Männer, die mit Bällen spielen

Am Wochenende ist Superbowl. Die Supermärkte überschlagen sich mit Sonderangebotsaktionen: wer Bier kauft, bekommt Chips dazu geschenkt, wer Chips kauft, der bekommt Sprühkäse umsonst und außerdem sei der “Meat Truck” vorgefahren und man habe nun für den “All Weather Barbecue Man” riesige Mengen Steaks zu kleinstem Preis vorrätig. Das stimmt tatsächlich, das Fleisch ist geradezu absurd billig.

Der Superbowl ist ein eminent wichtiger Wirtschaftsfaktor – wer Rang und Namen hat, muss als Werbender dabei sein – VW ist da ein nettes Kabinettstückchen geglückt: http://mashable.com/2011/02/03/vw-super-bowl/

Wer zum Spiel anreist (man erwartet in der Dallas/Fort Worth/Arlington Region um die 200.000 Besucher) wird an den Stadtgrenzen davor gewarnt, anderweitigen Fleischbedarf zu decken. Wegen der großen Zahl minderjähriger Zwangsprostituierter, die eigens zum Event eingeflogen werden, stellen Frauenverbände und Polizei auf riesigen Billboards Photos erwischter Freier aus – mit der süffisanten Unterschrift “Dear John*,  You Never Know! This Could Be You!”

Ich denke, ich werd’s halten wie bei jedem sportlichen Großereignis und das ganze noch nicht einmal ignorieren.

*”Johns” sind im hiesigen Sprachgebrauch Freier.

Annual National Prayer Breakfast (formerly known as Presidential Breakfast)

Hier in Amerika sind Staat und Kirche streng getrennt – zumindest in der Theorie. In der Praxis organisiert die fundamentalistische “Family” (http://bit.ly/18hLDN) alljährlich am 1. Donnerstag im Februar in Washington, D.C. ein Event gemeinsamen Gebets und christlichen Lobbyismus’. Zu den Stargästen der letzten Jahre zählen unter anderem Mutter Theresa, Bono und Tony Blair. Obamas Verhältnis zur Religion ist nicht unumstritten (die Tea Party ist sicher, es handle sich beim Präsidenten um einen nicht auf amerikanischen Grund geborenen Moslem) und deswegen gab’s dieses Jahr einen Riesenbohei um’s präsidiale Gebet. Die Kritiken waren nicht schlecht, er wird wohl nächstes Jahr wieder antreten dürfen: http://bit.ly/gkQkr7

6/7

Ich hatte heute Kopfweh und Carolina den Ehrgeiz, mich schmerzfrei zu entlassen. Per aspera ad astra – das heißt, alle Aua-Knoten werden so lange trätiert, bis man Sterne sieht. Und sich nicht einmal im Traum mehr trauen würde, Kopfschmerzen auch nur beiläufig zu erwähnen.

Alles freuet sich und hoffet, wenn der Frühling sich erneut

In meine Einfahrt einbiegend, nehme ich im Licht der Schweinwerfer einen großen dunklen amorphen wackeligen Klumpen wahr. Man veramerikanisiert ja zusehends und so ist mein erster Impuls, die Flutlichtaußenbeleuchtung (am besten per Akustiksignal) anzuwerfen und den Trespasser in meinem Driveway mit Waffengewalt zu vertreiben.

Nix is. Meine Außenbeleuchtung läßt sich nur von innen einschalten und funzelt dann mit 40 Watt müde vor sich hin, die Privilegien des 2. Amendment stehen mir als Legal Alien nicht zu und die japanischen Edelstahlmesser hat immer noch keiner geschliffen. Also mutig auf den quietschenden Wuselhaufen zugeschritten – und verdutzte Waschbären bei Intimitäten behelligt.

Schätzungsweise werde ich bald Rakoon-Tante.

Kind im Kanal

Weder Beten noch die Autobahnleuchtschilderhetzjagd haben geholfen. Der kleine Bub, der vor zwei Wochen entführt worden war, wurde gestern tot geborgen. Die Fahndung nach dem Täter geht weiter.

MFG – der Säzzer

Über Spiegel online kann ich mich eigentlich bloß noch aufregen. Wie zum Besipiel heute, wo aufgeregt berichtet wird, dass in Ägypten Regmiegegner auf die Straße gehen. Wer zum Teufel ist Regmie? Hieß der bis gestern nicht Hosni? Und überhaupt: seit wann stehen wir mit Herrn Mubarak auf dem Duzfuß?

Wenn die nicht den Bastian Sick und seinen Zwiebelfisch hätten…  Was hatte ich Freude an dem ausgesprochen lehrreichen und amüsanten Artikel über den Worterfinder Philipp von Zesen und wie bedaure ich mit Herrn Sick, dass sich weder der “Meuchelpuffer” noch die “Dörrleiche” im deutschen Sprachgebrauch durchsetzen konnten. Es ist an uns, das zu ändern. Wie wäre es zum Beispiel beim nächsten bewaffneten Straßenraub mit dem Satz: “Mein Meuchelpuffer ist größer als deiner. Verschwinde! Oder ich mach dich zur Dörrleiche.”

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,742873,00.html

Beihilfe

Nachbarin Lyn hat gestern angefragt, ob ich wohl mit ihr einkaufen fahren könne, das Katzenfutter sei aus, und die armen Tierchen bräuchten doch jetzt in der Frühphase der Familiengründung besonders viel Energie. Da steht da diese hutzelige alte Dame mit großem Augenaufschlag vor einem – also ich kann ihr das nicht abschlagen.

Als Dank und Anerkennung war heute vor dem Büscheschneiden wieder Plastiktütenkloakendienst angesagt.

Eddie Izzard

Vielen Dank für die gute Empfehlung! Ich stimme absolut zu, wer Eddie Izzard noch nicht kennt, hat etwas verpaßt. Hier ein Ausschnitt aus einem früheren Programm, man zeige mir einen anderen Entertainer, der so glaubhaft renitente Orangen darstellt (7:18): http://www.youtube.com/watch?v=B6wKLx2qqiM

Wer kennt die Szene in der Darth Vader in der Kantine des Todessterns Penne All’Arrabiata bestellt? Genau, die ist von Eddie Izzard und hier sehr hübsch in Lego: http://www.youtube.com/watch?v=Sv5iEK-IEzw

“Klimawechsel”

heißt eine Mini-Serie von Doris Dörrie. Es geht um Wechseljahre, Midlifekrisen, das böse böse “M-word” und das Älterwerden, wenn der eigene Körper zum Fremdkörper wird und Hormone die Psyche über Achterbahnen jagen. Kann man damit umzugehen lernen und wenn ja, wie? Eigentlich wollte ich gestern Abend nur mal kurz reinschauen, ein, zwei Folgen vor dem Schlafengehen. Von wegen. Kurz nach 3 Uhr heute früh hatte ich alle 6 Epsioden weggeguckt und eine Sternstunde deutschen Fernsehschaffens genossen. Großartige Schauspieler und eine Liebeserklärung an München. Und dann trifft sich ein Paar auch noch ausgerechnet im Tobacco – Mann, das weckt Erinnerungen… Ach was, keine Sentimentalitäten – gehet hin, seht euch die DVDs an und habt Freude dran!

PS: Danke!