verhieß gerade die Bannerwerbung an einem Gebäude im Red Light District. Toni hat mir versichert, dass es sich dabei ganz bestimmt um Wohnraum handelt.
The Offspring
… habe ich jetzt erst entdeckt (wahrscheinlich wieder Lichtjahre später als jeder andere) und einen Höllenspaß an “Hit ’em right between the eyes” http://www.youtube.com/watch?v=xKEuBl-krWc (man beachte die Rechtschreibung sowie die St*rnchen…)
Heute war in der Mall (die Jungs sind hier aus der Gegend) ein Live-Konzert: Riesenstimmung!
PS: lasse jetzt gerade bei youtube die dritte playlist laufen – ich kenne die Titel irgendwie alle, aber der Name der Band hat mich wirklich heute erst angesprungen… Kein Wunder, dass die mir gefallen, wer solche Preise bekommt: “Im Herbst desselben Jahres stieg The Offspring in die internationale Spitze der Highland-Countrybands auf, beim großen Festival der Rocky Mountains, das sie schließlich für sich entscheiden konnten und dafür mit dem „Golden Woodshrat“ belohnt wurden.”
Ich kann das, außer aus dieser einen Quelle, nicht belegen. Macht aber nix, dann ist es saugut erfunden.
Christmas Shopping
Ein herrlicher Spätsommertag in der Bay Area. Ja, ich weiß, dass fast schon November ist, also lasst mich nochmal anfangen: Es ist ein herrlicher Spätsommertag in der Bay Area, so ein Tag, wo man noch mal an den Strand gehen könnte, oder im Garten werkeln, oder nach Gilroy fahren, Weihnachtseinkäufe machen, weil nächste Woche ein Bekannter in der Gegend ist, der die Sachen mitnehmen, und zur rechten Zeit dem Versand durch die deutsche Post anvertrauen könnte.
Also, auf nach Süden, die Füße hochgelegt (links wg. Automatik und rechts wg. Tempomat) über den wochenendlich stauarmen Highway 101, an wieder ergrünenden (das Unwetter neulich) Hügeln vorbei und eine Stunde später mit ein paar anderen Frühaufstehern den fast leeren Parkplatz der Outlet-Mall geteilt. Bei Starbucks den Startkaffee geholt und dann durch menschenleere Geschäfte gestreunt, hier und da gefunden, was ich suchte und auch was nicht, die Freundschaft zwischen Eddie und mir gefestigt und bei Timberland in der Junior-Abteilung (die waren wohl über meine Junior-Ranger-Ambitionen informiert) passten die Stiefel – alles sehr erfolgreich und erfreulich zügig vonstatten gegangen. Am frühen Nachmittag war ich schon wieder auf dem Heimweg und hatte, wenn auch nicht Strand, doch noch eine ganze Weile Lesezeit im Garten.
In der Mall bereitet man sich schon intensiv auf den Black Friday vor (das ist der Amerika-Power-Shopping-Tag nach Thanksgiving http://en.wikipedia.org/wiki/Black_Friday_%28shopping%29); fast in jedem Laden, in dem ich heute etwas kaufte, habe ich Coupons bekommen, die nur an diesem Tag gültig sind und unglaubliche Schnäppchen versprechen – ich bin wohl noch nicht ganz amerikanisiert: den einzigen Coupon, den ich dabeihatte, habe ich vergessen einzulösen.
Eben mitgehört
“I didn’t say it was your fault. I said I was going to blame you.”
Merke ich mir.
Ällabätsch!
Da sitzt sie nun seit Stunden gut vorbereitet und unauffällig unter dem Pick-up Truck vor der Haustür – und ich habe diese Woche kaum geschmutzt und stelle deshalb die Mülltonnen nicht ‘raus.
Dumm gelaufen, Kitty.
Allerheiligen
Aus Nachbars Vorgartenrasen ragen die Hände von Untoten, gegenüber klappert ein mannsgroßes Skelett im Wind, bei Taco Bell (einer nationsweiten Tex-Mex-Schnell-Fress-Kette) werden Black Tacos angepriesen, Spinnennetze werden nicht wie sonst weggefegt, sondern kunstvoll auf Veranden drapiert, M&Ms gibts in den saisonalen Farben schwarz, orange und dunkellila, das Pumpkin-Festival in Half Moon Bay steht in Haus (in den Megastau sind wir letztes Jahr versehentlich geraten), das Luftfahrtmuseum wirbt mit großen Plakaten für Hexen, die aus Hubschraubern mit Pumpkins werfen (http://www.hiller.org/halloween.shtml) und vor jedem Haus steht mindestens ein Kürbis. (Ich rege hiermit zum wiederholten Male eine Namensänderung an: ein Kürb, Plural: die Kürben.) 
Halloween ist nahe.
Lasst mich die bisher hübschesten Auswüchse berichten:
- Alle Schaufenster sind mit vielen Kürben, schwarzen Kerzen, Geistern etc. dekoriert. Auch das des Körperersatzteilherstellers – hat was, wenn auf so einer Knieprothese ein Geistlein in der Größe eines zerknüllten Papiertaschentuches sitzt und “Hu Hu” macht
- Beim Thai gleich nebenan baumelt neben dem ganzjährig angebrachten “Healthy and Happy Food”-Schild ein etwas schräg am Halse aufgehängtes ca. ellenlanges Skelettele
- Wem knapp bei Kasse ist, wird geholfen, alles nötige gibt es auch aus 2. Hand “With Halloween just around the corner, the city will be filled with ghosts, goblins, and monsters galore… not to mention a lot of really drunk people sporting some pretty zany and outlandish getups! If you’re a little short on coin, buckle down and wig out with this thrift-alicious Weekly Yelp.”
- Da steht auch die San Brunoer Heilsarmee nicht zurück, gleich zwei Regale voller “Seasonal Goods” (dort habe ich meine kürbengroße Kürbkerze fürs Küchenfenster gekauft – wird jeden Abend konsequent angezündet). Der Kürben- und Geisterlichterkette habe ich widerstanden – bei mir ist das richtiges Feuer.
- Das Internet schmeißt einen tot mit Rezepten und Partytips, so zB hier: http://www.halloweentreats.com/

- Morgens im Radio brüllt immer einer mit Monsterstimme “THEY ARISE” – weiß ich doch, hab ich doch auch eben getan
- Sehr hübsch auch die stark beworbene Mega-Spook-Party im Cow Palace, wo als Hauptpreis für das gruseligste und sexieste (interessante Kombinaton, finde ich) Kostüm ein ca. 10×10 cm großes farbiges Tattoo ausgelobt ist, welches gleich sofort an Ort und Stelle gestochen wird
- Alle Gemeinden entlang des Camino Real bieten Kinderfeste und Haunted Houses und dergleichen an, dazu gehört, dass die von den Kindern gesammelten Süßigkeiten sicherheitsüberprüft werden. (Eigentlich möchte ich mir das gerne ansehen: ob es wohl einen Vorkoster gibt, der einmal in alles beißt und es dann für kindstauglich befindet oder eben nicht? Oder ein großes Durchleuchtegerät, das aufheult oder piept?)
Letztes Jahr habe ich die Vorbereitungen für die Erwachsenenparties nicht so sehr mitbekommen. Von dem, was ich dieses Jahr im Vorfeld erlebe, scheint es sich mal wieder um einen gesellschaftlich sanktionierten Exzess zu handeln, mit viel Alkohol und Verruchtsein – diese scheinheiligen Puritaner haben dem armen Land wirklich ein schweres Erbe hinterlassen. Das wird wahrscheinlich wie rheinischer Karneval und Oktoberfest zusammen, “oans zwoa g’suffa, mei Funkenmariesche” (mit neuem Tattoo) – und dabei ganz mutig kein schlechtes Gewissen haben.
Leider muss ich auf “mein Halloween” noch eine ganze Woche warten. @JR: wer früh genug dran ist, bekommt Karten fürs Winchester House. Es wird sicher ganz amerikanisch-furchtbar werden, ich freue mich schon sehr drauf…
Mit dem Zug zur Arbeit
War sterbenslangweilig. Alles hat geklappt.
Das kleine Katzenbiest (es ist mal wieder Donnerstag) hat heute früh schon vor der Haustür auf mich gewartet und mich über den Trampelpfad zum Bahnhof begleitet, wahrscheinlich meint sie, wir hätten heute wieder Spieleabend.
Die Bombe in Milbrae hat sich als vergessene Einkaufstasche voll Klopapier entpuppt, wurde von der San Mateo County bomb squad unter Wasser gesetzt und dann vernichtet.
http://mobile.sfist.com/2009/10/21/bomb_threat_in_millbrae.php Und endlich mal wieder ein Verschwörungstheoretiker: “Call me slightly paranoid, but the best way for terrorists to measure response times and take notes on procedure of first responders is to place dummy packages like this then stand back and watch. In the past few months “dummy” packages have been found all around the country (Boston, Providence, NYC, SF and now Millbrae). I’m beginning to think these are not coincidence. RobInSF at 3:59AM on 10/22/09″
Ja, mach nur einen Plan…
Meiner für heute Abend war ganz einfach: ich nehme den 6:11 Northbound Caltrain von der California Station in Palo Alto, steige in Redwood City um in den 6:34 (ja, umsteigen – eine direkte Verbindung gibt es nur außerhalb der Stoßzeiten, das verstehe, wer will) und komme um 07:01 in San Bruno an.
Teil 1: vorbildlich. Teil 2: perfekt (umsteigen bedeutet, dass man am selben Bahnsteig auf den etwas später eintreffenden Zug wartet). Ich krame also meine Testfragen für die Führerscheinprüfung (das ist ein anderes Kapitel, erzähle ich später) heraus und will die nächste halbe Stunde zum Lernen nützen. Der Zug verläßt gerade den 2. von insgesamt 8 anzufahrenden Bahnhöfen, das kommt eine Durchsage: Man werde am folgenden Bahnhof, in Hillsdale, anhalten. Und stehenbleiben. Auf unbestimmte Zeit, es gebe nämlich in Milbrae, in der BART-Station, eine Bombendrohung. Das ist der einzige Bahnhof auf der gesamten Strecke, den sich die beiden Bahnlinien teilen, also ist es eigentlich wurscht, wem die “bomb threat” gilt – aber normalerweise ist der CalTrain betroffen, und ich hatte den Eindruck sie sind ganz erleichtert, dass es dieses Mal die anderen sind. Hillsdale sei im übrigen ein Spitzenstop, denn dort operiere SamTrans (ein weiteres lokales Konkurrenztransportunternehmen) jede Menge Buslinien. Da keiner wisse, wie lang “the situation” dauern werde, solle man diese Option doch in Erwägung ziehen. Tue ich. Zunächst mit dem (zugegebenermaßen sehr idealistischen) Ansatz, den CalTrain-Schaffner zu fragen, ob er denn wisse, ob es einen Bus nach San Bruno gebe, und wenn ja, wo der abfahre und wann. Nein, leider, keine Ahnung. Aber ob ich wohl ein Mobiltelefon hätte?
Was dann kommt, glaubt keiner, der es nicht selbst erlebt hat: er hat mir die Nummer des SamTrans-Verkehrsauskunftssystems gegeben. Ich habe die Hotline angerufen, und nach mehrminütigem Sprachmenü und der wiederholten Versicherung, dass mein Anruf waaaahnsinnig wichtig für sie sei, einen Menschen drangehabt, der wußte, welchen Bus ich nehmen kann, wann der nächste fährt und dass die Haltestelle gegenüber vom Parkplatz des CalTrain Bahnhofs ist. Hab ich alles dem Schaffner weitererzählt, der hat es brühwarm übers Zugmikro allen Fahrgästen gesagt und mich dann gebeten, nochmal anzurufen, damit ich rauskriege, was denn ein Fahrschein bei SamTrans kostet. Klar, hatte eh nichts anderes vor: also nochmal angerufen und gefragt, ob denn auch das CalTrain Ticket gildet. Nach kurzer Beratung hat die Leitstelle von SamTrans aus Kulanz zugestimmt, haben der Schaffner und ich “highly appreciated” (wir waren inzwischen gemeinsam an meinem Telefon, denn die Zugbegleiter haben keine Möglichkeit, extern zu telefonieren, außer 911, den Notruf) und er hat es wieder allen weitererzählt. Mit einem kleinen Häuflein Wagemutiger (die meisten sind stumpf und schafsgeduldig im Zug sitzen geblieben) bin ich zur Bushaltestelle aufgebrochen und als wir da gerade so standen, fuhr der Zug laut hupend davon. Grrgghhh. Dann fuhr der nächste in den Bahnhof ein, also sind wir zurückgerannt, um zu erfahren, dass die Züge alle nur eine Station vorrutschen, aber in Wirklichkeit nicht weiterfahren. Inzwischen war der Bus weg. Grrggghhh. Bis auf eine andere Frau (Lucille, eine Jura-Studentin aus Taiwan) sind alle wieder in den Zug eingestiegen – wir beiden haben uns tapfer an das Bus-Experiment gewagt. Ich habe nochmal bei SamTrans angerufen, um herauszufinden, wann der nächste fährt und wir hatten Glück: der nächste war der letzte aus dem 15minütigen Turnus der Tagschicht, danach nur noch in Stundenabständen. Bis zur Ankunft des Busses waren wir mit allen Durchhalteparolen (wenigstens regnet es nicht, Hauptsache, es ist nicht kalt, besser in einem lahmen Bus, als in einem stehenden Zug… und dergleichen) zwei Mal durch. Der Fahrer hat uns angestrahlt, jeder mit einem CalTrain Ticket bekomme einen “free ride”, seither geht mir “Ironic” von Alanis Morissette nicht mehr aus dem Sinn…
Wir saßen gut und los ging’s. Den Camino Real entlang. Bis zur nächsten CalTrain Station, da wurde es voll. Sehr voll. Der Busfahrer verwies auf die Schilder, wonach man in seinem Bus nicht “crowden” soll. Kunststück – es waren schätzungsweise 20 mal mehr Menschen an Bord als sonst. Der Camino zieht sich ganz elendig, vor allem in einem vollen Bus. Ich denke nicht, dass es noch irgendetwas aus Lucilles Lebensgeschichte gibt, das ich nicht weiß, von einigen kleineren marginalen Kindheitserinnerungen abgesehen. Ganz wichtig, das hat sie mehrfach eingestreut, ich solle unbedingt heute ein Lotterielos kaufen, so viel Pech, das sei ein Zeichen.
Endlich, endlich kamen wir nach Milbrae. Und verweilten ca. 5 Minuten vor dem von Polizei und Feuerwehr umstellten menschenleeren Bahnhof. Befragt, warum wir denn nicht einfach weiterfahren, antwortete der Fahrer, dass er hier immer ein paar Minuten warte, damit die vom sowieso Zug noch mitkommen können. An sich eine nette Geste, aber heute doch auch sehr überflüssig. Und dann, San Bruno: meine Heilsarmee, mein Walgreens, mein Busstop? Ich durfte einfach auf der Strecke aussteigen, bin dann noch durch den ganzen Ort getrabt, und dann, zwei, drei Minuten von zu Hause weg (hintenrum, über den Bahnhof und den Trampelpfad) – Polizeifahrzeuge, Sirenen, reichlich Cops und Bahnsteig und Straße überquellend von Menschen, die Richtung Süden unterwegs gewesen waren. Oh, Mann, klar, die ganzen Pendler aus der City, die in San Bruno steckengeblieben sind. Einer der Polizisten schnauzt mich an, hier würden keine Züge fahren, was ich denn am Bahnhof verloren hätte. “I’m living on the other side of the tracks.” (Da wohnen, so Lyn, seit Generationen die Kinder, mit denen die anderen nicht spielen dürfen.) Kurzer abschätzender Blick, und dann die Anweisung, ich solle hurtig auf die andere Seite und dann zügig weitergehen. “Yes, officer!”, nichts anderes hatte ich vor.
Um 08:58 habe ich die Haustür aufgeschlossen. Jetzt ist es nach 10:00 und die Züge hupen wieder. Wer’s ausgesessen hat, ist bestimmt auch bald daheim.
Unser Wahlkampf
Meg Whitman ist gerade omnipräsent, und kann es sich als vielfache Milliardärin wahrscheinlich leisten, bis zur Entscheidung im nächsten Jahr so weiterzumachen. Sie ist Republikanerin. Alte Schule. Ganz alte Schule, McCarthy hätte sie wahrscheinlich geliebt. Andere tun es nicht; gönnt euch den Spaß, auf der website die Kommentare durchzulesen:
http://sfist.com/2009/02/17/2_million_jobs_for_california_if_el.php
Auto muss zur Inspektion
also habe ich mich im Internet informiert, wie’s denn gerade so um den CalTrain steht. Dafür ist hier in der Gegend Twitter eine ganz gute Quelle. Es sieht aus wie immer. Also gar nicht gut – höret hier Volkes Stimme:
> > $6 2 get from palo alto 2 sf in 245 min on caltrain. Nasty
>> 4:53p sb caltrain was stopp’d @ Main and Chestnut re: a poss. trespasser that was hit…turns out no one was hit. 45 min delay now
> > CalTrain running late again. Maybe fatality in redwood city. 277 is making 275 stops as if I know what that means.
> > Please check previous tweets before posting. We already know 277 is making 275 stops!
> > SB caltrains appear to be moving again
> > Is the train Catholic? RT NB275 ‘annulled’ per announcement. T17:41 “annulled” wha? curse of the caltrain
Und dann der konstruktivste Vorschlag von allen:
> > Hey! You think they could just designate one caltrain a day for track jumpers? Like have a dozen people all lined up?