Einer kam durch*

Mit Verlaub gesagt, verehrte Majestät, ich muß mich wundern! Habe ich mich so in Euch getäuscht? Seid Ihr gar nicht die weise, gar mütterliche Herrscherin, die ich in Euch zu sehen geglaubt habe, sondern doch nur eine Feld-, Wald- und Wiesendespotin, die für die lumpigen Sanitäreinrichtungen in einem Altbaubadezimmer ihre Landeskinder ohne ein Fühlerzucken in den sicheren Tod hetzt? Nix da mit “Getrennt Marschieren – Vereint Schlagen”. Vereint im Tod triffts besser. Und Heldentod wars auch keiner.

Majestät, Euch und Eurem Volk macht keiner, schon gar nicht ich, die gesamten Außenländereien streitig. Ihr könnt mir nicht erzählen, daß Ihr in den gerade Mal anderthalb Regentagen dort keinen Unterstand habt finden können. Das schaffen selbst die im Grenzgebiet siedelnden Waschbären. Dabei sind die viel größer und haben auch keinen Knirps.

Geben Sie auf, Madame. Isch ‘abe Todesgel, zwei frische volle Tuben und scheue nicht davor zurück, es einzusetzen! Letzte Warnung, Frau Königin!

 

* Aber den kriege ich noch!

… betrachte ich diese Angelegenheit hiermit als erledigt

Vorgeschichte s. Blogpost: “Jemand mußte Frau F. verleumdet haben…”

Heute wurde mir dieses (immerhin!) elektronische Schreiben zugestellt:

“Sehr geehrte Damen und Herren,
die Vergabe von Meldenummern erfolgt nur an in Deutschland ansässige Unternehmen, da die im Ausland ansässigen Unternehmen nicht den deutschen Meldebestimmungen der Außenwirtschaftsverordnung (AWV) unterliegen. Da hier in Deutschland offenbar keine Niederlassung oder Betriebsstätte des o.a. Unternehmens besteht, gehe ich davon aus, dass die Gesellschaft im Ausland ansässig ist und möglicherweise in Deutschland lediglich ein Konto unterhält. Zutreffendenfalls besteht hier nur eine etwaige Meldepflicht der das Konto führenden inländischen Bank. Sollten unsere Annahmen nicht zutreffen, bitten wir um entsprechende Mitteilung unter Darlegung der gesellschaftsrechtlichen Situation. Bis dahin haben wir die Weiterbearbeitung Ihres Antrags ausgesetzt.
Mit freundlichen Grüßen
gez.”

In einem einzigen Anschreiben alle Treffer im Bankbeamtenschwülstigdeutschbingo! Meine Fresse! Euch soll doch der Blitz…

Ruhig Brauner! Gaaanz ruhig!

Vraiment, Madame?

Ihre Majestät belieben nun die Fremdenlegion zu schicken? Die Toilettenschüssel zu erobern? Das, Frau Königin, kostet mich ein Fingerschnippen oder drei oder vier und einmal Spülung drücken.

Hat Ihre Richelieuse keine besseren Ideen?

Jemand mußte Frau F. verleumdet haben…

Ich will Geld von Deutschland nach Amerika überweisen. Von einem Firmenkonto aufs andere. Eine Angelegenheit von drei Minuten Online-Banking. Ein paar Zahlen eintippen, eine PIN. Fertig. Nein. Ganz anders.

Zunächst verlangt man von mir, einen “Antrag auf Mitteilung einer Meldenummer zur Abgabe von Meldungen im Außenwirtschaftsverkehr” einzureichen. Auf daß man mir als nächstes eine achtstellige Nummer zuschicke, die ich ganz oben auf dem “Erstregistrierungsantrag zum Allgemeinen Meldeportal Statistik” eintragen soll. Ist dies geschehen, verheißt man mir Zugang zum eigentlichen Fomular für die “Abgabe von Meldungen im Außenwirtschaftsverkehr”. Das muß ich ausfüllen, unterschreiben, zurückschicken. Wenn ich das alles brav erledige, teilt mir der zuständige Beamte eine Bestätigungsnummer zu. Die kann ich mir dann an den Hut stecken. Wenn das keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für alle Beteiligten ist, dann weiß ich nicht…

Nicht nur die Amis spinnen. Die Deutschen haben auch einen Hau!

Die Älteren unter den Lesern mögen sich noch an diesen Refrain von Reinhard Mey erinnern, mir will er heute gar nicht mehr aus dem Sinn gehen:

Ein Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars,
Zur Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars,
Dessen Gültigkeitsvermerk von der Bezugsbehörde stammt
Zum Behuf der Vorlage beim zuständ‘gen Erteilungsamt.

Aus dem Vokabelheft

Kategorie: Subtile Beleidigungen

“This guy graduated Honor Student from failure factory”* – Depp vom Dienst.

 

* Wörtlich: Der Typ hat die Schule des Scheiterns mit Auszeichnung abgeschlossen.

Roshambo

Nächstes Wochenende wird in der Schule in meiner Nachbarschaft das regionale Roshambo-Finale ausgetragen. Ich hätte auf einen asiatischen Kampfsport getippt, es ist aber nur eine Abkürzung. Für “Rock, Paper, Scissors” (Schnick, Schnack, Schnuck) und total albern.

ROCK_PAPER_SCISSORS

Separatismus

Neulich haben sie’s wieder versucht, die Nordcoloradoaner. Abspalten wollten sie sich vom liberalen Pack im Süden ihres Staates, deren viel zu strengen Waffengesetzen, Energiesparmaßnahmen und Auflagen für Viehzucht und Landwirtschaft und stattdessen in ihrem 51. Staat wie echte Männer leben. Der letzte Staat, der sich mit Zustimmung des Kongresses selbständig gemacht hat, war West-Virginia im Jahre 1863, was schon ein Licht auf die Erfolgsaussichten wirft.

Und so ist es auch gekommen: NO GO for NO CO.

Ma-Ma-Ma-Märchenprinz

Gerade im Radio wurden die Besucherinnen einer Fachmesse für Hochzeiten interviewt, wie sie sich den Mann ihrer Träume wünschten. Alle sehnen sich nach ein und demselben Allgemeinplatz-Prince-Charming, humorvoll, gut aussehend, mit Schwerpunkt auf “good hair”, Gesundheit und Wohlstand täten auch nicht schaden*. Cindy aus Sonstwo hat sich offensichtlich schon seit frühester Jugend mit dem Thema befaßt und weiß ganz genau, was sie will: “A workhorse with a temper and a tongue, the guy who loves his mother and gets it done. A go-getter! No pre-packaged blow-dried stiff but a guy who says it the way it is.” Ich fasse zusammen: Cindy will ‘nen Cowboy als Mann.

Dann bleibt nur noch eine Frage zu klären: http://www.youtube.com/watch?v=JPR108kwNo4. Cindy kann ja derweil schon mal mit dem Abwasch anfangen.

* Klug und belesen wollte keine. Den nehme ich.