Aus der Radiowerbung

Man sollte es kaum glauben, aber die Radio-Werbung wird dominiert von Matratzen- und Diamantenhändlern. Für erstere wirbt Randy Manzini von Manzini’s Sleepworld permanent und persönlich, sehr schnell und aufgeregt, für die Funkelsteine spricht Mr. Shane von der Shane Company, unser “friend in the diamond business” unablässig, behäbig und gesetzt. Einer der wenigen Spots, die sich in diesem Umfeld irgendwie behaupten, ist der vom “tight wallet syndrome”. Ich habe vergessen, wer genau dem amerikanischen Volk mit welchen Wahnsinnstricks und guten Ratschlägen (zB Kreditkartenschulden einfach rechtzeitg bezahlen) dabei helfen will “real money” zu sparen (nicht etwa Monopoligeld).

Man spare aber nicht des Sparens wegen. Nein, als Belohnung für den vernünftigen Umgang mit Geld verspricht dieses Unternehmen, dass Geld genug da sein wird, um endlich (wieder) jede Menge shoes zu shoppen, oder den noch größeren Fernseher anzuschaffen oder in Restaurants zu essen, wo es “real silverware” (also Besteck aus Metall) gibt. Oder, bei wirklichem Wohlverhalten, alle drei Grundbedürfnisse (Schuhe, TV, plastikgeschirrfreie Einnahme aushäusiger Mahlzeiten) zu befriedigen. Es scheint so einfach, dieses Volk glücklich zu machen.

Manchmal vermisse ich das Alte Europa.

“Lead like Jesus”

Die Jungs lassen nicht locker.

Heute haben sie mir zur Vorbereitung für die Sonntagsschule (“Sunday lecture”) ihre Präsentation geschickt. Wackere 35 Folien, gespickt mit Bibelsprüchen, Bildchen, Ablauforganigrammen. Ich zitiere im folgenden Folie 15:

How do we edge God out?

What do the following actions say about a person’s attitude about themselves?

* Using the emergency lane to bypass congested traffic
* Taking 20+ items through the 15 items or less lane
* Parking in the Fire Lane for a quick trip to the ATM
* Using one’s position/influence for personal gain

What would Jesus do in each of the above?

Fragen wir uns das nicht alle immer und ständig? Besonders an der 15-Item-Kasse?

The Interceptor

Wer bisher aufgrund historischer Studien (“Pirates of the Caribbean”) geglaubt hat, die “Interceptor” sei eines der Flaggschiffe der Royal Navy, sei eines besseren belehrt. Vielmehr handelt es sich um ein dreirädriges Elektrofahrzeug, welches hierzulande Parkzeitenüberwacher sicher von Parkplatz zu Parkplatz sirrt (ein ekliges Geräuch). Dabei markiert die “Meter Maid” bzw. der “Traffic Warden” die Reifen der parkenden Fahrzeuge mit einem am Ende eines Golfschlägers befestigten Kreideballen.

Und wehe, die erlaubte Zeit wird überschritten. Dann muss der Dreiradfahrer anhalten, aussteigen (auch bei Wind und Wetter), sein teures Barcodegerät auspacken und ein Knöllchen schreiben. Das kostet!

Vielleicht will sich wer in der Branche selbständig machen. Kaufen kann man sich ein solch schmuckes Wägelchen bei http://www.westwardindustries.com/momex/NavCode/go4/feature/patrol – und man höre und staune, der Interceptor III ist endlich auf dem Markt.

Bestellung, eben im Coffee Shop

“I’ll have a bagel, with, like, cream cheese”.

Nicht weiblich. Nicht blond. Nicht unter dreißig.

Also auch kein wirklich richtiger “Valley Boy” mehr (http://www.urbandictionary.com/define.php?term=valley+boy – die Definition ist allerdings nicht ganz so hübsch wie beim weiblichen Äquivalent). Bloss ein ganz ordinärer Sprachverhunzer.

Kommentar eines Kollegen: “Wieso, war doch eh falsch. Korrekt hätte es heißen müssen: ‘I’d like a, like, bagel with, like, cream cheese.'” Stimmt, der Besteller hat eine Chance ausgelassen to “insert the word “like” wherever [one] possibly can”.

Voll gut irgendwie, dass wir im Deutschen irgendwie im Prinzip gar nicht zu so Füllwörtern neigen.

Billy Bamboo

Kollege Christoph hatte schon von seinem Motel-Gangnachbarn Billy erzählt, einem couragierten jungen Mann, der den Gärten der Reichen und Schönen im Silicon Valley mit mindestens zweimannhohen Bambusstauden den letzten Schliff geben will. (Nicht, dass die Zielgruppe schon von ihrem Glück wüßte, aber das sieht Billy nicht so eng.) Das Motel liegt zwar am Camino Real, aber inzwischen auch in einem tropischen Bambuswald. Billy lagert seine “Pflänzchen” nämlich mit dem Segen der Zimmerwirtin dort zwischen, weil sie, man höre und staune, nicht gerne ständig auf der Ladefläche seines Pick-up-Trucks hin- und hergefahren werden wollen (wörtlich: “they do not like the commute”).

Alle Welt kennt ihn nur als Billy, bei mir hat er sich ordentlich mit Diener und Handschlag als “William” vorgestellt. Ich nehme an, das war dem Muttertag geschuldet.

Wasser marsch

Da stehe ich samstags um halb acht auf, beflügelt von der Vorstellung, mit meinen neuen dicken Freundinnen wieder ordentlich hohe Wellen zu schlagen und was ist? Elaine, unsere Vorturnerin, ” is sick from food poisoning” (eine Dame hat hier keine Darmgrippe, außerdem ist “Diarrhea” viel schwerer zu buchstabieren).

Pah. Ist ja nicht so, dass es außer dem Y-Pool kein Wasser gäbe. Fahre ich halt alternativ zum Pazifik, in Pescadero Tide Pools gucken.