Allmächtig

Jesus ging offensichtlich nicht nur über Wasser, sondern war auch ein Taucher. Hier das neueste Machwerk aus der Werkstatt der Kinderindoktrinatoren.

Plot: After meeting Jesus during one of his adventures in the Sea of Galilee, Lukas and his friend Noah the turtle, share the wonderful stories of Jesus and other Heroes of the Bible with Lukas’ friends from the reef: Ana, Paul, Agnes and Peter. Discover how these stories full of music and fun changed the lives of Lukas and his friends, and how they can change yours.

Samstagfrüh, 09:00 Uhr

Es ist zwar noch eine Stunde zu früh für Knoppers, dafür bin ich aber schon vom Lebensmitteleinkaufen zurück und habe alles bekommen, was auf meinem Einkaufszettel stand. Großes Lob und vielen herzlichen Dank an die Mitarbeiter*innen des Supermarkts bei mir ums Eck. Fürs Auffüllen und Kassieren und Freundlichsein, auch wenn manche Kund*innen es wirklich nicht verdient hätten. Außer Mehl und Klopapier ist wieder alles mehr als reichlich vorhanden. Sogar Hefe.

Auch die furchtbar fröhlichen Moderatoren vom Einkaufsradio trällern reichlich Triviales wie eh und je, gemischt mit ein paar neuen Botschaften. Man möge Abstand voneinander halten (nehmt das, ihr Darf-ich-da-mal-schnell-durch-Drängler), vielleicht auch mal für andere, die nicht mehr so leicht rauskönnen, einkaufen. Und für den Fall, dass man eventuell möglicherweise in der letzten Woche ein wenig zu viel in den Wagen geladen habe, wäre es vielleicht eine Superidee, davon abzugeben. Bevor am End was verdirbt oder man sich an Nudeln überfrißt. Es gibt überdurchschnittlich viel Süßkram im Angebot und fast jede/r nimmt noch ein Schokolädchen extra mit. Für die Seele. Die Kassenfrau, nun hinter Plastikvorhängen, fragt, Mundschutz hin, Handschuhe her, wie immer, ob man denn eine Payback-Karte habe und/oder Rabattmarken wolle. Faszinierend, wie schnell sich Normalität ins Surreale umkehrt.

Die Menschen, die hier so unterwegs sind, sind in Summe erfreulich diszipliniert und gehen freundlich und höflich miteinander um. Man wartet draußen vor der Bäckerei (“nur zwei Kunden im Laden, bitte”), keiner drängelt. Im Gegenteil, vorhin fragte mich tatsächlich einer, ob ich nicht vor ihm dagewesen sei. Weil ich das auch nicht so genau wußte, haben wir das Problem mit Schnick-Schnack-Schnuck gelöst.

Selbst der Lottomann hat wieder auf, “nur vormittags, woaßt. Es geht do ned um’s Einkaufserlebnis, sondern, weil d’Leit mi braucha”. Da hat er recht und ich habe ihm gleich eine schöne dicke Wochenend-Süddeutsche abgekauft, für heute Nachmittag, auf dem Balkon. Weil, unter der Woche reicht mir die Online-Ausgabe lässig, aber am Wochenende brauch ich eine Zeitung mit Haptik und Rascheln.

Fürs erste bin ich mit Essen gut versorgt. Schauen wir mal, wie das mit Ausgangseinschränkungen und Social Distancing und den Effekten aufs Gemüt weitergeht. Noch hilft Schokolade. Und viel Telefonieren.

Nur mal angenommen

  • es gäbe bald flächendeckende Antikörpertests
  • das Testergebnis wäre positiv

Wie wiese man den bestandenen Test fälschungssicher nach? Wäre womöglich ein Tattoo eine Option? Wenn ja

  • Wäre der Äskulapstab akzeptabel?
  • Wo am Menschen stäche man es?
  • Gibt es eigentlich Tattoos mit Wasserzeichen?

(Frage für einen Freund.)

Äskulapstab Icon - Laden Sie PNG und Vector kostenlos herunter

Gutes Omen

Im Klamottenladen in meiner Straße brennt Licht und eine Dame steht am Verkaufstresen. Der Tenor derer, die sich diesen Umstand hin- und her (mit einem Abstand von mindestens zwei Metern) zurufen, scheint klar. “Wenn die wieder aufhaben, ist das Schlimmste überstanden.”

Wer sich irgendwie vorfreudig bis zur Ladentür wagt, kann den dort angeschlagenen kleinen handgeschriebenen Zettel lesen, auf dem steht, dass die Verkäuferin heute bloß gekommen ist, damit die geneigte Kundschaft ihre Internetbestellungen abholen kann.

Corona-Schnipsel

# Je älter der Mensch, desto Corinna das Virus.

# Gerade beim Heimkommen um kurz vor 18:00 Uhr den Postboten mit einem immer noch bis über alle Packtaschen und -kisten übervollen schweren Lastenradl getroffen. Mir instantan vorgenommen, von Online-Bestellungen bis auf weiteres abzusehen.

# Schatzkästlein: https://www.sueddeutsche.de/kultur/kultur-online-digital-virtuell-corona-1.4846955
Werde meine nächsten Abende mehrheitlich in der Schaubühne verbringen. Natürlich erst, nachdem Patrick Stewart mir ein Shakespeare-Sonnett vorgelesen haben wird.

# Das erste Opfer des Virus in meinem engen Umkreis wird mein Mobiltelefon sein. Unter 2 x täglich Akku aufladen geht grad nix.

# Wenn wir jetzt alle wegen mangelnder Bewegung und viel Trostessen schön prall und kugelrund werden – ist es dann nicht endlich an der Zeit für ein anderes Schönheitsideal als klapperdürr?

# President Trump has hit his highest approval rating since becoming president – 47%, according to an average of the polls. Die spinnen, die Amis.

# Ist Misanthropie derzeit nicht eigentlich die menschenfreundlichste Eigenschaft, die eine/r nur haben kann?

Anachronistische Gegenstände

Weil es zu umständlich war, sie jedes Mal nach einem Hunsrück-Aufenthalt in den Keller zu verräumen, stehen in meinem Schlafzimmer ein größerer und ein kleiner Koffer.

Hahaha. “Koffer”. So wie in “Sachen einpacken und verreisen”. Hahaha.

Da staunt der Virologe

Wenn ich das recht sehe, kann man sich seine Infektion jetzt auch direkt bei Amazon bestellen. Und bei Nichtgefallen sogar zurückgeben.

Zeig mir deins, dann zeig ich dir meins

Vorhin bin ich zu einer Tauschbörse eingeladen worden. Getauscht werden Gedichte, kurze Texte, Meditationen. Wurscht. Geschriebenes, das man gerne mit anderen teilen möchte.

So eine schöne Idee! Falls jemand die Inspiration für andere Täusche nutzen möchte, hier der Originaltext:

Dear Friends,
We’re starting a collective, constructive, and hopefully uplifting exchange. It’s a one-time thing and we hope you will participate. We have picked those we think would be willing and make it fun.
Please send a poem to the person whose name is in position 1 below (even if you don’t know them), with the email subject Poem Exchange.
It should be a favourite text/verse/meditation that has affected you in difficult times. Or not. Don’t agonise over it. If you’d like to send a poem in your own language and provide a translation, please do so!

  1. e-mail-Adresse 1
  2. e-mail-Adresse 2

After you’ve sent the short poem/verse/quote/etc. to the person in position 1, and only that person, copy this letter into a new email.
Move my name to position 1, and put your name in position 2. Only my name and your name should show in the new email. Send it to 20ish friends BCC (blind copy). 
Seldom does anyone drop out because we all need new pleasures. The turnaround is fast, as there are only two names on the list, and you only have to do it once.
Thanks for considering this! Enjoy!

Weg damit!

Der Gebrauchtbuchhändler meines Vertrauens glaubt, dass ich nichts besseres zu tun hätte, als jetzt auf- und auszuräumen. Das stimmt vielleicht sogar, bloß, ich komme gar nicht dazu. Mein Leben verläuft noch weitestgehend normal: ich stehe gefühlt viel zu früh auf, fahre zur Arbeit in mein Einzelbüro und mache immer später Feierabend, als ich eigentlich gewöllt hätte. Das erzähle ich auch alles nur, um den Betreff seiner diesbezüglichen e-mail zu zeigen, die offensichtlich von Mitarbeiterjedi Yoda gestaltet wurde.

Auch neu

Wenn man sich auf einmal darüber freuen kann, dass im Vergleich der Länderzahlen das eigene auf die hinteren Plätze fällt.