Der heutige Bewerber des Tages

ist, laut Selbstbeschreibung: “Consultant – Geek for hire”

Zu seinen bisherigen beruflichen Erfolgen zählt er unter anderem:

• Applied liberal doses of sanity and adult supervision as required.
• Delivered miracles on demand.

Aber mal ganz ehrlich: tun wir das nicht alle ständig?

Superbowl – All Hail the Green and Gold!

Nach dem Halbzeitanruf nun das Ergebnis: Gewonnen haben die Green Bay Packers – und ohne eine Ahnung von Spiel, Tabelle, Wettbewerbern zu haben sind mir die sympathisch; die Mannschaft gehört nämlich nicht einem Magnaten oder Konzern, sondern ganz vielen einzelnen Anteilseignern. Also quasi dem Volk.

One more time: Green Bay 31, Pittsburgh 25. Super Bowl XLV is in the books.

Onomastik

Ein amerikanischer Kollege mit deutschen Wurzeln wollte mir jüngst helfen und hat den Begriff “White Trash” kurzerhand mit “Weißmüll” übersetzt.

Wirft das jetzt einen Schatten auf Tarzans Herkunft?

Beware of the taxman

Weil es letztes Wochenende geregnet hat, hatte ich keine Ausrede mehr und meine Steuererklärungen erledigt und per e-filing gleich bei den jeweiligen Finanzbehörden hochgeladen. Plural deswegen, weil man eine für die IRS macht (Federal) und dann noch einmal eine für den Bundesstaat (State).

Im ersten Jahr hier war das ganz einfach: Steuern erklärt, hochgeladen, ein paar Wochen später 2 Schecks bekommen, fertig. Im zweiten Jahr hatte Kalifornien Schwierigkeiten, mich im System zu finden (und war außerdem knapp bei Kasse), so dass es eine ganze Weile gedauert hat, bis wir zu Rande kamen. Dieses Jahr ist alles ganz anders: Federal muss ich Steuern nachbezahlen (pünktlich vor oder am “Tax Day”, dem 15. April), von Kalifornien habe ich Geld zu bekommen. Kalifornien steht vor dem Staatsbankrott. Direkt gewundert hat es mich folgerichtig nicht, dass das “State of California Franchise Tax Board” mir heute einen Brief geschickt hat, in dem sie meine Existenz ganz grundsätzlich bezweifeln und ich aufgefordert werde, den Gegenbeweis anzutreten. Mit ca. einer Tonne Papier.

Sie sagen, dass sie nach sorgfältiger Prüfung möglicherweise erwägen werden, mich als steuerzahlende Daseinsform anzuerkennen und mir mein Geld zu schicken.

All the Queen’s Men (2001)

Das ist so ein Film, den man sich anschaut, weil Eddie Izzard darin eine Hauptrolle spielt (er ist brilliant). Leider ist das aber auch so ein Film, bei dem man nicht aufhört sich zu fragen, warum er eigentlich nicht gut ist. Die Story ist an sich ganz spannend: ein britisches Special Forces Team (buntgemischt und vorhersehbar: der alte Schreibtischhengst (James Cosmo), der junge amerikanische Fallschirmspringerdraufgängerheld (Matt LeBlanc aus “Friends” – wär der bloß mal bei seinen Serienfreunden geblieben), ein alltagsuntaugliches Fast-noch-Kind-Genie (David Birkin) und der Transvestit, eigentlich ein Vorzeigesoldat, aber wegen der Vorliebe für Frauenkleidung unehrenhaft entlassen (gewesen). Den gibt natürlich Eddie Izzard. Brilliant, das hatte ich bereits erwähnt.

Zeit ist die Endphase des 2. Weltkriegs. Die Truppe soll eine Enigma klauen. Aus einer Fabrik, in der nur Frauen arbeiten – also springen sie als Drag Queens über Berlin ab. Das hätte so komisch werden können, aber leider verschenkt die Regie ständig Möglichkeiten und kann sich nicht festlegen, ob’s eine Klamotte oder ein Rührstück oder ein Heldenepos oder ein Antikriegsfilm werden soll. Also rührt sie Versatzstücke aus allen Genres durcheinander. Dass dabei ein paar wirklich gute Szenen gelingen, ist wahrscheinlich Zufall und hoher Schauspielkunst geschuldet. Meistens aber fehlt genau das eine Quentchen, das es für einen guten Film gebraucht hätte. Ich war manchmal richtig wütend.

Quentin Tarantino muss diese Vorlage kennen, denn er hat sich gut daraus bedient: der eloquente weltgewandte Hans Landa wird hier von Karl Markovics gespielt. Als Eddie Izzard Fan kommt man auf seine Kosten. Der nämlich gibt eine Kraft-durch-Freude-Truppenunterhalterin und gotthilffischert (mit “Hoch auf dem gelben Wagen” und dergleichen Weisen) einen Saal voller mitgröhlender hoher Nazichargen (während der Rest der Truppe die Enigmen erkämpft).

Trotzdem schade um die vielen verschenkten Ideen.

Der CalTrain ist pleite

und hat heute seinen Sparplan vorgestellt, der im wesentlichen darauf hinausläuft, den Service drastisch zu reduzieren und dafür die Preise zu erhöhen.

Caltrain will hold community meetings and public hearings to take public comment on a proposed declaration of fiscal emergency and proposed adjustments to Caltrain service and fares to become effective July 2, 2011.

The proposals to be considered:
– Reduction of weekday trains to 48 from 86 to run during commute hours only, and any necessary adjustments to shuttle bus services
– Suspension of weekday service at up to seven of the following stations: Bayshore, South San Francisco, San Bruno
(Hervorhebung von mir), Burlingame, Hayward Park, Belmont, San Antonio, Lawrence, Santa Clara and College Park
– Suspension of all service south of the San Jose Diridon station (Tamien, Capitol, Blossom Hill, Morgan Hill, San Martin and Gilroy)
– Suspension of weekend service, including Tamien shuttle and holiday service
– Suspension of special event service, such as baseball games and Bay to Breakers
– Increase base fare by 25 cents

Im Klartext heißt das, dass Fahrgäste ein Auto brauchen, um zu irgendeinem Bahnhof zu fahren, an dem dann (möglicherweise) ein Zug zur Arbeit fährt. Und dort $2.00 pro Tag fürs Parken löhnen. Die Fahrt nach Palo Alto kostet $6.50. Hin und zurück sind das nach aktuellem Stand $13.00 + Parken = $15.00 + (geschätzter) Tariferhöhung von einem Dollar per Strecke = $17.00. Pro Tag. Und das für einen gammeligen Zug mit einer Ausstattung, für die sich ein InterRegio schämen würde, der aktuell schon nur in Stundenabständen verkehrt und nach Umsetzung dieses Planes nicht einmal mehr abends und am Wochenende. Man weiß es nicht, aber hat die Autoindustrie hier wieder ihre schmutzige Hand im Spiel? (vergl. https://flockblog.de/?p=6703#comments)

Für knapp 20 Ocken kann ich nämlich viel Auto fahren und zwar immer, wenn ich will.

Seemann, lass das Träumen oder Der Blindbewerber des Tages

Heute hat mir ein Herr geschrieben, der “Irgendwas mit Sales” machen will. Er sei dafür hochqualifiziert, denn er verfüge über AWARDS: “Command Sailor of the Month,” Armed Forces Expeditionary Medal, Navy Good Conduct Medal, Southwest Asia Service Medal Liberation of Kuwait Medal, Battle Efficiency Ribbon, Coast Guard Joint Operations Ribbon, National Defense Medal, Small Arms Expert Medal, Sea Service Deployment Ribbon, “Command Sailor of the Month” twice sowie CERTIFICATIONS: Deep Sea Diver Certification, Firefighter, EMT/First Aid, Cruise Ship Diploma.

Ein Traumschiffdiplom und zwei Mal “Matrose des Monats” – also der hat uns gerade noch gefehlt. Mich deucht, da verwechselt wer “Sails” und “Sales”. Trotzdem, manchmal hätte ich gute Lust, so jemanden kennenzulernen.

Gewußt wie

Eingestellt hatten wir den Kandidaten, weil er vorgab, Know-how zu haben. Er hat sich aber leider als eher ahnungslos Fragender entpuppt: “Now. How?” und ist inzwischen nicht mehr bei uns tätig.