Nicht zu Ende gelesen: Charles Dickens – “A Tale of Two Cities”

“A Tale of Two Cities” gehört zu Pflichtliteratur im Weltliteraturkanon. DAS Werk überhaupt zur Französischen Revolution, aus der Sicht eines viktorianischen Autors mit einem der berühmtesten Buchanfänge, die je geschrieben wurden: “It was the best of times, it was the worst of times, …”

Wiewohl ich mich nach Kräften bemüht habe, bin ich daran gescheitert. Hauptsächlich, weil nichts so schlecht altert wie Humor. Mir war ganz oft, als säße ich in einem Kabaratt, in dem der Vortragende gerade eine Kunstpause für einen zu erwartenden Lacher macht – und ich stumm bleibe, bleiben muss, weil ich keine Ahnung habe, was an seinen Ausführungen witzig gewesen sein könnte.

Elke Heidenreich hat dieser Tage in der Süddeutschen Zeitung* unter der Überschrift “Jemand findet, ich soll das lesen” sehr hübsch über die Neigung aktueller Autoren geschrieben, ihrer Leserschaft mit viel zu langen und überdies oft langweiligen Büchern zu quälen. Wisset Se, Frau Heidenreich: das kann einem selbst mit den Granden der Weltliteratur passieren. Ist es dann nicht schön, zu wissen, dass wir alt genug sind, ein Buch, mit dem wir nichts anfangen können, wegzulegen und dem nächsten eine Chance zu geben?

Wer meinen Band mit der schmucken Guillotine auf dem Titelbild haben will, gebe Bescheid. Sonst kommt er in den nächsten Bücherschank.

* Hier im Ganzen, falls jemand mehr wissen will: https://www.sueddeutsche.de/kultur/elke-heidenreich-zu-viele-neue-buecher-gastbeitrag-li.3334911

Gebühreneinzug

Vor lauter VI (Verhörte Intelligenz, neue flockblog-Kolumne), ist beinahe die Schlechte-Wortspiel-Kasse in eine Unterfinanzierungskrise (UFiKri) geraten. Zum Glück muß man nur einmal eine Zeitung aufschlagen bzw. anklicken und findet gleich wieder zahlungspflichtige Schätze:

Hitparade

Heute morgen lese ich, dass dem Sandwich-Werfer von Washington nun der Prozess gemacht wird. Mein Hirn, das eigenartig verkabelt ist und sich an so gut wie jeden Text erinnert, den es mit Musik verbunden je gehört hat, erteilt Anweisung, irgendwo aus den Hintersynapsen Roberto Blanco (ja, es erinnert sich auch an Interpreten) auszugraben und für den Rest des Tages geht mir der Puppenspieler aus Mexiko nicht mehr aus dem Sinn.

Ich wüßte lieber den ganzen Hamlet-Monolog auswendig. Im Original-Shakespeare-Englisch. Oder spräche fließend Mandarin. Aber nein, Schlager kann ich. Ummppff!

Fusion Cuisine

Der extrem aufgedrehte Herr am Nebentisch (ich vermute Cocaine all around his brain) deutet beidhändig und mit großen Gesten auf meinen Teller und mit Unterstützung seines Smartphones läßt er wissen, dass er aus Italien sei und mein Essen haben wolle. Meinen etwas bestürzten Gesichtsausdruck interpretiert er richtig und verdeutlicht in einem Gemisch aus Italienisch, Englisch und Gestik: nein, nein, nicht meins per se. Er wünsche, das gleiche Gericht zu bestellen, weil er molta molta fame habe. Die Bedienung ist auf Trab und bringt ihm zügig seinen Teller voller Nudeln und anderen chinesischen Zutaten (denn es ist ein China-Restaurant). Nun geschieht: nichts. Er schaut auf den dampfenden Teller, auf uns und wieder auf den Teller. Großes Drama.

Wat is, Luigi? Fehlt was? Sisisi. Aus tiefster italienscher Seele stößt er hervor: “Formaggio???”

Verhörte Intelligenz

Der Schauspieler David Tennant wird gefragt: “Are you common?” (Sind Sie ein Normalo?) Dessen Antwort: “Oh, I am common as fuck (total normal). I’m from Scotland.”

Die zur Höflichkeit erzogene Untertitel-KI schreibt: “Oh, I am common as mock.”

What the mock?

Zum Strömen: “Unforgotten”, Staffeln 3 und 4

Das ist eine richtig gute, atmosphärisch dichte, sauspannende britische Polizeiserie, die sich auf die Mühseligkeiten der Ermittlungsarbeit konzentriert und ohne Verfolgungsjagden mit quietschenden Reifen, rauchende Colts und sonstiges Drama auskommt. Außerdem: Nicola Walker, eine meiner erklärten Lieblingsschauspielerin und zwar, weil sie es kann.

Sie hat sich zum Ende der vierten Staffel rausschreiben lassen, leider, aber ich werde gelegentlich mal bei den nächsten beiden vorbeischauen, denn auch der restliche Cast ist sehr gut und die Fälle glaubwürdig.

Jede Staffel behandelt einen “cold case”, über sechs Folgen à 45 Minuten und paßt genau in einen trüben Herbstabend.

Anschauen! Anschauen! Anschauen!

Gastbeitrag

Ich nehme dieses Bildchen mal als das Kompliment, als das es sicher gemeint war, Frau W. aus S.

Gell?

Ockhams Rasiermesser

Man kann ein gekipptes Oberlicht auch einfach bei hereinbrechender Dämmerung schließen. Dann rumpeln diese Nachtasylsucherdrecksvögel Bada Bing, Bada Boom* dagegen, finden keinen Halt und keine Ruhe und schlafen woanders.

* Ich war nicht daheim, weiß also nicht, ob es wirklich so klingt. Aber ich dachte, dass eine Referenz an den Paten (alle Teile) in diesem Zusammenhang auf keinen Fall schaden kann. Vielleicht sind nicht alle Tauben blind? (Höhö.)