Ein neues Körnerkissen muss her. Vom Kauf des nachfolgenden Modells werde ich aber wohl absehen:

Ein neues Körnerkissen muss her. Vom Kauf des nachfolgenden Modells werde ich aber wohl absehen:

Ich sollte wirklich anfangen, mich an meine eigenen guten Vorsätze zu halten. Dann wüßte ich nämlich, wie ich darauf gekommen bin, ausgerechnet dieses vor gut zehn Jahren erschienene Buch antiquarisch zu erstehen und lesen zu wollen. Übersetzt gleich gar. Wenigstens diese Frage war schnell beantwortet: Die Übersetzerin ist Pieke Biermann. Hochverehrt und über alle Zweifel erhaben.
Es geht um den Untergang einer gedruckten Tageszeitung. Von einem, der sich mit dem Medium auskennt. Und das erzählt er so: Ein reicher Amerikaner bedient in den Sechzigern seinen Spleen und gründet eine Tageszeitung für Nachrichten aus aller Welt. In Rom. Rachman beschreibt exemplarisch, liebevoll und ironisch (nicht sarkastisch!) in einigen mit Schlagzeilen betitelten lose verbundenen Biografien die Zeitungsmacher, ihre Ressorts und den Untergang. Der Newsroom mit rauchenden Reportermännern, an deren Hutband das “Press”-Kärtchen steckt, der Sprachwächter (“Sadism Hussein”), die Buchhalterin (Kunst vs. Kosten), die unfreien Freien, der unauffällige Mann mit Talent, jedoch nur zuständig für Nachrufe und Rätselbretzel, die ewige Leserin. Im Haus die stampfenden Druckmaschinen, über allen das Damoklesschwert, Zeilen zu schinden, zu korrigieren, zu kürzen, Fristen einzuhalten. Ein ganz klassischer Zeitungsroman, und eine Dekade später vollkommen aus der Zeit gefallen. Hach!
Ich vermute, dass irgendjemand aus dem Umfeld von Wes Anderson das Buch auch mal in die Finger gekriegt hat. Außer, dass der “French Dispatch” (s. https://flockblog.de/?p=46021) in einer fiktiven Stadt in – Überraschung! – Frankreich spielt, sind doch sehr sehr viele Ähnlichkeiten zu finden…
„Die Unperfekten“ muss man nicht lesen. Kann aber, und hat dann Spaß!
Erstens: Ich habs schon tausende von Malen getan.
Zweitens: Nirgends, aber auch nirgends, auf meiner Mikrowelle steht ein Warnhinweis.
Drittens: Und nein, sonst auch nirgends.
Warum also mutierte mein Körnerkissen gestern Abend fröhlich kreisend und unter Absonderung diablolisch stinkender Fürze zu Popcorn?
Er habe ja, erzählt mir heute stolz ein Headhunter, immer mehrere Eisen im Köcher. Darum merke er nämlich sofort, wenn der gleiche Köder abbeißt.
So, und jetzt kommst du.
Erotikikone.
So ein schönes Wort. Und so versatil betonbar. Hach!
Die russischstämmige Kollegin freundet sich so langsam mit dem im Unternehmen gesprochenen Denglish an. Wenn man sich zu einer Besprechung trifft, dann heißt das Meeting. Wenn an einem Tag gleich mehrere stattfinden, dann jongliert sie die Organisation von Meetingen.
Logisch, oder?
Mir hätte es lässig gereicht, einfach nur Ms. Evaristo lesen zu hören. In dem musikalischen Island-Singsang (“Island” hier so ausgesprochen zu denken wie weiland in Herrn Belafontes Lied vom “Island in the Sun”), der ihrem seit 50 Jahren verheirateten alten schwulen sexistischen karibisch-stämmigen Londoner Antihelden soviel Leben einhauchte.
Stattdessen musste man viel zu viel und viel zu lang den sehr selbstverliebten Moderator Tobias Döring und seinen entsetzlich präsenten Zustimmungslaute-Sound ertragen, der einen unwillkürlich an einen gerade mal noch geduldeten furzenden alten Hund unter dem Sofa denken ließ.
Gegen den den ins Deutsche übersetzten Text lesenden Stefan Merki will ich nichts gesagt haben. Der hat seine Sache sehr gut gemacht. Aber noch schöner wäre eben einfach nur Ms. Evaristos O-Ton gewesen…
Also bitte (ausgesprochen “bit-täh”): Mitte März aufzuwachen und die Welt ist wieder weiß. Geht’s noch?
…sich nicht so recht entscheiden kann, zu welcher Zielgruppe ich wohl eher gehöre, zeigt er mir einfach alle Möglichkeiten:

Tja. Welches Schweinderl hättest denn gerne?
Es ist früher Morgen, und vor den Nachrichten muss Bayern 2 noch das Trällerlied einer hoffnungsfrohen Musikerinnenkarriereaspirantin (Mia Aegerter) spielen.
Du hast mein Herz auf dem Radar
Wenn ich Dich brauche, bist Du da
Du schlägst hier jeden um Längen
Dein Ego hat höchstens Größe M
Jener hier so furchtbar bereimte und musikalisch eher mangelhaft gepriesene junge Mann hat, wenn man der Vortragenden glauben darf, nur einen einzigen Fehler: “Du kommst zu früh”. Mein Morgenhirn nimmt leicht verwundert zur Kenntnis, dass man im Bayerischen Rundfunk heutzutage anscheinend ungestraft Ejaculatio praecox besingen darf, bis nach drei Refrainschleifen flugs noch ein “in mein Leben” drangeflanscht wird. Ja dann. Dann gehts auch im BR.
Isso: “Die Uhren der Begierde schlagen nie nur selben Stunde.”
Zitat der Marquise Sowieviel, geschuldet meinem unwahrscheinlich guten Gedächtnis für Trivia sowie meiner frühjugendlichen “Angelique”-Lektüre.