Beschwerde

Mann, Evolution! Wie oft denn noch? Wir brauchen Ohrenklappen! Dringend. Hörst du? Ohrenklappen!

Das unterträglich fröhliche Moderatorenpärchen (doch, die kommen nur im Diminutiv vor) bewegte sich heute in einer Möbiusschleife zwischen dem Bejubeln der “Frischheit” der angebotenen Produkte und dem Indiewelttröten unnötiger Trivia, wie zum Beispiel, dass Nationaler Zieh-dein-Haustier-an-Tag sei und man doch einmal nach was “Hübsches für den Hund” stöbern solle. Noch schnell Milch in den Wagen und dann nichts wie raus!

Evolution, ey! Fürs erste würde mir ein irreparabel zerstörtes Einkaufsradio reichen. Und für die armen Menschen, die dort arbeiten, andere Zukunftsperpektiven. Zum Beispiel als ClubMed-Animatoren (mir wurscht, da bin ich nie).

Mit einer Einschränkung: die Jingle-Trillerer sollen auf ewig in der Hölle frieren.

Too big to fail

Wenn es je eines weiteren Beweises gebraucht hätte, dass diese strunzdumme Aussage nicht, nicht und nicht stimmt, dann die gestrigen Nachrichten aus Kalifornien.

Pacific Gas & Electric (PG&E), der dortige Energieversorger und verantwortlich für einen großen Teil der furchtbaren Brände der letzten Jahre, die Gasleitungsexplosion in San Bruno sowie so gut wie alle Stromausfälle, die ich je erlebt habe, wird Konkurs anmelden. In deren Sprech heißt das

pge_regorganizationund zeigt, dass sie bereit sind, alles zu tun. Außer natürlich für ihre Inkompetenz zu zahlen…

God bless America.

Kommt ‘ne Frau zum Arzt

Sagt die Sprechstundenhilfe zu ihr: “Ihr Geburtsdatum kommt einem vor wie der eigene Tod.” Antwortet die Patienten: “Ja, aber für nächste Woche sagt er wieder besser.” Steh ich so daneben und denk mir: “Whaa?”

Endlich mal wieder…

… Schneegestöber!

Von oben und unten, von hinten und vorne, von Osten, Süden, Westen, Norden. Dabei hatte es so schön getaut, dass selbst Vöglein vor Begeisterung zwitscherten.

Winter, ey! Es langt!

Ui. Schau doch…

…Schneeregen und Windböen und der ganze Tag bloß Shades of Grey und kein Funken Licht.

Mein Bedarf an Winter ist eh schon seit letzte Woche gedeckt, des hätt’s doch jetzt echt ned braucht.

Gelesen: Graeme Simsion – “The Rosie Project”

Wer hier öfter liest, weiß, dass ich schon vor geraumer Zeit den Nerd als Helden des 3. Millenniums identifiziert habe. Der anhaltende Erfolg der Sherlock Holmese und Sheldon Coopers dieser Welt scheint meine These zu bestätigen. “Ja, aber…” höre ich die Büchermenschen im Auditorium fragen, “das sind doch Filme. Ach was, das sind Serien. Wer schreibt denn schon über Nerds? Und dann auch noch gut?” Es gibt da schon einiges, Herrschaften (sehr zu empfehlen zum Beispiel die “Last Policeman”-Trilogie von Ben H. Winter (s. https://flockblog.de/?p=22688).

Neulich erst ist mir ein anderes sehr nettes Buch zum Nerd untergekommen. Im “Rosie Project” läßt der Autor seine Hauptperson aus der Ich-Perspektive erzählen. Diese Person ist Professor der Genetik und sein Verhalten irgendwo im weiten Autismus-Spektrum* angesiedelt. Professor Tillman sucht eine Frau. Weil seine bisherigen Versuche von den Probandinnen immer schon während, spätestens aber nach dem ersten Date abgebrochen worden waren, besinnt er sich auf den wissenschaftlichen Ansatz und entwickelt einen 16-seitigen Fragebogen, um die bestmögliche Kandidatin zu ermitteln.

Auftritt Rosie.

Der Rest ist vorhersehbar. Kommt aber so luftig, leicht, unbeschwert und heiter daher, dass das Büchlein, wenn schon zu sonst nichts, zur idealen Lektüre für einen sonnigen Nachmittag im Liegestuhl taugt. Oder man wartet auf die Verfilmung. Das geht auch.

Wann habe ich das letzte Mal Lesestoff empfohlen, bloß, weil er sehr erheiternd ist? Eben.

Lesen!

 

* Simsion hatte ihn wohl in einer früheren Fassung als Software-Entwickler angelegt, davon riet ihm aber sein Lektorat wg. Klischee ab.

Aus der Reihe: Unnötige Feiertage

Es gibt Sachen, da verdränge ich immer, dass sie ein “Ding” sind und ganze Industrien am Leben erhalten. Zum Beispiel Valentinstag. Ist ja auch noch über einen Monat hin.

Ich hätte nicht im Traum an rosafarbene Bonbonnieren gedacht, wenn das Unternehmen, das mir seit Jahren ein Zeitschriften-Abo aufschwatzen will, mir nicht heute sein jüngestes Superschnäppchensonderangebot geschickt hätte. Ich soll doch, strahlt mich der Muskelmann vom Titelblatt mit vielen gefletschten Zähnen an, Muscle and Fitness US abonnieren. Und verspricht mir im Gegenzug “Badass Legs and Boulder Shoulders to impress your Valentine”.

Hamma scho. Brauchma ned. Geht weg!

Klaustrophobie

Es ist Samstagmorgen, weißer Dreck überall und vom Himmel fällt immer noch mehr. Vielleicht bedauert mich ja wer in einem schneefreien Bundesland, wenn ich als Abschiedsformel tippe: “Viele Grüße aus dem Sch…”. Der Autokorrektor will lösen und bietet “Schrank”.

Irgendwie hatter Recht, das beschreibt meine Gefühlslage perfekt.