Nieder mit Rudolph!

Ich hatte eine Freundin, die an Muttersein und Brutpflege immer am allerschlimmsten fand, daß sie keiner mehr zu Weihnachtsfeiern einlud. Wat soll isch sagen? Sie kann meine haben. Alle. Ich habe noch nie verstanden, was an Betriebsweihnachtsfeiern dran ist und daran hat die heutige bei meiner neuen Firma nichts geändert. Man saß zu dicht, aß, trank, aß zuviel, trank mehr und dazwischen gabs Füllworte. Geh mir weg mit dem Scheiß!

Aus gegebenem Anlaß das Weihnachtsfeier-Bullshit-Bingo, für alle, die den Spaß noch vor sich haben.

bullsshit bingoIch hätte gut und gern die Hälfte auskreuzeln können. Und das schon nach der ersten Stunde…

Slow Motion

Der Googlemops ist Amerikaner, noch dazu Kalifornier und als solcher ein Schwerpositivdenker. Vom Büro nach Hause? Klar, kein Ding, “8 min. (4 km) without traffic”. Und dann sieht man die Hand vor Augen nicht und i steh mir in da Ködn die Fiaß in Bauch und woat auf des Brummen von an Mercedes Diesl, owa ‘s brummt und brummt und brummt ned und als der Bus nach einer halben Stunde endlich aus den weißen Nebeln aufsteigt, ist er propperappelvoll und tastet sich, unter Zuladung weiterer Passagierladungen, durch die Baustölln, um schließlich mit einem sehr müden Linksschwenk auf die Würmtalstraße einzubiegen, wo er endgültig steht und sich dann quälend langsam buslängenweise, unter steter Zuladung weiterer Passagierladungen, durch den Stau zur U-Bahn-Station voranschiebt.

Herrschaften, das macht ihr mir aber nicht öfter! Nicht, wenn ich außerdem auch noch Hunger habe und aufs Klo muß. In der Zeit wäre ich ja selbst mit der S7 lässig ins weit entfernte Dürrnhaar gekommen (und wieder zurück in die Stadt). Manno!

Abendmahl

Es ist, wie Toni so richtig sagen würde, schon viel zu spät zum Essen und ich habe einen Bärenhunger. Irgendwas schnelles muß her, irgendwas, für das ich nicht mehr lang einkaufen und vorbereiten muß. Salat? (Leider keine Option, der im Kühlschrank ist verwelkt.) Pizza? Wurschbrot? Kein Wurstbrot?* Käsebrot? Würschtl? Wenn ja, kalt oder warm? So viele Optionen, aber überhaupt keine Lust…

Und jetzt sitz ich da mit einem Stück trocken Brot und meinem blöden Paar kalter Wiener und bin sogar zum Darüberärgern zu müde. Es ist offensichtlich wirklich an der Zeit, einen kartonfreien Abend einzulegen. Wenn ich jetzt schon einen Fernseher hätte, würde ich mich davor knallen und einen Sender suchen, auf dem Helene Fischer keine Weihnachtslieder singt. Wenn es das überhaupt noch gibt.

* Der Begriff “Kein Wurstbrot” steht bei einer langjährigen Freundin und mir schon seit immer synonym für Mozzarella und Tomaten.

Sundance

Wenn ich so wie heute nach einem Behördengang zum Mittagessen einen Zwischenstop zu Hause einlege, dann erschrecke ich beim Reinkommen erst mal, weil ich denke, “ooops, jetzt habe ich wohl vergessen, alle Lampen auszumachen”. Dann fällt mir aber wieder ein, daß es einfach nur die liebe Sonne ist, die mich hier oben Anfang Dezember in ihr helles Licht hüllt und ich reiße die Balkontür weit auf und alles ist gut.

Hey, Chili Peppers, mögt ihr nicht gelegentlich von “Rain Dance Maggie” auf “Sunshine Sabine” umdichten?

Amtsschimmel

Schnell wg. Adreßummeldung die Öffnungszeiten des Kreisverwaltungsreferats gegoogelt und auf nachstehende Abteilung gestoßen:

Allgemeine Sicherheitsangelegenheiten: Hunde, Sekten, Prostitution

Ich glaube, ich nehme doch erst mal das Bürgerbüro.

Sneak Preview

Danke allen, die heute mit mir inmitten der Kartons angestoßen haben; sehr schee wars.

Für die, die es heute nicht geschafft haben: ich freue mich schon jetzt auf die Individualtermine!

Playlist oder Alle Jahre wieder

Die Gospelchor meiner Freundin Annette wird jetzt in der Vorweihnachtszeit ständig gebucht. Sie singen auf Weihnachtsmärkten, in Kirchen, in Gemeindehäusern und in der Therme Erding. Der gestrige Auftritt im Nacktbadebereich (der Chor in vollem Wichs, schwarze Anzüge und rote Schals, das Publikum nicht) hat uns dazu animiert, die Auswahl der zu singenden Lieder für mögliche weitere Einsätze in Saunen und Badehäusern zu modifizieren. Statt “I will follow him” und “Rudolf the red-nosed Reindeer” empfehlen wir:

  1. Süßer die Glocken nie klingen
  2. Morgen, Kinder, wird’s was geben (je nach Aktualität des Impfschutzes der Beteiligten)
  3. Kling, Glöckchen, klingelingeling

Als Zugabe kann “Oh Happy Day” bleiben oder, falls sprachliche Konsistenz gewünscht wird, “Laßt uns froh und munter sein”.

Dem Vernehmen nach stehen die FKK-Jünger/innen geduldig in langen Schlangen an, um Förmchen in Teig zu drücken und ihre eigenen maximal 4 (vier!) Ausstecherle im Kreise Gleichgesinnter zu backen. Wenn’s denn der Ankunft des HErrn dient…

Aber ganz im Ernst, es ist an der Zeit: O Heiland, reiß die Himmel auf!

PS: ich weiß jetzt auch nicht, warum mir dieses traditionelle amerikanische Weihnachtslied beim Schreiben dieses blogposts wieder eingefallen ist: http://bit.ly/1TOiQEP

Trittfest

Ich muß zu meinem großen Bedauern feststellen, daß die amerikanischen Einpacker eine furchtbare Kindheit mit schwer traumatischen Erfahrungen in amerikanischen Wäldern gehabt haben müssen und zu Baumhassern herangewachsen sind. Die Mengen Totesholzpackpapier, die die in die Kartons gestopft haben, dürfte große Landstriche als gerodete Wüsten zurückgelassen haben. Und ich hab jetzt den Dreck, will sagen Papierfluten! Und mit Fluten meine ich mindestens Sintfluten. Im Plural.

Einen von vier hauseigenen Papiercontainern habe ich alleine vollgekriegt, dann hat mich das schlechte Gewissen geplagt und seitdem horte ich das Zeug beutelweise auf dem Balkon (ca. ein Drittel der Fläche ist bereits bedeckt). Seit heute stampfe ich lagenweise Papier in riesigen Ikea-Einkaufstaschen flach und flacher und danke Ingvar K. sowie außerdem meinen Genen, daß ich von Anorexie verschont geblieben bin.

Die Idee mit der Flachtreterei kam mir gestern Nacht. Ob Bacchus mir die eingeben hat, weil ich ihn in letzter Zeit mit viel Wein viel geehrt habe? Dann: herzlichen Dank, du guter Gott.

Putzmamsell

Meinen amerikanischen Staubsauger hatte ich wg. Deutschspannungsunverträglichkeit*, komplett mit einem Zweijahresvorrat an Beutel und Filtern, in die treuen Hände meines lieben Nachbarn Sam gegeben (mit dem sicheren Wissen übrigens, daß der ihn mehr nutzen wird, als ich das je getan habe). Der neue war schon ausgesucht, jedoch hatte mein sonst so lieferfreudiger Kumpel Jeff Bezos Nachschubprobleme. Weil aber der Mensch nicht umziehen kann, ohne zwischendrin zu wischen und zu saugen, habe ich mich doch sehr gefreut, als ich in den Untiefen des riesigen Vormieterablösekleiderschranks einen Staubsauger, komplett mit einem Zweijahresvorrat an Beutel und Filtern vorfand, um so mehr, als ein Zettelchen mich wissen lies, dies sei ein kleines Geschenk an die reizende Nachmieterin. Nimm dies, Staub, garstiger!

Wenn das so weitergeht, fange ich demnächst an, an ausgleichende Gerechtigkeit zu glauben.

 

* Was mich geritten hat, anzunehmen, daß Stehlampen den Spannungswechsel leichter wegstecken als ein Staubsauger, verstehe, wer will. Ich habe nun zweien dabei zugesehen, wie sie mit einem kleinen Adapter frisch in die Steckdose eingesteckt erst ein bißchen qualmen und dann mit einem leisen “Puff” ihr Leben aushauchen und sie beide sowie eine dritte vorhin entsorgt. Letztere, ohne sie überhaupt je an deutschem Strom leiden zu lassen.