C-Schnipsel – heute: Neuzeitliches

# Das war auch noch nie. Dass die Frau Mama zu spät und schwer derangiert zur Arbeit kommt, weil der kleine Sohn wegen der Unauffindbarkeit seiner Lieblingsmaske “mit den Schiffen drauf” eine derartige Szene hingelegt hat, dass er im nur dreiviertelbekleideten Zustand zum Auto getragen, im Kindersitz fixiert und schließlich mit dem falschen Tuch zwangsmaskiert in seine erste Klasse geschleppt werden mußte. Letztes Jahr um diese Zeit wäre so eine rabiate Mutterfrau noch unter den Verdacht der Kindesmißhandlung geraten.

# Es gibt genug gute Gründe gegen kalte Temperaturen. Ich kenne sie alle und zähle sie gerne, auch ungefragt, auf. Hinzugekommen ist der Umstand, dass Brillenträger*innen jetzt wieder bis zur nächsten warmen Jahreszeit in einer Dian-Fossey-Welt leben müssen.

Wow!

RBG ist noch nicht mal unter der Erde, aber die Trump Campaign hat schon ein neues T-Shirt im Angebot…

2016 wars Trump noch ein Anliegen, dass die Demokraten bis nach der Wahl warten. Aber das war ja auch 2016 und galt für die anderen…

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Was genau…

…geht in einem Menschen vor, der dieses Disney-Machwerk in einem Atemzug mit einer Exil-Geschichte empfiehlt?

Nein! Nein! Nein!

Das geht doch gar nicht, Mann, ey. Für die Nacht Temperaturen in einer Bandbreite von ohnehin schon unvernünftig niedrig bis einstellig vorherzusagen. Was denkt ihr euch denn, ihr Wettermacher?

Ich hatte mich gerade soweit mit mit dem Goldenen September angefreundet, als dass ich mir hätte vorstellen können, wie er sanft in einen Goldenen Oktober, November, Dezember übergeht. Für kalt ist es allemal noch viel zu früh. Das reicht doch wirklich im nächsten Leben noch. (Wenn ich, zum Beispiel, als Pingueuse wiedergeboren werde.)

Ruth Bader Ginsburg ist tot

Als Antonin Scalia vor vier Jahren starb, bestanden die US-Republikaner darauf, die Stelle im Supreme Court erst nach der Wahl wieder zu besetzen. Auf soviel Anstand ist dieses Mal nicht zu hoffen. Nicht jetzt, wo sie ganz schnell noch einen konservativen Richter auf Lebenszeit im höchsten Gericht des Landes plazieren können. Oh, Amerika. Du Arme!

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Statt Kino: Relativ neu auf Amazon Prime – “Knives Out”

Man kennt solche Filme von früher, als Agatha-Christie-Romane rauf und runter verfilmt wurden. Auf einem Reiche-Leute-Landgut kommt der Patriarch nach einer vollständige-Anwesenheit-verlangenden Familienfeier unter unklaren Umständen zu Tode, alle und jede/r geraten unter Verdacht, weil sie gar nicht die guten Menschen sind, die sie zu sein vorgeben, sondern jeweils mindestens ein dunkles Geheimnis zu verstecken suchen. Ein unter mysteriösen Umständen engagierter Privatdetektiv “unterstützt” das Odd-Couple-regionale-Polizistenpaar mit eher unkonventionellen Methoden “bei den Ermittlungen”, und nichts ist wie es scheint. Macht Spaß, ist leidlich spannend, hält aber niemanden vom Schlafen ab.

Insgesamt ist die Umsetzung dieser Vorgaben gut gelungen. Autor und Regisseur Rian Johnson schenkt Daniel Craig eine Paraderolle als hardboiled Private Eye Benoit Blanc, die der von Anfang bis Ende in einem “Kentucky fried Foghorn Leghorn drawl” (Zitat aus dem Film für diesen ganz besonderen Südstaatenakzent) fröhlich herunterrampensaut. Das ist es dann aber auch. Die Talente seines restlichen hochkarätigen Cast (u. a. Christopher Plummer, Jamie Lee Curtis, Don Johnson, Chris Evans, Toni Collette, um nur einige wenige zu nennen) verschenkt er, indem er sie auf Typen (hypererfolgreiche Tochter, Loser-Sohn, Frauenheld-Schwiegersohn, Geheimnisträger-Haushälterin etc.) reduziert. Sie schlagen sich alle wacker, aber sie hätten soviel mehr zeigen können, weil sie es können. Das ist schade.

Trotzdem, “Knives Out” kann man sich ansehen.