Seeing Sights

1 Museum. 1 Geburtshaus (jeweils Picasso). 2,5 Kirchen (eine nur von außen), dabei kurz der Reconquista, Ihrer arg katholischen Majestäten Ferdinand und Schöne Isabella von Kastilien und der armen Moros gedacht. 1 Altstadt, so dermaßen voller Touristen und Läden mit bunten Dingen, die der Mensch nicht braucht.

Malaga möge sich angemessen besichtigt fühlen – ich muss mir gut überlegen, ob ich morgen lieber einen letzten Strandtag oder noch einen Stadttag einlege. Sie hätten da noch eine unbesichtigte Festung.

Aber: Morgen ist schon mein letzter Tag.

Duschen

Auf dem Berg mußten wir uns erst einmal abstimmen, wer heute dran ist. Dann kletterte man in der Garage im hintersten Winkel auf die Leiter, um den an der Decke angebrachten Schalter für die Pumpe zu betätigen. Anschließend ein bißchen warten und die Zeit nutzen, die schweren Olivenbehälter aus der Duschkabine zu räumen, wo sie wegen ihrer zwei Mal täglichen Spülung aktuell wohnen. Schließlich noch flugs den Kühlschrank abstellen und dann gabs für ca. drei bis vier Minuten warmes Wasser. Kein Spaß bei Langhaarfrisuren. Danach alles, was aus- oder angeschaltet bzw. verbracht wurde, wieder in den Originalzustand versetzen.

Hier im Hotel isses langweilig. Man geht ins Bad und dreht das Wasser auf. Fertig.

El Sombrero Barbie

Manchmal hat man ja so Vorahnungen. Wie zum Beispiel die, dass man sich am besten auf den Strohhut setzt, damit der Wind ihn nicht fortbläst und parallel dazu die, dass das die beste Methode ist, ihn nachher auf dem Stuhl in der Eisdiele zu vergessen.

Beide eingetroffen. War mir dann vorhin doch ein bißchen peinlich, als ich nach meinem liegengelassenen Hütchen fragte und die Kellnerin mir breit grinsend meinen “Sombrero Barbie” in die Hand drückte. Soooo rosa ist der gar nicht.

Previsión meteorológica

Um diese Jahreszeit neigt der andalusische Wettervorhersager dazu, dauernd Regen zu versprechen, um dann entweder einen andalusischen Trockenregen zu schicken (das heißt, dass es laut Regenradar gerade wie aus Kübeln schüttet, während man zähneknirschend gerade seit Stunden gießend die Pflanzen vor dem Verdursten bewahrt) oder, wenn man ihm lange genug nicht geglaubt hat, doch einmal einen halbstündigen Superschauer vom Himmel zu jagen. So geschehen vor unserer Abfahrt am Sonntagmorgen, was die Dirt Road vom Berg runter in eine Abenteuer-Matsch-und-Schlamm-Rutsch-Hindernisstrecke verwandelt hat.

Kann seitdem nur bestätigen, dass asphaltierte Straßen schon was feines sind.

Für Malaga sind in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch schwere Unwetter (mindestens Weltuntergangsniveau) prognostiziert. Dann schau ma moi.

La Ciudad

Gestern sind wir nach etwas mehr als eineinhalb Stunden Fahrt und einem zunehmend verwirrteren Navi, das mit den städtischen Kreisverkehren nicht ganz klar kam, in Malaga angekommen, wo ich die andere Hälfte meiner Montaña-y-Mar-Ferien verbringen werde. El Mar zeigt sich von seiner schönsten Seite, sonnenglitzernd und wunderschön und gegen Spätnachmittag, unterstützt von bösartigen kleinen Wirbelwindchen, als ganz und gar begnadeter Touristenpanierer.

Wir lassen es uns gut gehen, in einem Hotel in schöner Lage. Rechts davon ein Pool, der jedoch zu einer Wohnanlage gehört, links ein mit Wasserläufen durchzogener Park, die aber weder zum Baden noch zum Trinken taugen, gegenüber ein Ozean – bloß der Hotelpool, der wird gerade renoviert. Nun gut, das Meer ist zwar frisch, aber es ist heiß und man kann es mit der Weicheierei auch übertreiben…

Karin ist heute wieder abgereist, länger hat es der Zoo nicht ohne sie ausgehalten. Noch einmal vielen Dank für die Zeit auf dem Berg!

Ich habe mich an die hiesigen Regeln gehalten (when in Rome…) und nachmittags Siesta gehalten und mich dann wieder aufgemacht in den sehr schönen Parque del Oeste, Kunst und Leute und Tiere geguckt und als die niños endlich wegwaren, den Parque-Infantil-Teil mit seinen Freiluft-Musikinstrumenten bespielt.

Ab morgen bin ich dann mal Stadt-Tourist.

Smashing Olives

Einer der schönen hiesigen Bräuche ist, dass man vor nahezu jeder Mahlzeit ein Schälchen eingelegter Oliven zum Snacken bekommt.

Oliven ergeben sich in dieses Schicksal nicht einfach so. Vielmehr muss man sie vor dem Einlegen einzeln aufschlagen, am besten mit einem Hammer und dann über mindestens zwei Wochen wässern, wobei das Wasser zwei Mal täglich auszutauschen ist. Erst dann sind die Bitterstoffe ausgewaschen und sie bereit für die gute saure Lake.

Und so saßen wir am Samstag selbdritt unter dem schwindenen Licht des dämmrigen Himmels, jeder mit einem Holzbrett und einem Hammer und schlugen zwei große Eimer frischgepflückter Oliven auf. Die Kunst besteht darin, bis zu einem halben Dutzend Oliven geschickt in die Rillen zu plazieren und die bereits erlegten am Abspringen zu hindern. Wird einfacher, je mehr die Bretter im Laufe des Abends von Öl getränkt sind. Danach war es dunkel sowie das ganz große Einlegeglas und zwei Reservebehälter voll.

Sieht so aus, als würde es auch in ca. einem Vierteljahr wieder vor jeder Mahlzeit ein Schälchen Oliven geben…

Halbzeit

Meine Tage auf dem Berg sind gezählt. Noch einmal Aufstehen, und dann geht es los, ans Meer. Ich packe dann mal meinen Koffer und tausche das Gewicht der mitgebrachten Haribos und Schokoladen gegen das selbstgekochter Feigenmarmelade und anderer hiesige Leckereien.

Gelesen: John Scalzi – “The Kaiju Preservation Society”

Scalzi nennt diesen In-einem-Tag-schnell-Wegatmen-Roman einen “pop song”. Hätte ich nicht besser ausdrücken können. Leicht, eingängig, unterhaltsam, fröhlich. Popcorn.

Macht Spaß und ist genau das richtige für einen andalusischen Sommertag, zwischen langen Schwimmaufenthalten im Pool, Oliven schlagen (dazu später mehr) und den Hunden – ein in ihren Augen absolut nicht hinreichendes Maß an – Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Lesen! Lesen! Lesen!

Wechselnde Winde

Man hat hier scheint’s gerne die Abwechslung. Heute blies wieder den ganzen Tag der Poniente aus dem Westen. Poniente kommt von poner = setzen, stellen, legen, also da, wo die Sonne sich hinlegt. Im Sommer kann man den mögen, da bringt er kühle Luft vom Antlantik. Jetzt, im Frühherbst, macht er das immer noch. Und dann muss ich im Pool ganz arg frieren und extra schnell schwimmen. Braucht kein Mensch.