Lesen gegen den Regen

Früher*, als noch jedes Wochenende schönes Wetter war, da wußte ich noch ganz genau, was ich alles erledigen werde, wenn es mal regnet. Küche wischen, Bügeln, Badschränkchen ordentlich organisieren, Steuern erklären, ein paar neue Rezepte ausprobieren und so weiter. Kann man ja alles machen, wenn es wirklich mal regnet.

Ich wäre auch bestimmt zu mehr gekommen, wenn ich mich nicht heute früh mit “Midnight in the Garden of Good and Evil” von John Berendt nochmal ins warme Bett gekuschelt hätte. Das Buch kommt zunächst wie eine nette Schnurre über Savannah, Georgia daher und entwickelt sich dann zu einem rasend spannenden Werk im “Faction”-Genre (“basierend auf einer wahren Begebenheit”) und kann durchaus mit zB Truman Capote mithalten. Es ist mir zwar gelungen, zwischendrin für die Woche vorzukochen, aber nur ganz knapp.

Es scheint eine deutsche Übersetzung zu geben, zunächst erschienen unter dem Titel “Mitternacht im Garten der Lüste” und ein Jahr später etwas näher am Original unter “Mitternacht im Garten von Gut und Böse”, ich weiß aber nicht, ob sie was taugt.

Lesen!

 

* also vor eineinhalb Wochen

And we’ll never be royals

Wenn ich sage, “wir haben gerade geduscht”, dann bedeutet das “ich und viele”. Ist ja nicht wie bei der Kollegin mit dem unendlichen Truppennachschub.

Wobei: beim Abtrocknen war ich dann alleine. Ha!

Aus dem Vokabelheft

Hmm. Mal überlegen. Was paßt denn gut zusammen? Ich hab’s! Eine nennen wir es mal positive Selbsteinschätzung und Beleidigungen, von subtil bis saugrob.

Aufgemerkt:

  • “He’s a nutjob on a day in the week with a “y” in it!” – Der hat einen Vogel, an sieben Tagen in der Woche.
  • “Dope, Deaf, Dumb, Disaster, Dope, repeat…” – Total bekifft und dumm wie Bohnenstroh.
  • “She’s usually somewhere between very happy and very psychotic.” – Paß auf! Man weiß bei der nie, ist das jetzt gute Laune oder ein manischer Schub.
  • “He’s got such a tough-it-out attitude.” – Er hat ü-ber-haupt kein Ohr für Zwischentöne und muß immer mit dem Kopf durch die Wand.
  • “You can never stop him before he’s added insult to injury.” (Wörtlich: zur Verletzung noch eine Beleidigung hinfügen.) – Er muß immer noch einen draufsetzen. Oder: Bei dem kannst du sicher sein, daß er nachtritt.
  • “She has such a poker face – even on the phone.” – Die Dame ist aalglatt.

Richtig. Ich hatte eine Aussage zu einem positiven Selbstbild versprochen. Hier:

  • “The awesome married incredible. Then they had a baby: me.” – Mir bleibt bei sowas die Spucke weg, ich kann das eigentlich gar nicht übersetzen. Noch am ehesten vielleicht mit: “Besser als ich geht nicht.”

Kontrastprogramm:

  • “Even my issues have issues.” – Wenn’s das Wort “Problem” noch nicht gäbe, müßte es für mein Leben erfunden werden.

 

Zugabe:

  • “Dont let the Karma fairies get you…” – Laß dich bloß nicht erwischen.

Lufthoheit

Chapeau, Madame! Eine Logistikschwäche meinerseits ausnutzen und die Truppen über den Plafond des Badezimmers einfallen lassen. Kluger Zug! Respekt! Aber freuen Sie sich nicht zu früh, Gnädigste! Irgendwann morgen nach Sonnenaufgang hole ich die Leiter aus dem aktuell stockdunklen nassen Garten und dann kann ich auch oben gelen.

Den Tagessieg lasse ich Ihnen.

Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben

Beim Schreiben meiner Blogpöste gebe ich mir immer große Mühe, die passenden Überschriften zu dichten und manchmal ist das ganz schön schwer. Nicht heute morgen. Angesichts der Leichenberge in Wanne, Klo und Zahnputzbecher bricht in meinen Synapsen ein Titelfeuerwerk aus.

Ein anderer Teil meines Gehirns geht derweil der Frage nach dem Warum nach. Ist Tod so allgegenwärtig? Oder liegts an mir?

Leise klingt es aus dem Bade: nearer my God to thee, to thee…

Dies irae, dies illa

Sterben wie die Ameisen.

Tod aus der Tube, Tod aus der Tube…

Die Hex’ ist tot, die Hex’ ist tot!

Du hast es so gewollt, Despotin!

Chronik eines angekündigten Todes

Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren.

No mercy, Madame!

Wanderer, kommst du heim in den Bau, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehn, wie die Queen es befahl. (frei übersetzt ins Ameisische)

Die Nacht der toten Toten.

This is a good day to die.

Auf, auf zum Kampf, zum Kampf

Ich habe mir die Tastatur fusselig gewarnt, Madame! Darauf hingewiesen, sogar mehrfach, daß es keinen Zweck hat, Spezialtruppen auszusenden. Weder hochspezialisierte Einzelkämpfer noch besttrainierte Kleineinheiten. Alles Himmelfahrtskommandos. Habe ich Ihnen gesagt. Und? Leichen pflasterten meinen Weg. Und was tut Ihr, Frau Königin? Ihr befehlt den A-Day. Schmeißt in einer stürmischen Regennacht in einer Großoffensive alles, was auf sechs Beinen gehen kann, in meine Badestube. Madame, Ihr habt Euer eigenes Todesurteil unterschrieben.

Es ist gegelt, Majestät. Irgendeiner wird Euch seine glitzernde Beute präsentieren. Ihr werdet davon naschen. Und dann, Majestät, seid Ihr tot. Und alle mit Euch.

Let the Games begin

google olympic rainbowGoogle, ihr geht mir manchmal ganz gehörig auf den Zeiger. Aber den Regenbogen als Statement zu den Olympischen Spielen in Sotchi und dem ganzen homophoben Quatsch

– den mag ich!

Drinnen und draußen

Aus gegebenem Anlaß weise ich Sie, Frau Königin, darauf hin, daß der Zahnputzbecher für Sie und Ihresgleichen off limits ist.  “Sind aber doch Rosen drauf…” höre ich Sie sagen. Tut mir leid. Gedruckte Blümlein, Madame, reichen nicht zur Außenqualifikation.