Inflation

In der letzten Woche bestand für mich die Beschaffung von Nahrungsmitteln darin, vor gefüllten Schüsseln zu stehen und daraus zu nehmen. Wonach mir der Sinn stand und so oft und lange, bis mein Hunger bzw. Appetit gestillt war.

War dann heute doch ein, ich nenne es mal interessantes Gefühl, als ich, ein Stück Willkommen-zu-Hause-Käsekuchen heischend, der Verkäuferin dabei zusah, wie sie sich hilfesuchend an den Chef wendete: “Kostet der noch gleich viel wie gestern?”

Wieder zu Hause

Aber, hey, Wettergötter, am Willkommen müssen wir schon noch arbeiten. Also ihr.

Zur Erinnerung: als ich abreiste, betrug die Temperaturdifferenz zwischen hier und dort 16°C und ich fand es angemessen, zu erwarten, dass sie beim Heimkommen sicher kleiner geworden sein würde. Von Graupelschauern war keine Rede. Gar keine. Spinnt ihr, Wetterverantwortliche?

VIII

  • “Wollen Sie auch nach Hause?” “Was heißt hier ‘wollen’?”

Aufgabe: Diskutieren Sie den Begriff “freier Wille” unter Berücksichtigung der Schriften Kants.

VI

  • Es ist Ramadan. Viele Hotelmitarbeiter fasten. Die Mittouristen lassen, denn es ist ja Büffet und sowieso schon bezahlt, ganze Teller voller Essen zurückgehen. Man kommt aus dem Fremdschämen gar nicht heraus.
  • Übrigens: “Büffet”, erklärt ein Dreikäsehoch seinen erstaunten Eltern, “Büffet ist wie Supermarkt. Außer, dass das Essen schon fertig ist.”
  • Frühtrinker zum Kollegen: “Denen kannst du trauen. D i e haben noch Götter.”

V

  • Es gibt sie wahrscheinlich überall auf der Welt, die Spaßvögel, die ihre Urlaubsbekanntschaften, die alle die nämliche All-Inclusive-Armfessel tragen, lustig “eine Runde ausgeben” (haha, hihi). Heute war’s Herta. Sie nämlich hatte ihre Sponsorenhose an. Wohlsein!
  • Die Kulinarik-Expertin aus dieser Runde lud für den Abend “zum Chinesen” ein. Weil, “besser Suschi kriegste hier nirgends.”

IV

  • Wolf Haas: “Die Minute ist wichtig, aber die Sekunde geht oft nach hinten los.”
  • Frühtrinkerin (die Poolbar macht um 10 auf, und wehe, wenn nicht) zum rückenfüllenden martialischen Tattoo (Löwewolfadler) eines jungen Mannes: “Dat kenn isch. Dat is dem seine Familie in Game of Drones.”
  • Wenn morgens das Kavalerietrompetensignal erklingt, muss man keine Angst haben. “Das”, erklärt der Fachmann vom Liegestuhl nebenan seiner Gattin, “das sind nur die Animierdamen.”
  • Es mag an mir liegen, aber mich irritiert es, wenn hinten auf der sehr knappen Badehose “HEAD” steht. Noch dazu in Großbuchstaben.
  • Weil das Frühstück ja schon wieder zwei Stunden her ist, und Mittagessen noch mindestens eine Stunde dauert, wirbelt der Pfannkuchenbäcker an sieben Pfannen gleichzeitig an der Zubereitung von Zwischenmahlzeiten. Die schwäbische Hausfrau mit erkennbarem Neid im Ton: “Bei denen ist das Öl nicht ausgegangen.”

Immer noch Ägypten III

Was d’Leit nicht alles erzählen, wenn der Tag lang ist…

  • Der Greis aus heiterem Himmel zur friedlich neben ihm her Bahnen ziehenden, ihm vermutlich bereits langjährig angetrauten Greisin: “Kannst du nicht e i n m a l richtig schwimmen?”
  • Der per Tattoo als “Rolf” ausgewiesene Religionsgelehrte: “Denen hat ihr Gott bloß verboten, im Ramadan tagsüber zu essen, kochen dürfen sie aber.” (Zum Glück. Rolfs Glück, wohlgemerkt.)
  • Eine Poolsteherin zur anderen: “Spätestens ab 3 bin ich frustriert.”
  • Die Tourismusbeauftragte: “Bei uns (in einem der hier “Blocks” genannten Gebäude) ist das Haus leer. Jetzt kann der Russe kommen.”
  • Die Ornithologin zu dem verblüfften Herrn, dem gerade einer der hiesigen Rabenvögel sein Rührei von Teller geklaut hat: “Die sind genau wie die Möwen bei uns zu Hause. Nur in Tarnfarben.” (Und zu einer anderen Vogelart gehörend. Aber wer wird kleinlich sein? Außer mir…)

Ich bin zunehmend der felsenfesten Ùberzeugung, dass dem Planeten lässig die Hälfte der aktuell hier ansässigen Bevölkerung langen täte.

Aus dem Ägyptischen II

Die Mittouristen liefern mehr als die “Ein-Zitat-pro-Tag-Quote”. Das habt ihr nun davon:

  • “Der mit dem Imbiss hat alle beschissen!”
  • Der Flugverkehr hat zugenommen. Warum analysiert für uns Petra, diplomierte Impoolsteherin: “Bei uns ist so kalt, darum landen die hier.”
  • Mann hampelt sichtlich verängstigt im an der tiefsten Stelle 0,95 m tiefen Nichtschwimmerbereich herum. Seine Lebensabschnittsgefährtin zeigt sich verständnisvoll: “Du warst nicht aufm Schwimmkurs, ne? Sonst hättense dich dat gelernt.”
  • “Patsch! Patsch! Patsch!” Mutter in mehrstündiger Dauerschleife zum neu-aquaphilen Windelkind.

In eigener Sache: ich fordere ein globales Panflötenverbot. Jetzt!

Aus dem Ägyptischen I

Ich gehe davon aus, dass in diesen Ferien nichts passiert, also um ganz genau zu sein: null, niente, nada, nitschewo. Das Programm umfasst Sonne (satt), Sandstrand (yes!), Hitze (aber Hallo), von anderen Menschen zubereitete Mahlzeiten sowie lesen, lesen, lesen

Haben wir heute nach dem anstrengenden gestrigen Anreisetag auch schon sehr schön hinbekommen. Doch, man glaubt es kaum, wie leicht wir uns an 30 Grad und ausgesprochen luftige Kleidung gewöhnen konnten.

Damit mir die geneigte Leserschaft dennoch gewogen bleibe, werde ich euch jeden Tag mit einem en passant aufgeschnappten (und selbstverständlich aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat) beglücken.

Zum Auftakt ein Doppelpack:

  • Gestern, mitgelesen in der BILD – Zeitung eines Mitreisenden: “Oje, du Reh, das tut weh!”
  • Heute, mitgehört am “Silent Pool” (von wegen): “Keine russische Frau sagt je “Nein” zu einer Schönheits-OP.”