Was kommt?

Die Seher von der Eschlbacher Gnadenkapelle prophezeihen: “Danoch weads nie wieder wia vorher sei.” Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung ebenderselben.

Corona-Kulturprogramm

Frau kommt ja gar nimmer nach, Mensch, Virus, ey!

Gestern, zum Beispiel.

Ganz wurscht, ob eine/r religiös ist oder nicht, diese Aufführung der Johannespassion aus der Leipziger Thomaskirche unter dem Motto “#BachBeatsCorona” berührt. Tenor Benedikt Kristjánsson ist ein Ausnahmetalent. Nicht nur ein großartiger Sänger, sondern auch Schauspieler. Sollte angesehen werden. Hier: https://www.mdr.de/kultur/themen/bachpassion-leipzig-stream-100.html

Ab 20:30 Uhr der erste Livestream überhaupt aus der Unterfahrt mit Jenny Evans. Buntes Allerlei, Jazzklassiker, ein Ausschnitt aus der Matthäus-Passion bis hin zu einem mehrsprachigen Arrangement der Ode an die Freude zum Mitsingen. Habe bis dahin gar nicht gewußt, wie sehr mir der Keller fehlt. Nein, kein Link. Livestream ohne Konserve.

Danach stand noch der 2. Teil von “Hader spielt Hader” auf https://player.hader.at/hader aus (Aufzeichnung aus dem Audimax in München). Immer noch so gut wie damals, als ich das Programm live gesehen habe und einem jeden ans Herz gelegt.

Die Ostermeier-Inszenierung von Yasmina Rezas “Bella Figura” auf der Schaubühne habe ich einfach nicht mehr geschafft…

VIELEN DANK!

Die eine oder der andere wird es gemerkt haben: der flockblog-Provider ist auf einen neuen Server umgezogen und hat dabei mal wieder den flockblog kaputtgemacht. Alle, die Autorin eingeschlossen, wurden mit der Meldung abgespeist, “There has been a critical error on your website”. Ja super! Was soll ich mit dem Scheißdreck anfangen, hmmmm? Ihr zieht um und macht meinen blog mundtot? Mir jagt dergleichen immer Panik ein. Und wenn jetzt alles hin ist? Für immer? Und für ewig? Oh je! Oh jemine! Ich will doch nur schreiben. Für so einen Mist habe ich keinen Nerv!

Brauche ich auch nicht. Ich habe nämlich “The Inglourious Admin” auf der anderen Seite des Atlantik, der sich meiner Nöte annimmt. Der, während wir wir selig schlafen, die Fehler der Anderen ausbügelt, “debugged”, kleine Sicherheitsfeatures einbaut und morgens um 4:00 Uhr Entwarnung gibt. Alles wieder heil. Und ich kann wieder schreiben. Was täte ich ohne dich, du Allergutster?

VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! VIELEN DANK! (You get the gist, don’t ya?)

Aus dem Vokabelheft

Google ist, wie wir wissen, manchmal bei Übersetzungen ein wenig überfordert. Zum Beispiel hier:

Was “ballistisch werden” bedeutet, weiß ich nicht. “To go ballistic” bedeutet ins Deutsche übersetzt durchzudrehen, Amok zu laufen, aus der Haut zu fahren, die Wände hochzugehen etc.

Wenn man das weiß, erschließt sich einem doch die nachfolgende Titelseite gleich viel besser.

Nein, ich bestelle den Zeitschriftenabowerbedienst aus den USA nicht ab. Niemals. Sowas will ich nicht verpassen…

Corona española – Nachtrag

Zahara, das andalusische pueblo blanco auf dem Hügel gegenüber von Karins Berg, hat es jetzt auch in die deutsche Presse geschafft: https://bit.ly/39YiSHw.

Besonders bemerkenswert finde ich den Satz des Bürgermeisters: “Die Guardia Civil würde harte Strafen verhängen, wenn jemand die Regeln verletzt und zum Beispiel auf die Straße geht, um zu telefonieren oder zu rauchen.”

Genau. Viren sind dafür bekannt, dass sie gerne auf der Straße herumlungern und sich vor allem auf Raucher und Telefonierer stürzen. Mir will eher scheinen, dass der Herr seinen Inneren Franco sehr gründlich gechannelt hat.

Corona-Schnipsel

# Vorhin, unten auf einem Bankerl. Rechts- und linksaußen je eine alte Dame im coronakonformen Abstand, beide offensichtlich schon etwas harthörig. Zum Gaudium der Passanten diskutieren die beiden in einer dem Hörvermögen der Gesprächspartnerin angemessenen Lautstärke die beste Einlage in die Filtertasche* ihrer Schutzmasken. “Do konnst ois nemma. Zum Beispiel Kaffeefilter,” weiß die eine. “Naaa,” wehrt die andere. “Die warn mr z’schoad. I nimm Damenbinden. [Wehmütig.] Da hob i no so vui. Von früher.”
* Mich erinnern diese “Schieb-da-was-rein”-Stofflagen eher an Push-up-BHs. Ist wohl ein Generationenthema

# Dem Vernehmen nach streifen über die Parkplätze der großen Supermärkte im Speckgürtel mit dem Blockwart-Virus infizierte Menschen und schreiben “auswärtige” Autokennzeichen auf. Dazu fällt mir nur eins ein:

# Immer, aber wirklich immer, wenn aktuell jemand davon erzählt, wie er mit wirklichen Menschen interagiert hat (nicht am Telefon, nicht per Videokonferenz, sondern ganz in echt, von Angesicht zu Angesicht), wird sofort, spätestens im zweiten Satz, der Disclaimer hinzugefügt, dass man – natürlich – den Sicherheitsabstand eingehalten habe. Natürlich.

# Jetzt wäre der Winter endlich vorbei und Brillenträger könnten wieder Ortswechsel von Draußen nach Drin vollziehen ohne zeitweilig zu erblinden, da kommt Corona mit seinen Masken und die Welt sieht aus wie London im November. Hrrrrgggn!

# In meinem Supermarkt sind Einkaufskörbe und -wagen streng rationiert. Wenn der letzte weg ist, muß der nächste Kunde mit dem Zutritt warten, bis wieder einer zurückgegeben wird. Die meisten tun das, virusergeben, wie man halt gerade eher unangenehme Dinge tut. Pragmatisch. Die Drängler unter den Einkäufern rücken einem bei nicht schnell genuger Übergabe so dicht auf die Pelle, dass man ihre sprungbereiten Viren schon fast mit bloßem Auge erkennen kann.

# “Ihr in München seid ja so ein Hotspot” höre ich oft bei meinen vielen Telefonaten mit Menschen aus anderen Teilen der Republik. Und dann wollen sie, teils ehrlich interessiert, teils sensationslüstern, gerne wissen, wie es sich denn so lebt, in Virus HQ. Ich komme mir dann immer ein bisserl doof vor. Statt spannenden Kriegsgeschichten aus Downtown Bagdad habe ich nämlich nur total super Anekdoten von meinen Fahrten zum und vom Büro (heute hatte ich ab Mittag mal wieder das ganze Gebäude für mich allein) und dem Aufenthalt in meinen vier Wänden zu bieten.

Corona-Bilder-Schnipsel

Nächstes Mal bitte durchgehend alliterativ.
Vorschlag: Das Drosten Dossier
So ist das mit Corona.
Und jetzt alle: Marmor, Stein und Eisen brihihicht…
Von O wie Ostern bis O wie Oktober.
Auch bei Oy Corona.
Die Chancen stehen gut, denn…
Ich könnte mich grün und blau ärgern, dass ich nicht das erste Foto, mit dem Voltaren seine Corona-Workouts bebildert hatte, kopiert habe. Da stand die “turnende” Dame nämlich noch mit hochhackigen Schuhen über den Tisch gebeugt, den Kopf neckisch nach hinten gedreht. Wartete wohl auf das 2. Klingeln.
Ehrlich, grün und blau!