… beschreibt sich selbst als “sehr gestreut”. Das hätte mit einer anderen Vorsilbe böse daneben gehen können.
Aus dem Vokabelheft
Der Hunsrückerer und auch die Hunsrückerin führen manchmal Worte im Munde, die ich noch nie zuvor gehört habe. So beglückwünschte mich heute eine Kollegin “Wat jut, datte letzte Woch’ ned hier wars. Die waren da fürleischt enne Ujum am machen.” (Die Verlaufsform bringen die mindestens in jedem zweiten Satz unter, wenn irgend möglich aber auch öfter.)
Ujum? Ujum bedeutet Gedöns, Geschiß, Trara, Bohei und wurde sofort in meinen Wortschatz adopiert.
Ach, wer da dabeisein dürfte

Betlinde03x
… schreibt: Ich bin ein Mädchen mit schmollenden Lippen und Muschi. Das Ist intereressant. Ruf mich.
Betlinde03x scheint sauer auf ihre Katze zu sein. Warum in aller Welt sollte ich mich das intereressieren?
Ich frag ja nur
Während wir gestern Abend noch bei der Prä-Konzert-Zigarette im Torbogen vor der Unterfahrt stehen, werden wir von mehreren dem Anschein nach sehr und zunehmend verwirrteren Menschen angesprochen, die den Ort ihrer Veranstaltung suchen. Erst das fünfte oder sechste Grüppchen erwähnt, dass sie im “Escape Room” verabredet seien. Ah, der ist im Vorderhaus, da mußt ihr da vorne rechts.
Während wir zu Ende rauchen, überlegen wir: wäre es nicht besser, die Location für diese Gäste in “Invade Room” umzubenennen?
Heavy Jazz?
Im Publikum eines Jazzkonzertes sind schon mal öfter seltsame Vögel unterwegs. Aber ein Anzugträger mit Krawatte und hochglanzpoliertem Schuhwerk, der zu Bepob wild headbanged: das war dann doch ganz neu.
Gestern in der Unterfahrt: Claus Raible Trio
Man lasse mich einleiten mit der Anmerkung, dass die Rolling Stones so recht haben: What a drag it is getting older. Was Jagger & Co. dabei nicht berücksichtigen: es gibt für jedes Jahr, das man geschafft hat, zur Belohnung (oder zum Trost, das ist Ansichtssache) Geschenke und deswegen bin ich gestern Abend in den Genuß von Claus Raible, seinem großartigen Drummer Gregory Hutchinson und dem wunderbar zurückhaltenden und nicht minder guten Bassisten Giorgos Antoniou und in der Begleitung des Schenkenden (ist denn die eigene Zeit nicht das wertvollste Geschenk…? s. hierzu Ratgeberhefterl sowie einschlägige Frauenzeitschriften) in der aus allen Nähten platzenden Unterfahrt gekommen.
Triple Hach!
Claus Raible wird seinem (von mir verliehenen) Titel “Seine Arroganz” immer noch absolut gerecht. Ich kenne niemanden außer ihm, der seine Mitmusiker stehend und sich dabei selbst einhändig am Klavier begleitend mit einem wölfischen (oder sagen wir mal: wölfisch gemeinten) Grinsen vorstellt, seine Eigenkompositionen ohne ein Fünkchen falscher Bescheidenheit in eine Reihe mit denen von Thelonious Monk hebt, aber halt auch so gut ist, dass man ihm das nachsehen muss.
Wer nicht dabei war, hat was verpaßt und sollte beim nächsten Mal mitkommen.
Vorhin in der Unterfahrt
Ich konnte meinen Blick kaum von dem Buben im Publikum wenden, der zwar vor Müdigkeit ab der Hälfte des Konzerts (dazu mehr später) beinahe vom Stuhl fiel, aber bei der Musik mitgegangen ist, wie ich das bei einem so jungen Kind (ist gerade mal 12, wirkt aber jünger) noch nie erlebt habe.
Bin mit dem Vater ins Gespräch gekommen, der mir diesen Beitrag empfahl. Empfehle ich hiermit weiter: http://bit.ly/381p1Cy (ca. ab Minute 23).
CABYV*
Wer mich kennt, weiß, dass die Beziehung zwischen Gurken und mir kompliziert ist. Sie sind gemein zu mir. Ich meide sie, wo es nur geht. Das geht sogar soweit, dass ich die Vokabel für dieses Gemüse in den Sprachen meiner Reiseländer erlerne, damit ich sie sicher von meinen Mahlzeiten fernhalten kann.
Wer hätte gedacht, dass es auch unter den Viren wenig gurkenaffine gibt? Wobei das *Cucurbit aphid-borne yellows virus der Trump unter den Viren zu sein scheint. Es lernt keine Fremdsprache, sondern greift in guter alter Agent-Orange-Tradition an. Daraufhin verkümmern die Blätter der Gurkenpflanze, worauf diese die Blüten abwirft. Ohne Blüten keine Bienen. Ohne Blüten und Bienen keine Gurken. Mission accomplished. CABYV for President!
Der Süddeutschen war die beginnende Gurkenkrise immerhin einen Beitrag auf der Titelseite der Wochenendausgabe wert. Da wollte ich nicht nachstehen.
Alles eine Frage der Betonung
“Fremdekel” habe sie befallen, entnehme ich dem Artikel einer Bento-Autorin. Mein noch schlaftrunkenes Hirn betont das Wort auf der zweiten Silbe (so wie in “Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter”) und ich komme erst viel später und im Kontext darauf, dass sie wohl eine Dame ist, der auch Fremdscham nicht fremd ist.
Mit dergleichen Begriffen fremdele ich ja eher.