Neu im Theater “Penelope – Die allerwahrste Wahrheit über Odysseus und seine Frau”

Meine Freundin Gabi Rothmüller hat mit ihrer Tölzer Theatergruppe Lust dieses von Alexander Liegl geschriebene Stück inszeniert, und wo ich jetzt wieder daheim bin, gehe ich wieder auf Premieren und muß nicht warten, bis die DVD kommt.*

Nachfolgend eine kurze Inhaltsangabe (von Autor und Regisseurin):

Die Theatergruppe der Lust ist dieses Mal abgetaucht in die Tiefen der griechischen Mythologie, aufgestiegen zum Olymp aller Geschichten und eingedrungen in die innersten Gedärme der Götter, der Helden und der treuesten aller treuen Frauen. Odysseus, der Listenreiche, ist zwanzig Jahre nicht nach Hause gekommen. Erst dieser Krieg gegen Troja und dann die berühmte Irrfahrt. Penelope, die Ausgeburt der Treue und Duldsamkeit wartet wie wild auf ihn. Und viele Freier warten auch. Auf die nächste Mahlzeit und auf ihre Chance von der Königin von Ithaka endlich erhört zu werden. Doch entgegen der Überlieferung sind nicht alle Freier uninteressant und nicht alle Dienerinnen folgen brav dem Königshaus und der Staatsräson. Aus so einer Situation entstehen Probleme. Tödliche Probleme. Und wenn der Hausherr dann doch wiederkommt, kann Homer auch nicht mehr helfen. Die griechischen Gottheiten sowieso nicht. Und das Publikum muss höllisch aufpassen, denn die Rachegötter strecken schon ihre grausigen Finger nach jeder armen Seele in der alten Madlschule. Ein komisch-dramatisches Spiel mit einem großen, ungespannten Bogen über eine frühe Krise in Griechenland.

Genau so. Ganz genau so. Ich hab sehr viel lachen müssen und vor, mir die Produktion noch einmal anzusehen. Falls wer mitgehen mag: gern. Einfach Bescheid sagen. (Termine: 8. /9. / 15. / 16. / 22. / 23. / 29. / 30. April 2016; 6. / 7.** / 13. / 14. Mai 2016.)

 

* Was sie im übrigen tat, weil Gabi mir zu meiner ganz großen Freude immer die Aufzeichnungen auf DVDs nach San Bruno geschickt hat, wofür ich ihr auf ewig zu Dank verpflichtet bin.

** Am 29. und 30. April und am 6. und  7. Mai kann ich nicht mit; da bin ich verreist.

In eigener Sache

Wie ich höre, liest man manchmal tagelang nichts von mir, um dann auf einmal von einem ganzen Pulk neuer blogposts quasi überrollt zu werden – obwohl ich treulich über einen längeren Zeitraum gedichtet und veröffentlicht habe.

Das habe ich denen bei wordpress erzählt, und die haben mir heute geschrieben, der bug sei gefixed und ab sofort sollten die Einträge wieder zu dem Zeitpunkt erscheinen, an dem ich sie publiziere und nicht erst dann, wenn ein verschlafenes tool mitbekommt, dass da einiges in der queue steht.

Ja dann. Dann ist jetzt wohl hoffentlich alles wieder gut.

Blogpost mit Katzenbild

Ich bin eher nicht der Typ, der über anderer Menschen Unzulänglichkeiten lästert (nein, nein, und nochmal neihein), aber die Konversation, die ich jüngst in der U-Bahn mitgehört habe, hat viel zuviel Anekdotenpotential, als dass sie nicht weitererzählt werden müßte. Und wir anderen Mitreisenden habe alle, den Blick fest gen Boden gerichtet, nicht über die Dame gelacht, sondern mit ihr (ja doch, ja, ganz bestimmt, voll ehrlich).

Also es war so: aus einem mit drei Damen und ihren Einkaufstüten voll besetzten Vierer schmettert der Walkürenritt und nach einem Blick auf ihr Mobiltelefon teilt die eine den anderen mit, ihre Tocher werde sich verspäten, sie habe ihr diesbezüglich eben ein Whiskas geschickt.

Ich find das sehr schön. In your face, WhatsApp!

katzen würden

Fernsehen

Ich habe ja immer noch keinen Fernseher, aber das macht nix, solange die Sendeanstalten nur ihre Mediatheken pflegen. Wenn ich dann auch noch von irgendwoher mitbekomme, was auf dem Programm steht, dann gucke ich auch mal was und bin heilfroh, dass ich streame, weil ich um 20:15 Uhr zur Tatortzeit üblicherweise noch nicht soweit bin.

Letzten Sonntag zum Beispiel. Tatort München “Mia san jetz da wo´s weh tut”, hochgejazzt bis zum Gehtnichtmehr – der Leitmayr und der Batic ermitteln im Milieu. Ich setze mich also gegen kurz nach neun entspannt aufs Soffa und dann zeigt man mir dickstes Balkanpathos und resignierten Bayerngrant, Aggro Grünwald in Pastell im pastellfarbenen Loft, einen Ludenwiener Kottanscher Prägung und seine Posse, einen Amoknerd auf Speed, eine kleine zwei-, dreihundert-Personenfeier im Die-Da-Oben-Anwesen (Villen sind ja sooo Derrick), eine edle Hur’ mit Goethestrassenbettelelendsblick (“help me”-Flüstern statt Schänderschlachten) und ich muß mich recht ärgern über all diese Karikaturen und bin nimmer so entspannt. Man möcht gar kein gutes Haar an diesem Schund lassen. Außer einem. Die Musik, die war gut.

Hätte ich nicht einen Toni, der mich daran erinnert, dass manchmal auch gute Sachen kommen, ich hätte es mit dem Fernsehen erst mal wieder gelassen. Ich habe aber einen Toni, und darum bin ich auf die letzte Folge der “Anstalt” hingewiesen worden und habe gesehen. War das ein Spaß! Allen, die diese Folge noch nicht angeschaut haben, sei sie sehr ans Herz gelegt. Gibts hier: http://bit.ly/1oAYvbu.

Musikantenknochen

Laptop, Notizbuch, Stift, Headset, bis zum Anschlag volle Kaffeetasse, der ganze Kladderadatsch – ich hab immer beide Hände voll, wenn ich mich auf den Weg in ein Nachbarbüro mache, um an einer Telefonkonferenz teilzunehmen. Und dann ist die Tür zu. Und dann drücke ich einfach mit dem Ellenbogen die Klinke runter, die Tür geht auf, ich durch und schließe sie mit einem eleganten Hüftkick wieder. This is nämlich not America.

In den USA haben nämlich alle Türen Drehknäufe. Tür zu bedeutet: entweder so lange dagegen treten, bis irgendwer aufmacht oder Laptop, Notizbuch, Stift, Headset, bis zum Anschlag volle Kaffeetasse, den ganzen Kladderadatsch irgendwohin zurücktragen, wo sie gefahrlos abgestellt werden können, Türe selbst öffnen, Laptop, Notizbuch, Stift, Headset, bis zum Anschlag volle Kaffeetasse, den ganzen Kladderadatsch drin vorsichtig abstellen und nochmal los, die Türe schließen.

Es wußten vielleicht viele nicht, aber das belegt glasklar: Deutsche sind viel größere Ellbogentypen als Amerikaner.

Neulich abends in der Vorstadt

Jüngst habe ich mich mit einem Spezl in Hanni’s und* Joschi’s Hadener Bistrot auf ein Feierabendbier getroffen, aber nur, weil der Googlemops diese Lokalität als die beste Treffschnittstelle für den für beide jeweils am wenigsten umwegigen Heimweg identifiziert hatte. Wir sind nebenberuflich Strenggrammatiker und wenigstens einer Fremdsprache mächtig und damit, wie sich bald herausstellte, nicht direkt Mitglieder der Zielgruppe dieses Etablissements.

Der Abend wurde aber trotzdem ganz nett, nicht zuletzt, weil wir sehr viel Freude an der handgemalten Tagesgerichtespeisekartentafel hatten. Höhepunkt war der vom Küchenchef empfohlene Hauptgang Rip Eye steak mit cole slow, gefolgt vom Desert: Muss au Chocola**.

Glückwunsch. Broken Auswärts, spoken perfect!

* Nein, leider nicht Nanni. Und ja, ich fands auch schade.

** Klingt fast schwäbisch und würde in diesem Falle übersetzt mit: “[Ich] muß auch schon Cola [trinken, weil ich so müde bin].”

Bestgehaßte Werbung

Zur Zeit pflastert Unilever die U-Bahn-Werbeflächen mit dieser mißratenen Denglish-Konstruktion:

körpergeruch

Erstens ärgere ich mich, dass sie’s dann nicht vollends auf Englisch durchgezogen haben (so schwer wäre ein Begriff wie “body odor” nun auch nicht zu entschlüsseln) und zweitens mag ich sowas nicht schon in der viel zu frühen Früh sehen. Drum hätte ich dem jungen Mann heute Morgen beinahe die Abnahme seiner Broschüre mit einer Auswahl von Schweißen (Nacht-, Sport-, übermäßig etc.pp.) und “Anworten zu all deinen Schweiss-bezogenen Fragen” verwehrt.

Aber dann habe ich an den flockblog gedacht, und dass man als gute Kolumnistin für Alltagsschwachsinn auch eine Pflicht seinen Lesern gegenüber hat. Voilà. Thank you for lesing.

Ein Hoch dem Hoch

Gestern war das Hoch ja noch eher so ein Mogelleo.

Heute hingegen, heute habe ich meinen Balkon auf an-einem-Nachmittag-ein-Buch-in-der-Sonne-auslesen getestet und das Resultat war äußerst zufriedenstellend. Hoch, Leo!

(Für den Sommer werde ich mir ziemlich sicher etwas Beschattendes einfallen lassen müssen.)

Dinner is served

Mit knurrendem Magen entfahre ich dem U-Bahnschacht, mein Abendmahl noch recht unentschieden kontemplierend. Beim Gemüsetandler weiß ichs dann: “Ich hätte gerne vom Feldsalat, so zwei gute Handvoll. Und diese Karotte.” Die sieht nämlich schon so aus, als wäre ihr heute Abend zum Raspeln (doch, doch, als Viktualienkennerin sieht frau das einer Möhre an). Als Beilage wähle ich beim Bäck hinten einen Laugenzopf mit ordentlich knusprigen Kürbiskernen drauf und dann heischt beim Türken eine von der Rispe entwischte Reifsttomate so dermaßen nach Würfeln, dass sie auch noch ins Körbchen darf.

Noch schnell Waschen, Schleudern, Reiben, Schnipseln – und die Mozzarellakugerl aus dem Kühlschrank mit in die Schüssel; Säuern, Ölen, Salzen, Pfeffern und schon ist mein Frühlingsmahl bereitet. Und jetzt, wo der blogpost geschrieben ist, gibts Abendessen.