# Kaufen diese Masken unten nun MAGAs oder Nevertrumper? Die mit den gelbsten Haaren und Brauen ist auf jeden Fall ausverkauft. Aber ich frage mich: wer würde so ein Ding, noch dazu in Zeiten wie diesen, gebraucht überstülpen?
# Den guten Menschen in meinem Supermarkt ist jeder Grund recht, um gefärbte Eier zu verkaufen (ich konnte aber auch nicht wirklich widerstehen…)
# Heda, Land der nunmehr ebenfalls maskierten Dichter und Denker: kann denn nicht endlich mal wer was gegen beschlagene Brillen austüfteln? Wo ist Daniel Düsentrieb, wenn man ihn braucht?
# Es scheint, als sei die Phase mit den Lustiger-Spruch-und/oder-Lustiges-Bild-und/oder-Lieblingsverein-und/oder-Sonstiges-Bekenntnis-Masken rum. Mann und Frau trägt jetzt eher unifarbene Herbstmatschfarben oder gleich OP-Papier.
# “Pandemiemüdigkeit” (Wortschöpfung der WHO). Warum nicht gleich “Pandemüdigkeit”? (Wortschöpfung der Frau flockblog)
Ich meine mich zu erinnern, dass ich nachdrücklich gegen diesen Schwachsinn gestimmt hatte. Nachdrücklich, wie ich gar nicht genug betonen kann. Und jetzt ist schon wieder für ein paar Tage lang die Uhr verkehrt.
Es hilft dann auch nicht, wenn alle auf der Straße sind, weil der MVV sie nicht fährt und einen im Kalten bei Regen mit ihren Scheinwerfern in die beschlagenen Scheiben blenden. I am very much not amused.
Vorschlag zur Güte: wir stellen im Frühjahr noch einmal auf “Sommerzeit” um und dann lassen wirs dabei. Ende Gelände. Okay?
Es ist schon eigenartig in diesem eigenartigen Jahr, als einer von den wenigen gemäß Hygienekonzept erlaubten Menschen im Publikum in einem entkernten Theater zu sitzen und beim Zuschauen zu kontemplieren, ob das, was ich da gerade sehe, in der Nachbetrachtung das Risiko einer Ansteckung wert gewesen sein würde. Hmmm.
Fairerweise muß man sagen: es geht die ganze Zeit ums Kranksein. Das befördert dergleichen Gedanken. Und der fürchterliche plüschbemantelte Jammerlappen Argan, “Argi” für seine Freunde (Felix von Manteuffel, hach!) legt gleich noch einmal ordentlich einen drauf. Er will leiden. Nur Leiden, Kranksein, elend sein, läßt ihn Mittelpunkt sein, Sonne eines Leiduniversums. Anders als Molière läßt PeterLicht seinen Narzissten (auch ein gräßliches Phänomen dieses eigenartigen Jahres, dass ich die ganze Zeit an Trump denken musste) schließlich darin verrecken.
Andreas Auerbachs Bühne ist ein groteskes Panoptikum, bevölkert von grotesk kostümierten und häufig maskierten Typen aus dem Leidenuniversum (der “Crew”). Argans Entourage, bestehend aus Gattin, Tochter, Bruder, Sekretärin, Sekretärinnengeliebtem, Arzt und Notar, zeigen das Systemische der Krankheit. Alle leiden mit, genauso, wie sie mit profitieren.
Für mich war die dauernde Beschallung, plus Video, plus Schauspiel plus viel Gerenne, Geklettere, Geschehen auf mehreren Ebenen Overkill – zuviel Effekt ohne wirklichen Sinn.
Trotzdem: es war neu, anders und ein würdiger Abschluss meines Theater-Oktobers. Möge es auch im November noch möglich sein, Schauspiel zu sehen.