die Schauspielerinnen und Schauspieler Spaß am Spielen gehabt zu haben scheinen. Doch, das kann man anschauen, wenn man sich einfach nur unterhalten lassen mag.
In der beliebten Literaturgattung “Schizophrenie”:

Heute Morgen kommen mir aus dem Obstkorb nicht etwa Zitrusfrüchte, sondern “Sonnen-Bomben” entgegen. Quasi martialische Mandarinen?

Manchmal fragt man sich schon, wer die Veröffentlichung derartiger Binsenweisenheiten in der Süddeutschen freigibt.
“Die aus dem Osten” (hier in der Wohnanlage sind viele Geflohene aus der Ukraine untergekommen), klärt mich ein älterer Herr auf, “die waschen bei sich daheim ihre Wäsche ja noch im Brunnen und legen sie dann tropfnass zum Trocknen auf der Wiese aus. Deswegen ist hier ja auch nie mehr ein Trockenraum frei.” Ich halte tunlichst den Mund und deute auf die anderen beiden leeren Räume neben dem, den ich gerade befülle.
Dabei hätte mich rasend interessiert, wie man Wäsche in einem Brunnen wäscht. (Ich hatte so einen Froschkönigbrunnen im Sinn.) Wie Wäsche aktuell in Kiew oder so draußen auf schneebedeckten Wiesen wie trocken wird. Den Krieg dabei mal ganz außen vor gelassen.
Der Herr geht wieder. Wenn eh keiner mitschimpft.
Ich für meinen Teil bin sehr froh, dass das Kapitel Textilreinigung mit diesem letzten Gang in den Keller für diese Ferien abgeschlossen ist.
Ihr wahrscheinlich auch.
Jedes Mal, wenn ich im unbeheizten (Energiekrise) Trockenraum der Anstalt frisch gewaschene Bettwäsche aufhänge und mir dabei wegen der Kälte die Nase läuft und die Finger am feuchten Tuch fast festfrieren, muss ich an Stephen King denken. Also, nicht direkt an ihn, aber an eine Figur aus einem seiner Bücher. Ich weiß nicht mehr, welches. Vielleicht hilft es Kennerinnen und Kennern, dass das Werk in Maine spielt, direkt am Meer, im kalten Winter bei kaltem Wind und die Protagonistin steht in jemandes Diensten, macht dessen Haushalt inklusive Wäsche und klippt die weißen weißen nassen schweren Laken gegen den beißend kalten Wind in der weißen weißen Landschaft mit jeweils sechs Klammern, die sie zu diesem Zweck im Mund trägt, an die Leinen.
Zu meinem Trost denke ich mir dann immer, dass die (fiktive) Dame noch mehr friert als ich und von diesem Gedanken ist es immer nur ein Katzensprung zur Philosophie meiner Mutter, die ihr eigenes Leiden stets damit relativierte, dass es anderen Menschen noch schlechter ergeht als ihr. Dann erschrecke ich jedes Mal kurz – werde/bin ich ihr etwa ähnlich/er? – und über der ganzen Denkerei ist auch schon der ganze Wäschekorb leer und ich darf wieder nach oben ins Warme. Bis die nächste Maschine fertig ist.
So aufregend ist mein erster Ferientag bis jetzt. Huiui!
Licht (ich wollte erst schreiben “helles Licht”, aber das wäre dann doch übertrieben) und Vogelzwitschern holen mich sanft in den Tag und als ich die Balkontüren (jaha, Plural) öffne, umweht mich ein milder Hauch mit einem Geschmack von Frühling.
Weitermachen!
was treibt euch um, wenn ihr gleich nach protziger Werbung für Camerons neuen Avatar den Dokumentarfilm “Drain the Oceans” auf die Anzuschauen-Liste setzt?