Es kann nur einen geben

Dem einen oder der anderen treuen Leser*in mag aufgefallen sein, dass der flockblog seit heute ganz anders aussieht. Das hat seine Richtigkeit und liegt daran, dass der flockblog nicht mehr im Design Kubrick daherkommt, sondern seit allerneuestem in Phlox (bei dem Namen kann frau doch gar nicht widerstehen). Mir wurde nämlich jüngt mitgeteilt, dass “die Unterstützung der PHP-Versionen 4 und 5 eingestellt wird!” und ich mich gefälligst sofort kümmern soll.

Habe ich auch umgehend getan und den Auslandskorrespondenten und “größten Flockadmin aller Zeiten”* eingeschaltet. Der hat nun tagelang gewerkelt und upgedatet und gewurschtelt und nebenher festgestellt, dass WordPress das alte “Theme” gar nicht mehr unterstützen mag. Mein lumpiger Beitrag zu den Reparaturarbeiten war bis dato die Auswahl des neuen Designs. Und das weitere Befüllen mit Inhalten, latürnich.

Ich sollte mich noch mit ein paar Lay-out-Kinderkrankheiten beschäftigen, aber ihr werdet bald sehen: so schön war der flockblog noch nie!

@Toni, The Inglorious Flockblog Admin: Stimmt, du bist der Beste! Danke!

* Sagt er.

Zeichen und Wunder

Hätte ich auch nie für möglich gehalten, dass ich einer Bento-Überschrift einmal uneingeschränkt zustimmen kann. Da schau.

Bloß eins noch, Bento. Ich glaub, ich kann das ganz alleine. Nimm deine Griffel weg.

πάντα ῥεῖ

Man möchte gar nicht glauben, wie oft man am Tag den Wasserhahn aufdreht. Nur um festzustellen, dass es aus der Leitung zwar immer noch stöhnt wie aus einem Feldlazarett, die tröpfelnde Wassermenge sich aber weiterhin unterhalb des Teelöffelmeßbereichs bewegt.

In den Gängen und Aufzügen der Wohnanstalt trifft man auf unbestätigten Tratsch (“Sie (wer auch immer “sie” sein mögen) wollen um XX:00 Uhr das Wasser für eine Stunde oder auch nur für eine halbe wieder aufdrehen”) sowie weltkriegs- oder immerhin nachkriegserfahrene ältere Damen mit Wannen, Kübeln und Eimern in ihren Einkaufswagerln auf Forschungsreisen zur Waschküche / dem Hausmeisterkeller oder andere obskure streng geheimgehaltene Quellen. (Ein unter der Hand weitergereichter Hinweis ist der Blumenladen gegenüber.)

Ich habe für mich beschlossen, dass vor der Reise eine Katzenwäsche mit Mineralwasser reichen muß und ich nach meiner Rückkehr weitersehe. Als dann aber freitags nach 21:00 Uhr doch, wenn auch seltsam gurgelnd, Wasser aus dem Hahn kommt (wie gesagt, man weiß gar nicht, wie oft am Tag…), und nach 10 Minuten immer noch, ändere ich meine Pläne. Erst mal Klo spülen, dann Sabine duschen und Haare waschen und als danach das Wasser immer noch läuft, die Spülmaschine anstellen. Mei, ist das schön.

Besten Dank den Rettern von den Stadtwerken!

Wasser ist zum Waschen da

Und zum Zähneputzen, Kaffee kochen, Geschirr spülen – auch Duschen wäre bei dem Wetter nicht schlecht. Oder halt das alles auch nicht.

Und warum? Weil irgendein Dimpfl in der Nachbarschaft beim Häuslebauen mal schnell die zentrale Wasserversorgung für mehrere große Wohnanlagen inklusive des gesamten Augustinumkomplexes kaputtgemacht hat. Vorgestern schon, aber da hatte ich die dünnen schnell versickernden Rinnsale aus den Wasserhähnen noch der mangelnden Kommunikationsfähigkeit der Hausverwaltung unterstellt. (Die stellen gerne mal das Wasser ab und wenn der Kollege, der für die Aushänge zuständig zeichnet, mal da ist, sagen sie einem das vorher. Sonst merkt mans ja selber… )

Gestern war ich früh aus dem Haus und erst zu einer Zeit zurück, in der sich niemand mehr für meinen diesbezüglichen Anruf interessiert hätte. Heute früh floß wieder Wasser, also gabs nach dem Zähneputzen Kaffee. Das hat mich so lange befriedet, dass ich erst nach dem Einkaufen, als die Leitungen wieder nur noch lahm stöhnten, daran dachte, die Hausverwaltung zu kontaktieren. Meine Hausverwaltung ist ein großartiger Arbeitgeber und die Mitarbeiter im Mieterservice haben ein tolles Arbeitszeitmodell und dürfen freitags schon um 11:00 Uhr nach Hause. Mieter haben bis Montagfrüh um 09:00 Uhr einfach keine Anliegen mehr zu haben. Und wer braucht schon Wasser?

Also habe ich die Stadtwerke angerufen, die offensichtlich heute Vormittag erfuhren, was da los ist, einen Trupp ausrücken ließen und jetzt mit Hochdruck (höhö) daran arbeiten, dass hier an Pfingsten Wasser fließt.

Ich kenne meine Black-out-Szenarios und habe inzwischen sicherheitshalber eine Kiste Mineralwasser besorgt. Reicht vorerst. Außerdem fahre ich übers lange Wochenende fort. Und da gibt es eine Dusche! Hah!

Für Konstantin W.

Es hatte sich schon am sehr frühen Morgen abgezeichnet, dass heute so ein saudummer Tag werden würde. War dann auch genau wie vorhergesehen.

Am Abend schließlich stand ein alter Mann vor der Eisdiele auf der Straße und löffelte genüßlich ein Gläschen Senf. Das hätts aber eigentlich gar nicht mehr gebraucht.

Angekommen

München und ich… ach Quatsch. München hat das noch nicht einmal mitbekommen. Also anders: ich habe mit München sehr lange sehr gerungen. Ich wußte wirklich nicht, ob ich gerne wo sein will, wo FJS König ist (das war damals noch so), die Menschen grob sind (und das dann als “die bayerische Art” definieren; Zitat Max Streibl), seltsam sprechen, aber Anderssprachige wegen ihres Dialektes ausgelacht werden* und Getränke nur in Riesenkübeln auftreten (die, das habe ich damals zum ersten Mal mit sehr sehr großen Augen im Hirschgarten gesehen, mit Klobürsten (!) gereinigt werden). Nein, so richtig glücklich war ich in meinen Anfangsjahren hier nicht.

Dann kam dies und das und jede Menge Leben dazwischen und wir haben uns, vielmehr ich habe mich, arrangiert (München war das immer noch von Herzen wurscht). Dass München meine Heimat geworden war, habe ich erst gemerkt, als ich in die weite Welt hinausging und gar manches Mal an schwerem Weh litt.

Dann kam ich aus der Fremde zurück. Heim. Dass ich wirklich ein Kind dieser Stadt geworden bin, habe ich heute gemerkt. Wer, wenn nicht eine echte Münchnerin, verabredet sich schon wochentags am Vormittag ummara oilfe am Fischbrunnen, ist dann leicht irritiert von den smartphonebewehrten Menschenmassen, die den Blick nach oben richten, kommt nach einer Weile drauf, dass die ja nur wg. Glockenspiels da sind, und den Platz auf dem Weg zur nächsten Touristenattraktion wieder freiräumen werden, sobald der Gockel hupt.

Dass ich das derweil ganz entspannt unter den Pflanzkübelpalmen in der Sonne sitzend abwarten und dieses aufgeregte G’schwerl dodal ignorieren kann, bedeutet, dass die Liberalitas Bavariae nunmehr über mich gekommen sein muß und wir miteinander, also ich mit München, versöhnt bin. (Der Stadt ist das immer noch wurscht.)

* Haltet ihr mal euer erstes Referat zum Thema Lyrik im Barock im Proseminar Germanistik und wartet, bis das grausame Gelächter wieder verstummt, nachdem ihr den Vortrag mit dem berühmten Gryphius-Zitat “Es ischt alles ganz eitel” eröffnet habt. Ein Trauma, an dem ich noch heute trage.