Gelesen: Lucky Luke (Hommages 1, 7, 8)

Hommage 8: Flix (Text), Reinhard Kleist (Zeichnungen) – “Die Grimm Brothers”
Ja, nett. Nix, um den Küchenschrank dafür zu verkaufen (so hat mein Vater selig Qualität gemessen), aber nett. Der Inhalt, ganz kurz: die Gebrüder Grimm kommen zur Lesereise in den Wilden Westen, um erstaunt festzustellen, dass das Interesse in den dortigen Salo(o)ns eher mau ist. So lange, bis Luke sie mit Ma Dalton bekannt macht und sie anfangen, deren Geschichten von den vier wackeren aufrechten guten und edlen Helden weiterzuerzählen. Geht nur mittelgut aus.
Ein paar ganz hübsche Ideen sind drin, wie das Bild auf der Rückseite (der Mann, der schneller zieht als der Froschkönig) und der vom Hans im Glück inspirierte Wechselkurs von Gold zu Pferd zu Kuh zu Schwein zu Gans. Wie gesagt: nett. Kann man lesen.

Hommage 7: Appollo (Text), Brüno (Zeichnungen) – “Dakota 1880”
Eher ein bebildertes anekdotisches Geschichtsbuch über das Ende der Sklaverei und nicht eingehaltene Versprechen (“Forty acres and a mule”) an die nunmehr freien Schwarzen, die Underground Railroad, Annie Oakley, Freiheitskämpfe der Ureinwohner, amerikanische Poeten und Groschenheftchen (“Dime Novels”). Interessant gezeichnet und geschichtlich und pädagogisch wertvoll. Kann man auch lesen.

Hommage 1: Matthieu Bonhomme (Text und Zeichnungen) – “Der Mann, der Lucky Luke erschoss”
Da verbeugt sich einer tief vor Western und dem Wilden Westen. Fängt schon beim Titel an, der “The Man who shot Liberty Valance” zitiert und geht mit den Motiven (Tropes) weiter: der böse Rancher, der Recht und Gesetz ignoriert und von einem aufrechten Mann in die Schranken gewiesen wird; die Dame, die aus dem Osten anreist, um zu heiraten und herausfindet, dass der Bräutigam wegen Mordes angeklagt ist, bis der aufrechte Mann beweist, dass es ja Notwehr war und die Ehe stattfinden kann; das Duell auf der Hauptstraße um 12:00 Uhr mittags; Betrug bei Würfel- und Kartenspiel (“A Dead Man’s Hand”), bis der aufrechte Mann… Die Zeichnungen sind von allen drei Hommage-Bänden am nächsten an Morris’ (Lucky Lukes Schöpfer). Kann man auch lesen.

So ist dann schnell mal ein Nachmittag um – wie schön, dass mein eigentlich geplanter Termin ausgefallen war. Es lebe die Rentnerei!

Warum gleich drei Ausgaben in einer Kritik? Weil ich Schwäbin bin. (Eine Hardcover-Ausgabe kostet beim Verlag plus Versandkosten fast genauso viel wie drei broschierte ohne. Ecco.)