Liebe lernende Maschinen

Bitte, bitte, schaltet eure Kollegen, die nicht so schnell mitkommen, nie ab. Mit solchen Preziosen wie der aus meinem Spamfolder unten, haltet ihr uns Menschen nämlich bei Laune. Und fröhliche Sklaven sind gute Sklaven.

Spende meiner 95.900.000 Euro an eine ehrliche und ernsthafte Haut
Hallo ehrenwert
Ich bin Dr. Hans-Pete. Ich habe Prostatakrebs, der todkrank ist, das heißt, ich bin zum sicheren Tod verurteilt.
Mein behandelnder Arzt hat mir gerade mitgeteilt, dass meine Tage aufgrund meines verschlechterten Gesundheitszustands eine Nummer sind.
Mein Familienstand ist so, dass ich keine Frau und noch weniger Kinder habe, weil ich meine Frau vor 6 Jahren verloren, was mich sehr betroffen hat und ich nicht konnten bisher wieder heiraten.
Deshalb möchte ich Ihnen gnädig und um den Armen zu helfen, mein Erbe in Höhe von 95.900.000 Euro hinterlassen, damit Sie es den Armen, den Armen, helfen können Obdachlose, Bedürftige.

Zeigt her eure Füßchen

Seit voriger Woche sind in der Wohnanstalt Aushänge zu lesen, dass ab dieser Woche Instandhaltungs- (so ein schönes deutsches Wort) und Renovierungsarbeiten geplant und Lärmbelästigungen daher nicht ganz auszuschließen seien. Der hiesige Handwerker weiß offenbar genau, was er dem traditionellen Kinderlied schuldet.

Aber hallo!

Seit Mittwoch holen mich die Herrschaften mit megalauten Schlag- und Bohrhämmern sowie allgemeinem Gebrüll, Gebumme und Geschepper noch lang vor dem Wecker aus dem Bett und bloß weil ich denke, es sei nun Freitag fünf Uhr und das Wochenende könnte eigentlich anfangen, denken die das noch lange nicht.

Merke: Beton ist ein sehr guter Schallleiter. (Die drei “L” sind im übrigen angemessen und nicht nur gemäß der neuen Rechtschreibung korrekt.)

Wieso? Weshalb? Warum?

Zur Zeit stehen meine elektrisch betriebenen Gerätschaften anscheinend mit mir auf Kriegsfuß. Erst der Handmixer (“Nein, diesen Teig rühre ich nicht. Und keinen anderen auch nie nicht mehr.”), dann die elektrische Zahnbürste, die sich aus unerfindlichen Gründen immer wieder selbst aktiviert und dann durchs Waschbecken tobt – wobei, das könnte natürlich auch an den Bauarbeiterbetonschwinungen liegen – und zu schlechter Letzt das totgeglaubte Modem, dessen Austauschgerät natürlich immer noch nicht angekommen ist.

Hätte ich meine AstrologieundsonstigesEsoterikgeschwurbelbekannte nicht schon vor Jahren, ach was, Jahrzehnten aus den Augen verloren, dann könnte die mir bestimmt sagen, welche Planeten gerade miteinander auf Transitkollisionskurs stehen und dieso*, deshalb, darum an der Malaise Schuld haben.

* Weshalb-Deshalb, Warum-Darum, Wieso-kein Konterpart. Werte Duden-Redaktion: “dieso” fehlt und bittet um Aufnahme.

Wunderheilung

Was immer dem Modem fehlte, nach drei Tagen Bettruhe sowie einem heilenden Schluckauf gehts ihm wieder gut. Wieder volle W-Lan-Power, ey. Wahrscheinlich hängt es doch ein bißchen an mir und es war ihm klar, dass der Verein, von dem es von fünf Jahren gekommen ist, den Versand eines Nachfolgers nicht so flott auf den Weg bringt.

Ich wills gar nicht beschreien, sondern einfach nur wieder fleißig (und glücklich) nutzen.

Hoffnungslos

Die Hoffnung, sagt man, stirbt zuletzt.

Ich habe dem Modem nun drei Tage Zeit zur Selbstheilung gegeben, und es dann doch einmal wieder eingeschaltet. Nur mal so, zum Nachsehen.

Muss sagen, für tot zuckt es noch ganz schön. An, aus, an, aus, an, aus… So, als spielte ein Fünfjähriger mit dem Lichtschalter „Gewitter“. Reicht für nix, nicht zum E-mail-Lesen oder -Schreiben, nicht zum Bloggen, nicht zum Zeitunglesen, nicht zu allem, was ich sonst abends so tuen täte.

In einer Pandemie bedeutet das extratrübe Abende.

Der Nachfolger komme spätestens morgen in den Versand, haben die Kundendienstmenschen vom Provider versprochen.

Dann hoffe ich halt doch wieder.

Wir warten aufs Modem

Kaum skyped man sich mit Menschen in Kalifornien die Nacht um die Ohren, gibt sofort und umgehend das Modem seinen Geist auf und will nun gar nicht mehr. Nicht mehr Ping und nicht mehr Pong.

Er werde, verspricht der Herr vom “Customer Service” (was das halt so heißt, in Deutschland – Mo-Fr, 09:00 bis 17:00 Uhr, bloß nicht am Wochenende, da braucht kein Mensch ein Internet), ein neues Modem auf den Weg bringen, das werde voraussichtlich in “drei bis fünf Arbeitstagen, also hoffentlich noch diese Woche” bei mir ankommen. Wenn dieses freudige Ereignis eingetreten sein wird, soll ich mich selbst um die Installation kümmern, “dat” gehe “allet jenauso wie beim alten”.

Ich bin dann mal offline.

Freies Assoziieren

Die “Ursprung Buam” sollen am 20. April 2020 ein Konzert geben, steht auf dem Schild. Stört es eigentlich nur mich, dass dieses Ding da immer noch hängt?