Drei Pflaumen für ein Halleluja

Im Garten hinterm Westzaun ist wieder mal Erweckungsgottesdienst und die guten Christenmenschen von gegenüber geben mit ihrem “Minister” in einem Soul-Wechselgesang soviel Rhythmus vor, daß ich das Obst im Takt vom Baum pflücke.

Praise the Lord & Eßt mehr Obst!

Aus dem Vokabelheft

Wenn einer hier nicht so ganz gut beieinander ist, dann ist derjenige “under the weather”. Die Übersetzung “vollkommen durch den Wind” ist nur in einigen wenigen begrenzten Einzelfällen zutreffend und selbstverständlich nicht bei mir!

AC/DH*

Da passe ich immer so auf und jetzt haben die Klimaanlagen mich doch erwischt, und ich kämpfe mit einer ausgewachsenen Erkältung. Ganz vorbildlich klassischers Verlaufsbild: Erst taaagelang scheußliche Halsschmerzen und Schluckbeschwerden und dann Nase und Nebenhöhlen zu und heißer Hammerkopf und Husten wie Olaf. Warum können die hier Sommer nicht einfach Sommer und warm sein lassen? Warum muß jeder geschlossene Raum (Büro, Auto, Kino, Supermarkt – alles!) auf Kühlschranktemperatur heruntergekühlt werden? Hmmm?

Ich tue mir auf jeden Fall sehr leid. Statt einen sonnigen Sonntag irgendwo draußen zu genießen, habe ich ihn im wesentlichen im Bett verhustet und verschneuzt und ab und zu mal verschwitzte Nachthemden gegen trockene getauscht. Außerdem ein paar Gallonen heißen Tee getrunken. Ja, Gallonen! Ferner beschlossen, daß ich hiermit von krank sein genug habe und morgen wieder fit bin. Dann ist Montag und man ist ja auch arbeitgeberfreundlich eingestellt.

* Frei abgewandelt: Air Condition/Directly from Hell

Know your meme!

fearthebeardtshirtToni hat sich im Laufe des letzten Jahres einen ganz gewaltigen Bart stehen lassen und ich dachte mir, “mach dem Jungen doch eine Freude und schenke ihm zum Geburtstag ein Bart-T-Shirt” (links).

Es ist auch nicht so, daß Toni sich nicht gefreut hätte, er fand es nur verwunderlich, daß er, seit das Hemdchen trägt, ständig auf Baseball und die aktuellen Spiele der San Francisco Giants angesprochen wird. Meist von Menschen, die ihn eigentlich gar nicht als Hardcore-Fan der Giants eingeschätzt hätten und mit denen er dann reden und erklären muß, daß er das auch gar nicht ist.

Brian-Wilson-GettyInzwischen wissen wir, woran es liegt. An Brian (rechts).

Der für die Giants auflaufende Brian Wilson wird immer eingesetzt, wenn es gegen Ende eines Spiels eng wird, um zu schlagen, zu halten, zu pitchen, zu putten oder so  – was weiß ich, sooo genau habe ich dann auch wieder nicht zugehört, es ging schließlich um Männer, die mit Bällen spielen und da läßt mein Interesse immer ganz schlagartig nach. Was immer Brian jetzt da genau tut, er macht das so gut, daß die Giants meistens ganz knapp gewinnen. Was bleibt den Gegnern anderes übrig, als den Bartmann zu fürchten und was den Giants, als das unter anderem mit dem Verkauf von T-Shirts gründlich zu vermarkten?

Sorry. Ich habe es wirklich nicht gewußt. Ich habe ja schon aufgepaßt wie ein Haftlmacher, daß ich nicht in die Duck-Dynasty*-Kiste greife. Werde bei der Auswahl des nächsten T-Shirts aber ganz sicher http://knowyourmeme.com/ konsultieren. Nochmal passiert mir sowas nicht. Versprochen.

Bis dahin, Toni und Brian, beherziget meinen Rat und hütet euch vor Frauen, die Delilah heißen! (s. a. Jones, Tom.)

Duck Dynasty* “Duck Dynasty” ist eine hiesige äußerst erfolgreiche Reality-TV-Show um eine sehr bärtige Familie und ihr Entenlockpfeifenimperium “Duck Commander” mit einer geradezu unglaublichen Vielzahl an Merchandise Kruscht: http://bit.ly/1frS1SH

Gute Fee

Ich bin schon wieder ziemlich fit und mir geht es längst wieder viel zu gut, als daß ständig jemand hinter mir herräumen müßte. Drum hatte ich schweren Herzens schon vor einer Weile bei Fee Zucely das Wochenabo gekündigt, was sie wesentlich leichter hinnahm, als ich erwartet hatte, weil ihr eh schon die Arbeit ausgegangen war. Ich könne gerne jederzeit einfach anrufen, wenn wieder was zu tun sei “and I’ll be there”.

Mann, ist das schön, abends in ein blitzeblankes Häuschen zurückzukommen! Bett frisch bezogen, Wäsche gewaschen und gebügelt, Geschirr gespült und die Böden im “Vonmirkannstduessen”-Zustand. Das bedeutet ein paar Stunden mehr Zeit zum Lesen am Wochenende – und der 3. Band der “Last Policeman”-Trilogie ist gerade rechtzeitig angkommen. Zucely, vielen Dank.

Aus dem Vokabelheft

“Ui, ist das aber ein hübsches kleines Wort. Komm doch mal her, Nimby. Darf ich Nimby streicheln?”

Paß gut auf, du. Täusch dich mal nicht. An Nimby ist überhaupt nichts Nettes, Nimby ist die liebenswert klingende hiesige Version von ganz schlimmer Heuchelei nach dem St. Florians-Prinzip. Ein neuer Kindergarten / Asylantenwohnheim / Hospiz / Resozialisierungswohngruppe / etc. Superidee! Ganz super! Aber halt Nimby: Not in my Backyard!

Transgender

female ThorWenn sich die Gerüchte bewahrheiten sollten, daß Marvel Thor zur Hammerfrau machen will, dann hätte ich dazu eine Frage: heißt die dann Thora?

“Arrivals”

Bekanntermaßen mein Lieblingsziel am Flughafen. Da hole ich Toni ab, nach seinen Sommerferien in Sachsen… Man hört es kaum: “Üsch warde ganz hinden, zwüschen den Düren drei und vür”.

Happy Bastille Day!

Im Vereinnahmen von anderer Leute Feiertage sind sie hier ganz groß, zum Beispiel Cinco de Mayo, San Patrick’s Day oder Hanukkah und sie machen auch vor Exoten wie Diwali, Purim und Mardi Gras nicht Halt. Darum begehen wir heute den “Bastille Day”. Wobei sich der Herr im Radio schon sehr verwundert gibt, daß die Franzosen ihren Nationalfeiertag ausgerechnet nach einem Gefängnis benennen.

Aber andererseits, meint er, so sind sie, die Frenchies. Die essen auch Schnecken.

Friedfertiger Landbau

Wer glaubt, daß Löwinnen das Maß aller Dinge sind, wenn es um die Verteidigung ihrer Jungen geht, der muß nur mal versuchen, bei mir im Garten Brombeeren zu ernten. Ich bin von oben bis unten zerkratzt und zerstochen und das für ein winziges Schüsselchen voller Strauchbrut.

Wo ist Machete, wenn man ihn mal braucht?