Gelernt ist gelernt

Meine Mikrowelle macht automatisch das Licht an, wenn man die Tür öffnet. Das mag als Annehmlichkeit für den Benutzer gedacht sein (Convenience und so). Für Menschen meiner Generation, die noch zum Stromsparen erzogen wurden (“Mach das Licht aus, wenn du das Zimmer verläßt.”), ist diese maschinelle Selbständigkeit gar nicht so gut.

Ich lasse die Mikrowelle nämlich nach Benutzung immer kurz ausdampfen. Und jedes Mal, aber wirklich jedes Mal, wenn ich danach in die Küche komme und die Mikrowellentür noch aufsteht und das Licht an ist, sticht mich das schlechte Gewissen.

Oh heiliger Kreisler, hilf!

Selbst eine schokoladengefüllte Waffel hat den Anstand, morgens bis halb zehn (fragt Oma) zu warten. Nicht so der Taubenscout. Der ist auch am Wochenende im Dienst und glaubt, dass er am Samstagmorgen um halb acht einen sturmfreien (mir wird jetzt erst die etymologische Herkunft dieses Begriffs so richtig klar) Balkon gefunden hat und guruh-guruht das aus voller Brust sofort durch die ganz Wohnanstalt.

Frage: Gilt heftiges Handtuchwedeln (beidhändig) mit Abschreckbrüllen eigentlich als Frühsport?

Gestern, beim Lieblingschinesen

Ich bin ein bißchen zu früh dran und das nutzt die reizende Bedienung, mir neben der Speisekarte auch einen Zettel mit den “Spezialitäten am Wochenende” in die Hand zu drücken, als Appetitanreger zum Vorfreuen und mit der Warnung, es sei dann immer recht voll und laut. Wundert mich nicht, wer will sich schon Gerichte entgehen lassen wie

  • “Vorbestellt” (im Eisentopf geschmorter großer Fisch, 3 Catties lebender Fisch, Schweinebauch, Aubergine, Tofu, breite Nud) zum Testpreis
  • Lammskoteletts- oder Hühnerfleischseintopf mit Plizen
  • “Perfekte Beilagen” (Rindfleisch, Schweinskopf, Schweineohren, Erdnüsse, Gurte, Salat und Frühlingszwiebeln)
  • Gedämpfte Brötchen mit Sauerkraut und Ölig
  • Rindfleisch-Skorpion-Ein-Topf
  • Bernsteinfarbener Walnusskern

Ich habs überschlagen: wenn ich ab heute bis einschließlich Sonntag jeden Tag dort zu Mittag und zu Abend esse, könnte ich es schaffen, alles zu verkosten.

Verhörte Intelligenz

Die Preisträgerin hat neben der Auszeichnung auch noch einen großen Blumenstrauß (“bouquet of flowers”) überreicht bekommen, für den sie sich artig bedankt.

Die VI versteht nur Eimer (“bucket”).

Aus dem Vokabelheft

Wir denken jetzt mal alle an den Seelefanten und seinen allertraurigsten Vortrag:
S’ist alles dohonkel, s’ist alles trühübe, do ond ich, wer send alloin, send so alloin…* und siehe da, jetzt verstehen wir auch die wunderbare Wortschöpfung aus dem Buch neulich, nämlich den Wehmutstropfen.

* Für die Nachgeborenen, die keine Ahnung haben und keine Oma, die sie fragen könnten. (Ab 00:55)

Gestern Abend in der Unterfahrt: Laura Jurd – “Rites & Revelations”

Ich finde ja, es hat immer was, Frauen an Blechblasinstrumenten.
Laura Jurd hat sich für die Trompete entschieden und jung, wie sie ist (irgendwas Anfang 30, schätze ich), ist sie schon eine Meisterin. Das Konzept für die erst jüngst veröffentlichte Platte “Rites & Revelations” ist, alte Volkslieder und altbekannte Melodien (gleich das erste Stück ist “Summertime”, damit kriegt man mich ja immer) neu zu interpretieren und sie für unsere heutigen Ohren wieder neu klingen zu lassen. Geht auf. Die Band, allen voran Ultan O´Brien an der irish fiddle stützt und fordert sie und es macht großen Spaß, jeweils herauszufinden, woher die Melodie wohl ursprünglich kommt oder ob sie doch selbst komponiert ist.

Leider ist der Spaß nicht ganz so groß wie sonst, denn ich bin alloin, alloin, weil mein Begleiter erkrankt ist. Aber ich höre, es geht ihm schon wieder besser und das nächste Konzert ist ja bald.

Wer reinhören mag:

Neulich, in der Kunsthalle: Miguel Chevalier “Digital by Nature”

Zunächst ein Tip: dienstags kostet der Eintritt in die Kunsthalle immer nur die Hälfte.

Zur Ausstellung: hmmm. Ich weiß nicht so recht. Ich mußte oft an Nina Hagen (fragt Oma) denken, weil “ist alles so schön bunt hier” und manchmal wurde mir vor lauter riesenformatig und dauernd bewegten Farben und Formen schon fast schwindelig. Ich glaube, ich bin da nicht die Zielgruppe.

Der flockblog IT-Tip

Wahrscheinlich bin ich wieder die letzte, die’s mitbekommen hat: es gibt eine einjährige Gnadenfrist für kostenlose Sicherheits-Updates für Windows-10-Rechner. Ich habe eben drei Mal geklickt und fertig. Kein Geld ausgegeben, aber noch ein Jahr Ruhe. Falls noch wer nicht weiß, wie es geht: “Windows-Updates” anklicken und dann den Eingabeaufforderungen folgen. Nicht über Los gehen, nicht Geld bezahlen. Gnadenfrist haben.