Was muss die Quizmachperson beim Spiegel für einen Spaß dran gehabt haben, sich diese Antworten auszudenken…

Ich bin im letzten Drittel dieses großen Werks von Alfred Andersch, in dem er in einem sehr lakonisch-analytischen Ton das nahende Ende des Krieges im Herbst 1944 in einer kargen Region in der Eifel erzählt. Kann aber jetzt schon sagen, dass ich zutiefst berührt bin. Wie jede gute Kriegserzählung ist “Winterspelt” eine Antikriegserzählung. Wiewohl aus dem Jahre 1974 hat sie – leider – nicht an Aktualität verloren.
Weil ich weiß, dass es mit meinen ungestörten Langlesetagen fürs erste vorbei sein wird, will ich sie jetzt schon einer und einem jeden ans Herz legen.
Lesen! Lesen! Lesen!
Was bei uns als S-Sprachfehler getadelt wird, gilt im θpaniθen als perfekte Auθθprache – außer in Andalusien, wo man mit dem “S” als solchem aus unerfindlichen Gründen nichts zu tun haben will. Am Wortende wird es grundsätzlich weggelassen, das heißt, aus dem im Lehrbuch vermittelten “¡buenos días!” wird ein “¡buen día!” und weil es sich um einen eher sprachfaulen Stamm zu handeln scheint, bleibt meistens gerade mal ein “¡buen!” übrig. Dies gerne fragend nach oben gezogen, wenn ein potentieller Kunde den Laden betritt. Soll der doch sein Begehr formulieren.
Sollte dies zum Beispiel Fisch sein, wird der Kunde zum Beispiel, korrekt orientiert am “Diccionario de la lengua española” der “Real Academia Española” seine “dos pescados” bestellen. Der andalusische Fischhänlder wird die Order mit “do pecao” bestätigen, das muss reichen.
Wer erfahren will, wie sich ein halbwegs des Deutschen mächtiger Mensch aus dem Ausland in Bayern fühlen muss, reise mit mittelguten Spanischkenntnissen nach Andalusien.
Tagsüber will ich ja gar nichts sagen. Da ist schon sehr viel Schönes dran mit liebe Sonne und warmen Temperaturen für meine inländischen Ferientage. Aber wenn es dunkel wird? Dann schmeichelt in Malaga die samtweiche warme Nacht und animiert zum – jäckchenfreien – Spaziergang vor dem späten Abendessen, selbstverständlich draußen, und später trägt eins sein deutsches Sicherheitsjäckchen wieder heim.
Hier? Kuschelt man sich selbst in Innenräumen schon in den etwas dickeren Pullover und auf der leichten Sommerbettdecke liegt eine warme Wolldecke. Muß liegen. Unter 10°C nachts? Das ist doch nix für Sommerkinder wie mich. Mensch!
Neben vielen anderen Dingen ist an Spanien sehr hoch zu loben, dass es zu heißem Kaffee ganz selbstverständlich leche caliente gibt, und nicht irgendein kaltes Milchprodukt, das den Kaffee auf mittellauwarm herunterkühlt.
Daran, deutsche Gastronomie, wollen wir uns einmal ein Beispiel nehmen, ja?
…schon eine ausgesprochen gute Idee, morgen und übermorgen noch frei zu nehmen und den Urlaub sehr behutsam ausklingen zu lassen. Ich könnte mich zwar schon mit meinen 300+ e-mails befassen, ich kann aber auch bis Mittwoch warten, wenn es noch mehr geworden sind und es dann langsam angehen lassen…
Noch ein letzter, allerletzter Blick aufs Meer und dann geht es auch schon Richtung Aeropuerto und dann nach Hause. Ach…
Die Ferien gehen wahrhaft zu Ende – dieses Buch hat mich seit dem ersten Tag an begleitet und ich bin Herrn Neumahr sehr dankbar für seine Fleißarbeit. Er hat Zeugnisse, Biographien, Artikel, Anekdoten, Massen an Material gesichtet, um über die Schriftsteller, Journalisten, Autoren zu berichten, die seinerzeit am ersten großen Kriegsverbrecherprozess in Nürnberg teilnahmen.
Wie schreiben, angesichts der Monstrosität der Verbrechen? Jeder und jede findet für sich andere Lösungen, ob John Dos Passos, Golo oder Erika Mann, Martha Gellhorn, Willy Brandt, Erich Kästner… die Liste ist noch sehr viel länger und das Buch ausgesprochen lesenswert.
Lesen! Lesen! Lesen!
Der Titel sagt es schon: auf einer Insel verschwinden Dinge. Schiffe (was auf einer Insel wirklich problematisch ist) und Hüte, Vögel, Rosen. Und die Insulaner vergessen, dass es diese Sachen je gab. Bis auf einige wenige Ausnahmen, die sich erinnern können. Die werden von der “Erinnerungspolizei” gejagt und verschwinden ihrerseits. So die Mutter der Heldin, ihre ehemaligen Nachbarn, andere.
Mir hat das Buch nicht gefallen. Es mäandert zwischen Poesie und Banalität und wie schon bei anderen Büchern japanischer Autor*innen tue ich mich sehr schwer damit, mich den Figuren anzunähern. Die Heldin, eine Romanautorin, und auch die Hauptfigur ihres Romans sind ganz furchtbar devote Frauen, deren Gefühlswelt sich mir partout nicht erschließt. Ich hätte, schreibt der Kritiker der FAZ hier “ein unwiderstehliches Plädoyer für die subversive Kraft der Literatur” lesen sollen.
Hab ich nicht.
Ich liebe es ja immer, in Städten die Orte zu finden, in die ihr Stadtlärm nur noch ganz gedämmt dringt, ein Windchen in den Blättern säuselt, Vögelein in einem olympiabeckengroßen Vogelbad mit winzigen Plätscherfontänchen ihren Waschungen nachkommen, zwischen Orangenbäumchen die Jacaranden überquellen, und sonnengegilbte Akazienblättchen mit dicken Spinnenweben Ballett tanzen.
Klingt arg spezifisch? Ist es auch. Wer’s finden mag: es handelt sich um den zweiten Innenhof des Museumscafés des Museo Picasso Malaga.
Wer besonderes Glück hat, trifft vielleicht auch auf den Herrn, der erst seinen Expresso mehrfach fotografiert, dann aus einer “I’m 20”-Tüte ein blaugeringeltes T-Shirt entnimmt, sein rotgeringeltes aus- und dieses funkelnagelneue anzieht, das alte sorgfältig in der Tüte verstaut und dann glücksverklärt von dannen schreitet.