Nostalgie-Kino: “Hail Caesar”, 2016

Wenn ich mal in die Verlegenheit kommen sollte, einen jener Fragebögen auszufüllen, in dem die Befragte angeben soll, welche 10 Filme sie denn mit auf eine einsame Insel nehmen würde, dann wäre “Hail Caesar” auf jeden Fall in dieser Auswahl dabei.

Weil mich bisher keine Fragebogenanfragen erreicht haben, erzähle ich wie schon vor fast 10 Jahren (s. https://flockblog.de/?p=29983) noch einmal ungefragt, dass den Coen-Brüdern mit diesem Film eine der schönsten Liebeserklärungen an das alte Hollywood der Monumentalfilme und Kommunistenhatz gelungen ist, und dass sie ihre Lieblingsschauspieler und Innen so recht ins rechte Licht rücken. Josh Brolin ist nie so gut besetzt wie als Eddie Mannix, der Fixer im Auftrag des Studios, George Clooney hat ungeheuren Spaß an seiner Rolle als gutaussehender Star, den man angeheuert hat, weil er auch im römischen Röckchen und Sandalen eine gute Figur macht, nicht aber wegen seines IQ, Ralph Fiennes‘ verstecktschwuler europäischer (!) Arthouse (!) Regisseur Laurence Laurentz ist zum Niederknien und da habe ich Alden Ehrenreich, Jonah Hill und Channing Tatum noch gar nicht genannt. Einem jeden ein mehr als verdientes Mehrfach-Hach! Hach! Und erst die Frauen! Scarlett Johansson als Dummblonde mit genau zwei Argumenten, Tilda Swinton in einer Doppelrolle als Klatschreporterinnenzwillinge und die unvergleichliche Frances McDormand in einer der schönsten Szenen, die die Zunft der Cutter je hervorgebracht hat. Hach! Hach! Hach! ad inf.

Was erzähle ich? Anschauen! Anschauen! Anschauen! Und schon mal einen Platz im Einsame-Insel-Schrankkoffer freihalten.

Hinweis

Die Kiste mit den Töpfen sowie Lauchstangen, Kohls (Kohle?, Köhle?) etc. ist als Filiale des wegen der Jahreszeit (Baby, it’s cold outside) auf den Balkon erweiterten Kühlschranks zu verstehen, nicht jedoch als Einladung zum Selbstbedienungsbüffet.

Merke: Auch Meisen sind Mistvögel!

Fehlzündungen

“Heißes Wasser für den Frühstückstee?” “Das”, sagt die reizende Kraft am Frühstücksbüffet und weist in die korrekte Richtung, “das finden Sie dahinten links. In unserem Samurei.”

Danke den Menschen, die es erlebt haben, für diese hübsche Fehlzündung.

Habemus Päckchen

Die bei DHL verstehen sich echt darauf, bei Menschen die Vorfreude zu steigern. Drei Tage lang e-mails, in denen mir morgens in Aussicht gestellt wird, dass mein Packerl voraussichtlich heute ankommt, nachmittags ein Zeitfenster fürs Eintreffen erfunden und abends dann bedauernd festgestellt wird, dass es heute leider nix geworden ist, man es aber morgen wieder versuchen werde.

Ich bin ja keine Betriebswirtin, aber kann das wirklich ein gutes Geschäftsmodell sein, jede Nacht ein- und dasselbe Paket wieder aus- und auf ein anderes Fahrzeug umzuladen, es am nächsten Tag wieder spazieren zu fahren und abends da capo?

Für heute bin ich glücklich. Ich habs bekommen.

Einschlafphantasien

Der einschlägigen, umasunscht (bis auf die verwartete Zeit, aber irgendwas ist ja immer) in Wartezimmern ausliegenden psychologischen Fachliteratur entnehme ich, dass Menschen, die schwer einschlafen, sich was Schönes denken sollen, weil sie dann schöne Träume haben täten.

Das funktioniert wie eine Eins. Ich zum Beispiel, denke seit Tagen nur noch an Rezepte…

  • Klare Dove-Brühe mit Kräutern (Bitte informieren Sie unser Personal bei bekannter Schierlingunverträglichkeit.)
  • Täubchenrisotto an Arsenstreifen auf Würfelmöhren
  • Schwingen von der Taube im Strychnin jus
  • Kreislerbecher mit frischen Früchten und Zyankalistreuseln

Bon appetit!

Abfent, Abfent

Obwohl das gute Kind inzwischen fern der Heimat fleißig lernt, schickt es mir wieder meinen Meme-Adventskalender. Das erste Bildsche heute war dieses und ich habe nicht nur einen neuen Begriff gelernt, sondern auch schallend gelacht.

Mein Allzeitliebling im Deutschen: “Morgenstund ist aller Laster Anfgang.” Wer mehr und neue hat, kommentiere.

Schön blöd

Schissen (Schössen?) sie, wie es der Anstand gebietet, still und leise, dann störte sie keiner, weil keiner sie hört. Weil das Taubenpack aber offensichtlich, sehr sehr offensichtlich in der analen Phase hängengeblieben ist, müssen sie allein den Drückvorgang, aber ganz bestimmt jedes frisch ausgeschiedene Verdauungsprodukt (burgundisch: Prodükt. Ist ein Insider.) mit lautem Gurren begleiten und sind dabei am liebsten zu mehreren.

Weil sie ihren Schnabel nicht halten können, kommt dann immer die dicke Frau gelaufen und wedelt mit dem Handtuch und haut gegen das Geländer, weil es so schön metallisch nachscheppert. Und sie müssen mitten im Geschäft auffliegen und beim Nachbarn nebenan fertigkacken. Nicht mehr lange. Denn er, hat er mir heute erzählt, ist auf dem Weg zum Baumarkt. Ein Netz kaufen. Dann ist bei ihm das Klo geschlossen.

Könnt ihr Drecksvögel es nicht halten wie die Bären? Wald?

Verhörte Intelligenz

Es ist halt schon doof, wenn man den Kontext nicht so recht mitbekommt und der Sprechende erzählt, wie sehr er etwas “loathed” (verabscheut), die VI aber notiert, dass er es “loved” (also liebt).

Uffbasse, Maschinsche!