Hier spricht Ihr Bürgermeister*

Es schneit wie noch nie und es stürmt wie verrückt in Texas. Die Infrastruktur ist bekanntermaßen bescheiden und solchen Herausforderungen nicht gewachsen. Also sind Hunderttausende ohne Strom und frieren. Der Oberste Chef der Stadtwerke von Colorado City findet, dass er da nicht zuständig ist, sondern nach dem Motto “Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott” vorgegangen werden solle.

Ehrlich: Da bekomme ich doch lieber Post von unserem Herrn Reiter hier in München, der hat wenigstens keinen solchen Granatenhau.

* Tim Boyd, mayor of Colorado City, TX – inzwischen zurückgetreten.

Frage

Bin das eigentlich nur ich, die eine tiefe Befriedigung daraus zieht, auf einen im Müll liegende ausgediente FFP2-Maske noch ganz besonders extra viel Dreck draufzuschmeißen? Kippen, Kaffeesatz, Staubsaugerbeutelflusen oder – erst recht – Schlonz- oder Schimmeliges?

Das treibt mich schon um. Ist das meine persönliche Vendetta mit le Virus?

Nachtrag zum 14. Februar

Wie ich von der anderen Seite des Atlantik höre, wurde “Be my Valentine” häufig durch “Be my Quarantine” ersetzt, der Gruß aber nicht immer als Kompliment aufgefasst.

Treffender geht nicht

Die für derzeitige Verhältnisse arg intensive Reisetätigkeit vieler Profi-Fußballer kommentiert eine (die?) Fan-Vertreterin vorhin im Radio mit der sehr schönen Empfehlung, die Herren sollten doch „einfach mal die Füße stillhalten“.

Vorhin, im Büro

Die Kollegin von der Vermieterfirma steht mit einem bis zum Bersten gefüllten Plastikschächtelchen vor mir. Luftballons, Lutscher, Luftschlangen, Schnäpschen “Klopf mich”, Kamelle in allen Farben und Größen, feuerrote Ausrolltröte, sogar eine Clownsnase. Liebevoll und platzsparend verpackt, eins von fünf Karnevalscarepaketen von ihrer Chefin aus Kölle. Sie lasse grüßen und habe extra eins für mich mitgeschickt, weil ich so ein “lustiger Mensch” sei.

Merke: Ich muß dringend an meinem Außenauftritt arbeiten.

C-Schnipsel – Momentaufnahme am Faschingsdienstag

# 35 ist das neue 50

# Ah, Sie kommen aus einem Mutationsgebiet

# Ganz schlimme Verballhornung: Annette von Droste-Impfstoff

# 2021 im Februar: es gibt einen Rosenmontagskarnevalsumzug in Düsseldorf. Aber heimlich, damit es keine*r merkt

# Den Münchner Umzug gerade auf dem Heimweg gesehen. Ein Kind im molligen roten Schneeanzug, hinten ein Schwänzchen angepinnt und auf dem Kapuzenkopf blinkende Teufelshörner, wird von der sehr verzweifelt wirkenden Mutter hinterhergezerrt. “Gell, Fasching macht Spaß!”

# Wenn ich noch eine witzig sein wollende Bemerkung höre, in der die baldige Wiederöffnung von Friseuren und der Begriff Lock-down (“let you lock down” etc.) gemeinsam verwendet werden, dann beiße ich den Bemerker. Durch meine FFP2-Maske hindurch und ohne Rücksicht auf übertragbare Krankheiten.

Fundstück

Dieser Tage irgendwo gelesen: “She ain’t pretty. She just looks that way.”

Hört man da nicht in seinem geistigen Ohr sofort die nölige Stimme eines Country-Sängers, voller Mißernten, Kolbenfressern und Diesefrauistanallemschulds?

Lichter

Im Hellen hin und im Hellen wieder zurück. Was so eine Woche Home Office doch mit dem Licht macht…

Mann, tut das gut!

Nachtrag: mein Unterbewußtsein und ich sind so lux-bedürftig, dass ich mich heute morgen den halben Artikel lang gewundert habe, was denn Brummifahrer eigentlich mit Lichterketten, noch dazu gestörten, verbindet.