“Hennen ohne Brüder” – wäre das nicht ein wunderbarer Titel für den neuen Hit von Häbbät Grönemeyer? Oder doch eher für den nächsten Bestseller von Julie Zeh?
Ganz neu im Kino: Bohemian Rhapsody
Der Film entspricht vollumfänglich den in ihn gesetzten Erwartungen.
Kausalität
These: Wenn sich die Villa Stuck wie alle anderen Museen an die Münchener Museumsöffnungszeitenkonvention halten würde, dann hätte ich jetzt keine verbrannte Nase.
Herleitung: Wenn die Villa Stuck nicht erst um 11:00 Uhr öffnen würde, dann wären wir, weil das Prinze um Zehne in der Früh noch geschlossen hat, nicht auf einen Kaffee zum Tambosi zurück (das ist das Café am Odeonsplatz, das aussieht, wie vom Dietl erfunden, mit der Müncherischsten aller Sitzordnungen – alle in eine Richtung zum besser gesehen werden), und wären dort in herrlichem Spätmorgensonnenschein, vom Blick auf das leuchtende Gelb der Theatertinerkirche, die immer feuchtschmuddelig wirkende Feldherrenhalle und die Außenfassade der Residenz abgelenkt, nicht in den falschen 100er Bus eingestiegen und hätten nicht erst vor der Pinakothek gemerkt, dass wir da ja eigentlich gar nicht hinwollten.
Wenn die Villa Stuck nicht erst um 11:00 Uhr öffnen würde, dann hätte meine Freundin mir nicht vor der Pinakothek erzählen können, dass ich die eigentliche Attraktion direkt ums Eck noch gar nicht kenne und wir wären nicht in der TU in den 5. Stock aufgefahren, wo es einen ganz ausgesprochen sehr schönen Dachgarten mit großartiger Aussicht gibt. Und Bewirtung.
Conclusio: Wenn die Villa Stuck nicht erst um 11:00 Uhr öffnen würde, dann hätten wir nicht ein paar Stunden da oben in der Sonne vertrödelt und verratscht und ich hätte mir nicht die Nase verbrannt.
Weil die Villa Stuck aber erst um 11:00 Uhr öffnet, gehen wir halt erst nächste Woche in die Ausstellung von Thomas Hirschhorn: “Never give up the spot.” Die Botschaft haben wir eh schon verstanden.
PS: Großes Lob, November! Weiter so!
Lustig ist das Übersetzerleben oder Machine Learning III
Wenn nicht noch Nachtrietschlerteile kämen, schreibt mein Übersetzerfreund, dann wäre es das jetzt gewesen mit den Schönheiten der Maschinenübersetzung. Also langsam auf der Zunge zergehen lassen:
EN: “The black iron heats evenly to make cooking the perfect cut of meat easy, and …”
DE: “Das schwarze Eisen erwärmt sich gleichmäßig, um das Kochen zum perfekten Fleischschnitt zu machen, und …”
EN: “10-inch Spun Iron, Outdoor Long Handled Frying Pan”
DE: “Gesponnenes Bügeleisen, Outdoor-Langstiel-Bratpfanne”
Rrrruhe! Jetzt!
Sobald ich die Weltherrschaft angetreten haben werde, werde ich, noch vor karierten Bermudashorts und anderen Scheußlichkeiten, Laubbläser verbieten. Mit sofortiger Wirkung und auf immerdar.
Verstöße gegen dieses Verbot werden umso strenger geahndet werden, je früher am Morgen sie stattfinden. Hah!
Nimmer ganz neu im Kino: Incredibles 2
So lob ich mir eine Fortsetzung! Kein Schnickschnack, nix “reloaded” oder “extended”, sondern einfach die nächste Zahl aufsteigend. Hat mich gleich für den Film eingenommen. Der Rest auch. Der Held ist eine Heldin, der Schurke eine Schurkin, der Retter aus allerhöchster Not eine Retterin (okay, okay, war sie im ersten Teil auch. Edna ist einfach ewig, s. hier: https://imdb.to/2yM6sD5. Großes Lob an Autor, Regisseur und Edna-Sprecher Brad Bird), alle Männer durch die Bank charakterschwache Weicheier*.
Leicht angespoilert: Mr. Incredible, superstark, versagt geradezu sagenhaft als Hausmann (englisch: “Mr. Mom”), derweilen seine PR-tauglichere Gattin und Mutter der drei gemeinsamen Kinder als Elastigirl** ein paar Mal die Welt rettet. Das paßt der Villainess (dohoch, das ist die korrekte weibliche Form) gar nicht ins Konzept und bumm-schepper-klirr-Intrige-böse-Hypnose-Technologie. Geht dann aber doch gut aus, weil die ganze Familie zusammenhilft und füreinander einsteht (Pixar gehört inzwischen schließlich Disney).
Besonders gut hat mir die beiläufig und sehr gelungen erzählte Geschichte vom Erwachsenwerden (in cool: Coming of Age) der ältesten Incredibles-Tochter gefallen, schon allein dafür lohnt sich der Film (Girl Empowerment und so).
Am besten Kind (mit Englischkenntnissen) ausleihen, Kino gehen, unterhalten lassen, sich an Stimmen wie denen von Samuel L. Jackson, Holly Hunter und Isabella Rossellini freuen.
* Woher kommt dieses Phänomen in – vor allem – amerikanischen Familienserien, dass Männer als Deppen dargestellt werden, die in heimlicher Angst vor ihren unheimlich überlegenen Frauen ein seltsam unterdrücktes Dasein fristen und nicht den allergeringsten an sie gesetzten Ansprüchen genügen?
** Wurscht wie alt und mit wieviel Nachwuchs gesegnet, die meisten amerikanischen Frauen referenzieren auf sich selbst als “Girl”, auch die intelligenteren unter ihnen. Hab ich schon in USA nicht verstanden, verstehe ich bis heute nicht.
Lach- und Schieß: BlöZinger mit ihrem Programm “Erich”
Manchmal hat frau einfach Dusel. Und dann läßt sie sich von einem Freund am Samstagabend ganz spontan in die Lach- und Schießgesellschaft (mit Glück die vorletzten Karten erwischt) einladen, lacht sich schief und schebbelig über die Herren Robert Blöchl und Roland Penzinger und freut sich einen Ast an einem Road-Movie mit wechselnden Rollen, Wort- und Aberwitz und der schönsten Windflatterzunge von hier bis Linz. Und weil das jetzt kein Besinnungsaufsatz mit Inhaltsangabe werden soll, hier zum Reinprobieren oder Nachschmecken: https://bit.ly/2D1xKrR
Nächstes Jahr gemma wieda hie, der Herr M.E. aus M. (Danke!) und ich. Wer mag, darf mit.
Schon lustig: das letzte Mal war ich vor zwei Wochen in der Lach- und Schieß und habe einen Abend mit einem Kabarettduo aus Österreich verlacht, das in wechselnden Rollen eine lustige Geschichte erzählte. Ganz anders, aber genauso komisch.
Mehr Licht!
Mir geht es gerade wie dem Geheimen Rat aus Weimar. Es ist einfach zu dunkel und das ist gar nicht gut fürs Gemüt.
Mehr Licht, bitte. Pronto!
Machine Learning II
Ein Freund von mir, neulich vom Senior Software Engineer auf die nächstfolgende Ebene befördert worden, wobei ihm in seinem Unternehmen noch keiner sagen konnte, wie der genaue Jobtitel lautet, worauf wir den Titel Software Elder prägten und noch in der Entscheidungsfindung sind, wieviele solcher Geschöpfe es braucht, um den allwissenden Elder Council (auch Ältestenrat) zu bilden, ob ein Dutzend wohl die richtige Zahl sei und woran es liegt, dass in den westlichen Gesellschaften dergleichen Gremien immer mit zwölfen besetzt sind, ob das von den Aposteln herrührt oder der Artus’schen Tafelrunde oder schon älter ist und dann noch die angelsächsischen Geschworenengerichte und wieviele Verfassungsrichter es eigentlich in Deutschland gibt (ursprünglich 12 pro Kammer, aha!) und… wo war ich? Und worauf wollte ich hinaus? Ah, ja. Also, jener Freund sagt, die Disziplin müsse korrekterweise Machine Teaching heißen, denn er und seine Kollegen brächten Maschinen was bei. Ende der Vorrede.
Wieso diese Einleitung? Nun, ein anderer Freund von mir ist Übersetzer und überprüft derzeit die maschinellen Übersetzungen für eine Website und stößt dabei auf die allerschönsten Schmankerl. Und weil er ein netter Mensch ist, teilt er sie mir mir. Und weil ich ein netter Mensch bin und mir von ihm die Freigabe geholt habe, teile ich seine Fundstücke mit meiner Leserschaft.
And now, Ladies and Gentlemen, without further ado, Beispiele dessen, wo die Maschine noch was dazulernen kann:
EN: “Gadget has you covered.”
DE: “Gerät lässt dich decken.”
EN: “With its high yield solar cells, you’ll be juiced up in no time, even on a cloudy day.”
DE: “Mit den leistungsstarken Solarzellen werden Sie auch bei bewölktem Himmel im Handumdrehen entsaftet.”
EN: “Materials: 70% Merinowool / 20% Bison down / 10% Nylon / Bison leather palm”
DE: “Materialien: 70% Merinowolle / 20% weniger Bison / 10% Nylon / Innenhand aus Bisonleder”
EN: (Boxershorts) “Materials: 1 3/8-inch moisture-wicking twisted-yarn heather jacquard waistband”
DE: “Materialien: 3.49 cm Feuchtigkeitstransport verdrehtes Garn Heidekraut Jacquard-Bundstoffband”
EN: (immer noch Boxershorts) “Fly” (Hosenschlitz)
DE: “Fliegen”
Mein bisheriges Lieblingsfundstück an schlecht übersetztem Textil war in einem alten rororo-Krimi der “Düffelmantel” des Detektivs, aber die hier können es gut damit aufnehmen. Oder?




