Noch einmal schlafen, dann geht’s lohos.
Devise: So geht Countdown!
Noch einmal schlafen, dann geht’s lohos.
Devise: So geht Countdown!
Meine Zehennägel leuchten seit 10 Minuten in Fantastic rot und die Eisdiele unten hat heute den ersten Tag offen und mir das erste Eis des Jahres verkauft. Außerdem scheint gefühlt seit Monaten zum ersten Mal die Sonne.
Weiter brauch ich nichts zum Glücklichsein.
Während meiner morgendlichen Zigarettenpause komme ich mit einem LKW-Lieferfahrer ins Gespräch, auf dessen Beifahrersitz ein offensichtlich extrem gelangweiltes Vorschulmädchen gähnt und gleich daneben in der Babyschale ein Säugling schläft. “Kita zu”, sagt er. Und dass er ja noch Glück habe, weil sein Chef nichts dagegen hat, dass er seine Kinder zur Arbeit mitbringt. Bei seiner Frau ginge das nämlich nicht.
“Die kriegen den Hals nicht voll” oder, wie mein amerikanisches Telefongegenüber heute sagte: “They want everything – soup to nuts”.
Im Treppenhaus ist es dunkel. Bis zum Aufzug vor der Praxistür finde ich trotzdem. Dort spricht mich ein Herr an und will wissen, ob ich denn keine Angst hätte vor ihm, dem schwarzen Mann, hier so im Dunkeln.
Ma-hann. Ist doch kein Licht. Woher soll ich wissen, wie du aussiehst? Der Lift wackelt herauf, die Türen öffnen sich, drin funzelt eine winzige rote Stockwerksanzeige-LED, sonst nix.
“Vorsicht”, meint der dunkle Spaßvogel (den ich immer noch nicht deutlich sehen kann), “vielleicht kommt jetzt der Aufzugsgeist.” Sag ich, dass es mittwochs keine Geister gibt. Sagt er “HUHUUU.”
Beseelt von fünf Folgen “The Power” und weil ich das Buch zwecks Vergleich von Bewegtbild und Text am Sonntag auch noch mal angefangen habe, erwidere ich sehr kaltblütig. “Keine Angst, ich pass schon auf Sie auf.” Ich weiß nicht, ob er verblüfft geguckt hat. Aber die Sprache hat’s ihm bis unten auf alle Fälle verschlagen.
Da sage mal noch einer, dass nicht in einer jeden Frau The Power schlummert…
Was im ersten Band “Sass and Sorcery”, (Artist Roc Upchurch) noch als sehr witziger bösartiger gut gezeichneter Fantasy-Comic zu überzeugen weiß, ist im nunmehr achten Band “The God Dilemma” (Autor Ryan Ferrier, Artists Moritat, Casey Silver, Priscilla Petraites, Marco Lesko) zu einem derartig schlecht erdachten, getexteten und gezeichneten Humbug verkommen, dass sich die weitere Lektüre erübrigt.
Schade. Ich hasse es, wenn gute Ideen gemordet werden.
Vor gut fünf Jahren hatte ich das Buch meiner treuen Leserschaft sehr empfohlen (s. https://flockblog.de/?p=35415), nun ist die “Was-wäre-wenn”-Geschichte in bewegte Bilder umgesetzt und gerade bei Massenszenen (noch dazu aus der Luft gefilmt, wie beim Frauenaufstand in Riad) tut das neue Medium gut. Auch beim Entwickeln der Figuren lassen sich die Macherinnen (nicht gegendert, es sind einfach wesentlich mehr Frauen an der Produktion der Serie beteiligt als Männer) Zeit, nicht so viel, wie sie könnten, aber doch genug, als dass die Schauspielerinnen und Schauspieler zeigen können, was sie können.
Nach nunmehr fünf Folgen ist die Gesellschaft an einem Scheideweg angekommen: was, zur Hölle, machen wir mit jungen Mädchen und Frauen, die auf einmal ein Organ haben, das ihnen ermöglicht, Elektrizität aus den Händen zu “schießen”. Rausoperieren? Chemisch “kastrieren”? Alle wegsperren? Damit die Welt wieder “normal” wird? Oder anders? Den Wandel erst mal anschauen und annehmen? Selbst eine Ladung transferiert bekommen, wie beim Fremdstarten einer Batterie?
Ich werde mir die restlichen vier Folgen der ersten Staffel ansehen, wenn ich aus den Ferien wieder da bin. Wer früher will: immer wieder freitags wird auf Amazon Prime eine neue Folge in die Welt entlassen.
Handelte es sich hier um ein Zeugnis, so läse man, dass sich Till Lenecke im Rahmen seiner sehr bescheidenen Fähigkeiten sehr bemüht hat. Lenecke hat, ohne wirklich mitreißend und überzeugend zeichnen oder gar texten zu können, einen Comic zur “Hidden Cities” Hamburg-Stadtführung auf Basis des gleichnamigen Buches von Bellingradt und Heise produziert, der sehr eigenartig leblos daherkommt. Aber die Architektur ist gut gelungen. Dafür gibt es ein Fleißsternchen.
Endloser Sommer. Kühles Nass. Ein Freibad, nur für Frauen, wo jede sein kann, wie sie ist und sein mag. Von wegen. Es guckt, urteilt, eifersüchtelt und eine jede hat ja so recht. Und unrecht. Aber, um Recht und Unrecht geht es gar nicht. Sondern “nur” um leben und leben lassen. Erst, als alle das erkennen, wird es doch noch ein schöner Sommer.
Genau wie das gleichnamige Bilderbuch (s. https://flockblog.de/?p=47266) ist der Film die beste Kur gegen diesen saukalten nassen April. (Oder ein Beitrag zum Countdown. Heute in einer Woche um die Zeit…)