Neu im Kino: “How to Train Your Dragon”

Vorrede: ich bin ein ganz großer Fan der Animationsfilme über Nightfury Toothless und seinen menschlichen Freund Hiccup und jedermans und -fraus Lieblingsszene vom “Ich-kann-auch-was-malen”-Drachen*.

Nun also 15 Jahre nach dem ersten sehr liebenswerten animierten Dragons-Film eine Live-Action-Adaption mit richtigen Schauspielern. Nett. Wirklich nett. Aber warum? Die Story identisch, das Setting ist genau wie in der Animation, die Dialoge, bis auf einige nicht schädliche Aktualisierungen wörtlich übernommen, die jungen Schauspieler sind ein bißchen weniger Kind und schon mehr junge Erwachsene als im Original, eins der Mädchen ist sogar übergewichtig (huiui!) und sie machen ihre Sache gut, die CGI-Drachen sehen ihren Vorbildern sehr ähnlich, Gerard Butler darf Stoick the Vast jetzt nicht nur sprechen, sondern auch spielen, selbst Nick Frost ist als Gobber dabei, es gibt sogar eine was…? ja, nennen wir es eine Verbeugung vor der Neuzeit, nämlich Wikinger mit schwarzer Hautfarbe und wahrscheinlich gehören welche auch der LGBTQ-Community an (auch wenn das nicht thematisiert wurde).

Aber noch einmal: warum? Es kann doch nicht nur ums Geld gegangen sein? Ach, ich höre eben: es kann. Ja, dann will ich nichts gesagt haben.

Für Menschen, die die animierte Version nicht kennen, mag der Kinobesuch eine nette Erfahrung sein. Für uns andere ist der Film nicht schlimm, aber halt, siehe oben, auch nicht nötig.

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Neulich, auf YouTube

Ich höre mir einen TED-Talk zu Menschenrechten und ihrer aktuellen Lage an (Spoiler: nicht gut), natürlich geht es dabei auch um Frauenrechte.

Eine vorgeblich hilfreiche KI überträgt das von einer Nicht-Muttersprachlerin gesprochene Englisch in Schriftsprache. Harvey Weinstein wird erwähnt, das nachfolgende “Meter-Movement” (ganz recht, KI, “me too” ist viel weniger lustig) und der Auslöser für alles: “dog-sick masculinity”.

So wie ich das sehe, wird es bis zur Weltherrschaft noch einen Moment dauern…

Der Ruf der Natur

Ich leide. Unter Empty-Nest-Syndrom. Ja, sicher, sagen die einschlägigen Frauenfachzeitschriften, irgendwann kummen alle no dran. Aber ich? Jetzt? Als Mitsechzigern, die es bisher erfolgreich geschafft hat, keine eigenen Kinder zu haben? Ja. Ich.

In kurz: Weil Tauben.

In länger: Ein Taubenpaar aus der Nachbarschaft hat meinen alten Brotkasten, der wegen noch unbestimmter Wiederverwendung auf meinem Balkon ausgelagert war, als ideale Heimstatt für seine zukünftige Brut auserkoren. Guruh, guruh. Das macht mich zum Co-Empty-Nester und zu meiner Hauptbeschäftigung, dass ich ständig meine Innentätigkeit unterbreche und draußen mein Revier verteidige.

Ihr Taubschaften, der Brotkasten ist fort und euch steht ein ganzer Innenhof mit großem Baumbestand zur Verfügung. Das sollte doch reichen. Nicht? Guruh, guruh. Moment, muss kurz raus und in die Hände klatschen.

Schon ewig nicht mehr im Kino: “Blazing Saddles” (1974)

So, wie er in “Young Frankenstein” das Horror-Genre der Dreißiger dekonstruiert und in komisch wieder zusammengesetzt hat, führt Mel Brooks in “Blazing Saddles” das Western-Cowboy-Genre der Fünfziger und Sechziger vor und teilt insbesondere gegen den Rassismus dieser Zeit aus. Denn als die Meldung eintrifft “Sheriff murdered! People stampeded and cattle raped.” teilt er dem weißen Städtchen Rock Ridge, das von bösen Spekulanten (Eisenbahnbau) ausgelöscht zu werden droht, einen Schwarzen (ganz toll: Cleavon Little) als neue Ordnungsmacht zu sowie Gene Wilder als im wesentlichen stummen Sidekick. (Hatte wohl keine Lust, Text zu lernen.)

Dann nimmt alles seinen Brook’schen Lauf, jede Standardsituation wird auf links gedreht und originell exzentrisch wieder in die Handlung eingebaut, das Timing ist perfekt, ha ha ha ha.

Aber ich merke schon, man kann Brooks nur in kleinen Dosen genießen. Ich mache erst mal ein Päuschen. Trotzdem, wenn’s einem den Abend sowieso schon verregnet hat, kann man Blazing Saddles gut anschauen.

Nimmer ganz neu: “Derry Girls”, 3 Staffeln

Die Serie spielt im Derry (“…or Londonderry, depending on your persuasion, a troubled little corner in the northwest of Ireland”, wie die Heldin in ihrem Tagebuch schreibt) der beginnenden Neunziger, kurz vor dem Ende der seit 30 Jahre anhaltenden “Troubles”* in Nord-Irland und erzählt vom Alltag einer Gruppe von Teenager-Mädchen. Autorin und Show-Runnerin Lisa McGee hat eine teils autobiographisch basierte, zum Brüllen komische, ideal besetzte Sitcom vor einem ernsten politischen Hintergrund geschaffen, die immer (!) genau den richtigen Ton trifft. Hut ab!

Ganz besonders die letzte, quasi Bonus-Folge, die den Weg zum Frieden (?) und zur entscheidenden Black-Friday-Abstimmung nachzeichnet, ist eine Sternstunde des Fernsehens.

Anschauen! Anschauen! Anschauen!

* Zeitgeschichte ist ja das, was passiert, während man selber mit dem eigenen Leben zu tun hat. Für mich war der Nord-Irland-Konflikt immer irgendwie präsent, ich bin damit aufgewachsen. Ich hätte aber niemals aus dem Stand sagen können, um was es genau ging. Zeitgeschichte eben. Inzwischen habe ich mich informiert und muss noch einmal den Hut vor McGees Leistung ziehen, Bomben und Pubertät so gekonnt zu verknüpfen.

Zum Strömen: “Poker Face”, 2. Staffel

Wie man es nur hinkriegen kann, eine so gute Geschichte so dermaßen tief in den Grund zu reiten? Es ist mir ein Rätsel. Ich hatte mich gefreut, ich hatte Erwartungen (s. https://flockblog.de/?p=51022) und auch schon eine gute Folge (von dreien) gefunden und dann produzieren die da über neun weitere Folgen einen schlampigen Müll mit Riesenlöchern in Handlung und Logik, zerren irgendwo Steve Buscemi als Telefon-Joker hervor und meinen es dann doch nicht so, unternutzen ihre Gaststars und besonders Rhea Pearlman, dass es einen nur noch grausen kann.

Einzig die letzte Folge “The End of the Road” knüpft an die alte Qualität an und nimmt ihre Hauptfigur ernst, was wahrscheinlich daran liegt, dass Natasha Lyonne wieder selbst Regie führt. Wie kann man nur?

Echt jetzt. Lieber keine dritte Staffel als noch einmal so einen geistlosen Dreck. Und das sage ich, als Riesenfan der ersten.

Altersschwäche

Mein Nackenkissen ist nicht mehr ganz dicht und bröselt mich und mein Soffa voll. Ich brauche Ersatz.

Das solchermaßen beworbene will ich aber dann lieber doch nicht haben.

Der flockblog ist sicher

Letzten Sommer so um die Zeit hatte ich für den flockblog (und die Sicherheit seiner Leserschaft) in ein SSL-Zertifikat investiert (s. https://flockblog.de/?p=49803). In diesem Sommer lerne ich nun, dass SSL-Zertifikate nur 1 (ein) Jahr haltbar sind. Dann sind sie abgenutzt, fertig, kaputt und man muss sie erneuern.

Weil ich gleich hilfesuchend zum besten Admin der Welt gelaufen bin – The Inglorious Flockblog Admin – hat der flockblog jetzt folgende Verbesserungen erfahren: “Neues Zertifikat ist bestellt, Updates installiert, ungenutzte Themes deinstalliert, ein paar Einstellungen getunt.”

Alles wieder gut! Dem Admin meinen Dank!

Nutriscore

So ganz habe ich diese Lebensmittelampel bis heute nicht verstanden und bin nun ganz besonders verwirrt, weil der Backfisch im Teigmantel bei Edeka einen Nutriscore von 2 hat und es bei Penny nur zu einer 4 schafft. Im Kleingedruckten steht bei beiden dasselbe, bis hin zu Vor- und Zunamen des Kutterkapitäns.

Falls sich wer mit Trophologie auskennt: könnte man mir das bitte erklären? Danke.