Ploetzlich ward es 2049, allerdings nicht im frueheren Las Vegas – Die Leihheimat im Feuerschleier der “Wild Fires” rundherum.
“Team Trump” meldet…
Ich gehe davon aus, dass er den noblen Preis kriegt. Und wenn sie ihn selbst designen und bestellen.
Zum Beispiel hier: https://www.k2awards.com/category/design-your-own-trophy/.
Vorhin im Autoradio
Auf der gut sechsstündigen Heimfahrt hören wir viel Deutschlandfunk und zur vollen Stunde immer wieder die Nachrichten, in denen wenigsten drei Mal ein Ausschnitt eines Interviews mit einer Dame aus dem brandenburgischen Landwirtschaftsministerium gespielt wird, der an der Wiege auch nicht gesungen wurde, dass sie irgendwann mal in ihrem Leben ein öffentliches Statement zur Afrikanischen Schweinepest abgeben werde müssen. Sie schlägt sich soweit wacker, bis zu diesem Satz, den ich spontan zu meiner Lieblingssentenz dieser Woche ernenne:
“Es könnte zu Untersagungen von Veranstaltungen kommen, auf denen Schweine mitgeführt werden.”
Mann, Brandenburg, was geht denn bei euch ab?
Grillfest
“Isch hab extra Jungs* geholt”, verkündet die Hunsrücker Kollegin berstend vor Stolz. In einem Unternehmen, wo auf fünf Männer eine Frau kommt und das auch nur im Sommer, wenn Praktikantinnen in den Semesterferien den Frauenanteil in die Höhe treiben, scheint mir das eher unnötig und ich bringe das auch zum Ausdruck. Das habe, werde ich belehrt, schon seine Richtigkeit, denn so nenne man die länglichen Brödscher für die Broodwerschtscher (gibts in den Varianten Bratwurst (weißes Brät), Rindswurst (rote lange Dinger) und vegetarisch, weil wir so divers sind).
Meine Frage, ob man dann Bagels dortzulande wohl Määdsche nenne, wird als unangemessen zurückwiesen. Bagels gebe es hier doch gar nicht. Mensch!
* Die “Jungs” heißen Jungs, weil der Bäcker Jung sie bäckt. Hätte man auch mal selber draufkommen können.
Zweierlei

- Möchte frau wirklich den an Schönheit ohnehin zweifelhaften Begriff Büstenhalter durch die Bezeichnung Antihängevordersystem ersetzt wissen?
- Augen auf, in welchem Kontext (nachfolgende Überschrift) man als Werber seine Anzeigen plaziert.
Darf gerne verwendet werden, falls wer noch ein Schulbeispiel sucht…
Nimmer ganz neu: Die Känguru-Chroniken (Film)
Ich weiß schon, warum ich mir nichts aus Hypes mache. Dieser Levy-Film ist ganz furchtbar bemüht, lustig zu sein und kriegt es einfach nicht hin. Kreuzberg sieht aus wie eine Kulisse, die jemand aufgebaut hat, dem jemand anderer mit eher schlechtem Erinnerungsvermögen die Inhalte eines alternativen Reiseführers aufgesagt hat. Die Figuren, vom Ich-Erzähler Kling angefangen bis hin zum Megakapitalisten Jörg Dwigs kommen über Typen nicht hinaus und die Witze, sowas wie der auf-den-Teppich-pinkelnde-Nazi (der Dude würde sonne Typen noch nicht mal ignorieren), haben ihr Haltbarkeitsdatum schon kurz vor der Wende überschritten. “Du bist hart, aber ich bin Herta”. Wirklich?
Selbst der moderate Betrag, der fürs Streamen fällig wird, ist für diesen Schund noch zu viel.
Nicht angucken.
“Unamerikanisch”
Holla, die Waldfee! Jetzt fahren sie aber wirklich die schweren Geschütze auf. Meine Herren! Lügen, Betrügen, Geld unterschlagen, Frauen mißbrauchen – alles Scheiße, aber irgendwie kommt 45 damit durch. Aber als Vietnamkriegdrückeberger die heiligen Truppen beschimpfen? Das könnte ihm wirklich schaden.
Gelesen: Katie M. Flynn – “The Companions”
Hmmm. Ja. Hmmm. Also, für ein Debüt ist schon recht viel Schönes dran. Ms. Flynn hat feine Versatzstücke zusammengetragen, Pandemie, Quarantäne, Lagerkoller, Liebe, Haß und sonstiges Gefühlgedöns, außerdem Kalifornien, ja, das ist schon okay. Dazu hat sie sich ausgedacht, dass die böse Metis Corporation die technischen Voraussetzungen entwickelt, menschliches Bewußtsein nach dem Tod der fleischlich-sterblichen Hülle in mechanische Körper hochzuladen. Zu einem Preis, versteht sich: die Rechte an diesen sogenannten “Companions” gehen auf Metis über. Kein Problem für die Reichen und Schönen, die leasen sich und den neuen Kunstkörper für teueres Geld zurück und bleiben ihrem Business und/oder ihren Familien erhalten. Die anderen werden von Metis für alle denkbaren Zwecke in unterschiedlich luxuriösen Ausführungen inkl. Wartungsvertrag an zahlungskräftige Kundschaft verliehen. Die Berechtigung dafür leitet das Unternehmen übrigen aus dem roten Organspenderausweispunkt im Führerschein ab. (Den hat man in Amerika automatisch, es sei denn, man widerspricht aktiv.) Da schürt Flynn ein bissele Paranoia.
Die Geschichte von Pandemie, Quarantänephase, deren Aufhebung und dem Leben danach erzählt sie aus acht verschiedenen Blickwinkeln, aus denen echter und denen künstlicher Menschen, wohl mit dem Ziel, über das Menschsein an sich zum Nachdenken anzuregen. Ja. Nein.
Sie behält die Erzählstränge gut im Griff, löst auch jede individuelle Geschichte ordentlich auf, ganz so, wie es im Creative Writing-Kurs gelehrt wurde. Allein, bei mir ist der Funke bis zum Schluß nicht übergesprungen. Ja, nett, teilweise spannend, aber möglicherweise liegt es daran, dass ich nicht in echt jahrelang zum Schutz vor einem bösen Virus weggesperrt war, dass das Buch nicht zu meinem von der New York Times verheißenen “Quarantine Reader” wurde. Alles ein bissele zu flach und zu vorhersehbar. Muss man nicht lesen.
