
Wow, Spon, so schaffst du es ja fast, einem den Scheuerandi sympathisch zu machen…
Fast, wohlgemerkt. Und nun weiter: Be-scheuert, eine ge-scheuert…

Wow, Spon, so schaffst du es ja fast, einem den Scheuerandi sympathisch zu machen…
Fast, wohlgemerkt. Und nun weiter: Be-scheuert, eine ge-scheuert…
Dieser Film sollte an Filmhochschulen gezeigt werden, damit zukünftige Regisseur*innen ganz früh lernen, dass ein erklärungsbedürftiger Titel sowie Schönes in skurillen Färbungen und ein eher groteskes Leitmotiv (huiuiui – ein Brettspiel!) nicht automatisch einen Arthausfilm ergeben.
In diesem speziellen Fall hilft es noch nicht einmal, dass man den wunderbaren Bill Nighy als melancholisch-zynischen alten Mann besetzt. Der Film ist einfach nur laaaannngggweilig. Und ich habe auch nur deswegen bis zum Schluß durchgehalten, weil ich ihn eigentlich mögen wollte. Ging aber nicht.
die Village People (Auswahl).


Es liegt an dir!

Für Neuleser*innen: “Der Stammtisch” ist eine Gruppe sehr biestiger alter Weiber in der Wassergymnastik im Stäblibad, deren liebste Freizeitgestaltung darin besteht, jede Abweichung von der Norm (“Des is fei mei Plotz, gengan’S g’fällixt weg” – und das mitten in einem Schwimmbecken) mit schwerem Mißfallen beobachten und bösen Blicken und lautem Schimpfen ahnden.
Heda, lange helle laue Sommerabende! Ich hab mir in Kalifornien (“um acht ist Nacht”) immer den Mund fusselig geschwärmt. Wie lang ihr seid. Und wie hell. Und wie lau. Das Wort “Wollsocken” kam nie vor. Und dass ich jetzt schon die zweite Nacht in Folge welche tragen muß, weil ich vor lauter Eisfüßen nicht einschlafen kann, erst recht nicht.
Das wollen wir ganz zügig wieder ändern. Gell?
Mein Bäcker backt… ah, packt sein bayerisches Heimatbrot in eine bayerische Heimattüte von der mir die Konterfeis der Herren Bezzel und Schwarz entgegengrinsen, weil demnächst noch ein bayerischer Heimatroman der höchstwahrscheinlich bayerischen Frau Falk in die Lichtspielhäuser kommt.
Es ist wirklich nicht zum Aushalten, zefix! Jetzt muß aber dann bald einmal wirklich genug sein mit dem bayerische Spezialitäten durchnudeln, gnä Frau!
Entweder ist frau als Bewerber*in zu alt. Oder noch nicht alt genug.

Dem Autor, dessen Nachnamen sein Verleger binnen zwei Seiten in den Schreibweisen Czajkowski und Tchaikovsky variiert, ist mit seinem Science Fiction-Erstling ein ganz großer Wurf gelungen, der sehr verdient mit dem Arthur C. Clarke Award ausgezeichnet wurde. (Letztes Jahr unter dem Titel “Die Kinder der Zeit” auf Deutsch erschienen.)
Die Vorgaben sind bekannt. Der Heimatplanet der Menschheit ist kaputt. Ungezügeltes Wachstum und grausame Waffen grausamer Kriege haben die Erde ruiniert und nun suchen die letzten Menschen mit ihrem Raumschiff irgendwo weit draußen im Weltenall neuen Lebensraum. Was aber dann geschieht ist so neu und einzigartig, dass ich gar nicht mehr darüber erzählen, sondern nur empfehlen will: Lesen! Lesen! Lesen!
Normalerweise gehen wir bei der Auswahl des Kulturprogramms streng arbeitsteilig vor: Theater mache ich, für Konzerte ist der Musikbeauftragte zuständig. Aber gestern…, gestern habe ich ausgesucht. Und was habe ich für ein feines Konzert gewählt.
Etienne Charles (Trompete, Congas) und seine sagenhaft guten Mitmusiker – Saxophonist “The Godfather” Godwin Louis (ein lässig die Zweizentnerlatte reißender Riese mit einem goldenen Uhrarmband in der Breite einer Dorfstraße am einen und Holzperlen- und Muschelschnüre bis fast zum Ellenbogen am anderen Arm), Pianist Jeremy Dumont (ein bis dato unbekannter Zwilling von Léon, dem Profi), Bassist “Cool wie eine Gurke*” Or Bareket und Klassenkasperhampelmann Harvel Nakundi an den Drums – hauen dem Publikum den Sound karibischer Inseln, gepaart mit Klängen aus den Louisiana Swamps sowie allem, was sie über Jazz wissen, um die Ohren. Ganz sehr wunderschön!
Ich habe noch nie zuvor bei einem Konzert in der Unterfahrt Bilder gemacht, aber ich hoffe, dieses transportiert die Stimmung wenigstens ein kleines bißchen.

* “melafefon” eben, mein Gesamtwortschatz in Hebräisch.