Gelesen: Akwaeke Emezi – “Pet”

Heldin Jam wächst in einem liebenden Künstlerhaushalt-Elternhaus auf. Sie ist intersexuell, hat eine Sprech-/Hörbehinderung und einen widerspenstigen Afro – diese Elemente braucht die Autorin, um zu demonstrieren, wie frei von Diskriminierung die Gesellschaft ist, in der sie lebt. Das war “früher”, noch vor etwas mehr als einer Generation, anders, aber dann kamen die “Engel” und vertrieben die “Monster” und jetzt sind Mißbrauch, Miß- und Ungleichbehandlung oder Benachteiligung wegen Hautfarbe, Abstammung, Geschlecht / Gender, Sprache, etc. pp. Geschichte.

Oder?

Natürlich nicht. Sonst hätte es keinen Grund gegeben, diese Parabel, denn nichts anderes ist diese Erbauungsgeschichte, zu schreiben. Emezi ist großartig, wenn es um die Beschreibung von Sinneserfahrungen geht. Dabei erfindet sie Bilder, die zum Beispiel das Hören ganz neu erfaßbar machen. Der Rest ist nicht so toll. Die Geschichte ist, wie leider häufig, wenn etwas extragut gemeint ist, nicht wirklich gut gemacht. So vorhersehbar, dass sie schnell langweilt. Da reißt dann auch die schöne neue Sprache nichts mehr heraus. Die Kritik hat sich vor Begeisterung schier überschlagen, ich kann diesen Jubel nicht nachempfinden und schon gar nicht teilen. Muß nicht gelesen werden.

(Wie Parabel gut geht, haben wir erst jüngst bei Octavia E. Butler gelernt. Deren Werk hingegen sollte jede/r lesen!)

Herzlichen Glüchwunsch!

Wie ich der Wochenendeausgabe der SZ entnehme, begehen wir heute den Ehrentag der Verachteten unter den Pflanzen.

Inzwischen ist schon so lange Pandemie, das mir selbst das einen blogpost wert ist.

Risiken und Nebenwirkungen, Nr. 4

Heute zum ersten Mal seit Wochen mit jemandem telefoniert, die auf meine Feststellung “In der Pandemie haben alle meine Socken* Löcher bekommen” nicht mit einem zustimmend-überraschten “Ja, meine auch” reagierte. Es scheint, dass die Pandemie in ihrem Landkreis nicht ganz so arg wütet.

* Wäre der Plural “Söcker” nicht viel schöner?
Und so passend: “Söckerlöcher”.

Neulich, auf der Rückfahrt

Ort: Raststätte. Ein Weiher, hinter den Elektrozapfsäulen.
Zeit: Nach dem Sonnenuntergang, Zwielicht.

Riesige schwarze Starenschwärme brechen in Sturzformation auf die Erlen und anderes feuchtigkeitsaffines Baum- und Strauchwerk um den Weiher herein. Tausendfacher Vogelrabatz. Dann stirbt das letzte Licht. Auf einmal: Totenstille. Alle Vöglein träumen kollektiv vom Frühling.

Wir fahren dann mal weiter.

Eine Woche voller…

… Neutermintage.

Das Konzert, das vom letzten April auf diesen verschoben worden war, soll nun im Februar 2022 stattfinden. Die Hoffnung stirbt möglicherweise zuletzt, aber sie wirkt schon arg moribund…

Zeitenwechsel

Wo der kleine Prinz noch mit einem gezeichneten Schaf zufrieden war, lautet die Forderung der Gen Z mindestens: “Hey, Boomer. Back mir’n Einhorn.”

Risiken und Nebenwirkungen, die zweite

Vorhin mit großer Freude entdeckt, dass die Eistütenfahne aufgezogen und damit, *juhu*, der Straßenverkauf bei der Eisdiele unten wiedereröffnet ist. Auf dem Weg kontempliert, aus welchen Komponenten ich meine erste Portion Eis im Jahr 2021 wohl komponieren werde, obwohl ich weiß, dass es immer (immer!) auf Schokolade und Vanille herausläuft.

Festgestellt, dass das Corona-Angebot starke Schwächen aufweist: Schokolade, Vanille, Erdbeer und Schlumpf sind längst aus. Übervoll sind nur die Container mit Caffè, Joghurt und Malaga, was meines Erachtens durchaus Rückschlüsse auf die Beliebtheit dieser Sorten zuläßt. In meiner idealen Welt könnte man auch stattdessen drei Mal Schoko sowie drei Mal Vanille vorhalten und die anderen bisher erwähnten Sorten ersatzlos streichen.

Jetzt sitze ich da mit den Restbeständen aus dem Haselnußcontainer und bin sauer auf Corona. Aber hey, erstes Eis ist erstes Eis. Frühling, ja du bist’s!