Der Sonne so nah

Als der Vormieter mir vorschwärmte, man habe in dieser Wohnung praktisch den ganzen Tag Tageslicht und ich müsse deshalb zum Schutz vor der starken Sonneneinstrahlung unbedingt die gefütterten Vorhänge übernehmen, da habe ich noch gedacht, “red’ du nur, soo wild wird es auch nicht sein”.

Hob i mi deischt. Es ist hier oben bei zwei weit geöffneten Balkontüren so knackwarm, daß ich jetzt zum Räumen in was Bequemes mit kurzen Ärmeln wechseln mußte. Und das bissel Wäsche, das ich probehalber mal draußen aufgehängt hatte, ist auch schon fast trocken.

Hach!

Alles meins

Meine Matratze. Meine Riesen-schlaf-tief-und-fest-wie-eine-Mumie-Bettdecke. Meine Töpfe und Pfannen und selber kochen. Mit meinem ersten Gast zu Abend essen (und trinken!). Daß aus demselben “Pots and Pans”-Karton auch drei Müslischüsselchen aufgetaucht sind, ist wohl der vorausschauenden Weisheit der amerikanischen Möbelpacker zu verdanken, Teller gibts nämlich bis jetzt nirgends. Aber ich habe ja heute den ganzen Tag, um weiter Schätze aus meinen Kisten zu heben.

Weil Waschmaschina, die Göttin für reine Wäsche, mir gunstvoll gesonnen war, ist ausgerechnet mein Klammerbeutel (!) schon einem Karton entsprungen; Edeka, Schwippcousin des Merkur und Händler für alles, hat mir vorhin Waschmittel verkauft und nun kann ich mich zu meiner ersten Tour in den Bauch des Wohnkolosses aufmachen, zwecks Findung und Nutzung des Waschkellers.

Wieder ein Schrittchen auf dem Weg in die Normalität.

Homeward bound

Im Büro kommt eine Möbellieferung an und die Aufbaumänner stellen fest, daß sie nur linke Tischbeine mitgebracht haben und beordern telefonisch den Azubi, die korrekten rechten Beine “sofortestens” herbeizuschaffen. Befragt, wie lange das wohl dauern werde, heißt es, “bis Mittag wird er wohl kommen”. Sage ich: “Super, denn da wollte ich auch spätestens heimgehen”.

“Heimgehen” sagen und eines haben. Fühlt sich saugut an.

Arbeitsumfeld

Was ich beruflich so mache? Ich habe seit neuestem mit Menschen zu tun, die solche Worte im Munde führen…

Arbeitsumfeld

Merry Christmas from America

Dies schrieb heute die amerikanische Hausverwaltung:

HOLIDAY DECORATIONS: SAFETY & STAYING GREEN

Safety First!

For those tenants who wish to decorate their suites with Holiday trees or wreath, please review the following requirements:

  • All trees must be wrapped in plastic until you arrive to your suite.
  • The use of candles is strictly forbidden.
  • Please do not affix or attach anything to sprinkler heads.
  • Turn off all Holiday tree lights when you leave at the end of each day.
  • Trees and wreaths shall be treated and maintained in a flame-retardant condition, tagged, and certified.  Trees and wreaths shall be maintained so that they will not support combustion.
  • Application of the flame retardant must be done by a certified applicator.  All flame retardant applicators shall be registered with the State Fire Marshall.
  • All Christmas trees shall be kept and maintained in such a manner that the butt or bottom of the trunk is immersed in at least two (2) inches of water at all times.  Immediately prior to such immersion, the trunk shall be cut off at least one (1) inch above the original cut.
  • No combustible materials shall be placed on, under, or within four (4) feet of the maximum horizontal projection of any Christmas tree.
  • No Christmas tree or decorations shall be displayed in such a manner as to impede or encumber any means of egress.
  • No Christmas tree shall be displayed for a period of more than thirty (30) days after the date of the flame-retardant application.
  • Electrical decorations on trees and wreaths shall be UL Listed devices.

 

In kurz: und wenn auch nur ein (1) Lichtlein brennt, dann pennst du Weihnachten im Knast.

God bless America!

Import

Bis dato drei Ameisenleichen ausgepackt. Komischerweise bringt mich der Anblick dazu, mein Häuschen sehr schmerzlich zu vermissen.

Übernommen

Ha! Gerade noch rechtzeitig haben meine fleißige Umzugscrew und ich den Halsabschneidern von der Einlagerungsfirma meinen Hausstand entrissen und ihn kurz ums Ecke gefahren (weil ich weise vorausschauend meinen Krempel in Forstenried untergestellt hatte und da ist es bis Hadern nicht weit) und ausgeladen, wobei meine Schleppmänner böse über die Verpackungsorgien ihrer amerikanischen Kollegen schimpfen mußten. Sie hatten aber auch recht: wir haben Berge von leeren Klebestreifenrollen gefunden und ca. einen Hektar Wald in Einwickelpapier entsorgt.

Bett steht, Sofa, Tisch und Stühle auch, jetzt muß ich bloß noch die Inhalte der Kartons auf Schränke und Regale verteilen… (mei leichteste Übung, ich habe das Gefühl, das mache ich eh ständig). Damit ich in der Küche schnell vorankomme, habe ich mir für Freitagabend einen Gast zum Essen geladen und für Sonntag noch viel mehr.

Angekommen. Gutes Gefühl!

Übergeben

Mahann, das daauuuert vielleicht, bis so eine Wohnung übergeben ist. Vor allem, wenn es der Mietvertrag immer noch nicht bis zum Nachmieter geschafft hat. Dann hat der Hausmeister berechtigte Bedenken, die Schlüssel der fremden Frau zu übergeben, die zwar die Kaution gezahlt hat, aber immer noch keine anderen Belege vorweisen kann (nach dem guten alten “Da-könnte-ja-jeder-kommen-Prinzip”). Er läßt sich aber schließlich doch erweichen, es mag geholfen haben, daß ich der Hausverwaltung gestern Nacht noch eine rechte Brandmail geschickt hatte.

Ich spare mir und euch jetzt die Details 15-seitiger Übergabeprotokolle (für jeden von beiden, Vor- und Nachmieter) und die Details der gemeinsamen Schadensaufnahme (Vormieter: “Ich wars nicht”, Nachmieter: “Ich erst recht nicht”); sowas dauert heutzutage knapp 3 (in Worten: drei) Stunden und dann hat die Nachmieterin endlich die Schlüssel und die Wohnung und es insgesamt etwas satt, was aber auch an ungefrühstückt und Hungerhaben gelegen haben könnte.

Wurscht. Alles gut. Ich kaufe jetzt noch das nötigste an Putzmitteln und -lumpen sowie einen Schrubber und dann überlasse ich die zum Zwecke stiller Beschäftigung sich selbst. Was wird das morgen früh funkeln und blitzen.

Mein bißchen Hausstand

Was hier im Gasthaushalt mit mir eingezogen oder zugekauft worden war, also eigentlich nur Kleidung und Bücher, habe ich eben eingepackt; die Koffer und Taschen ziehen per Privattransport demnächst mit in die neue Wohnung. Worauf ich mich mit am meisten freue? Mal wieder andere Sachen anzuziehen. Ich kann die kleine Auswahl, die sich außentemperaturbedingt noch mehr verdichtet hatte, inzwischen nicht mehr sehen.

Und ich freue mich natürlich aufs Wiederalleinewohnen. Bin gespannt, ab wann ich den Familienanschluß vermissen werde…

Abfent

So, gestern mit dem Gastfamilienkinde Lebkuchen gebacken, heute der Hausfrau dabei zugesehen, wie sie die Zeitung am 1. Lichtlein abfackelt. Von mir aus langt das jetzt mit Weihnachten