SCHLAND!

Sam hats wirklich mit allen Mitteln versucht: wenn ich mit ihm Fußball schaue, dann kocht er mir was Feines und kauft auch extra noch Eis zum Nachtisch. Sogar zwei verschiedene Sorten. Wo wir Deutschlandfans doch zusammenhalten müssen gegen die Argentinos, die sind nämlich “mas prepotente” und drum mögen wir die nicht.

Ich habe ausgehandelt, daß er mich holt, wenn es Elfmeterschießen gibt und ich derweil bei mir aufräume, vorkoche und meine Übungen turne. Hat’s nicht gebraucht. Die deutsche Mannschaft hat schon in der Verlängerung gewonnen. Es ist aber ausgesprochen reizend, daß Sam sofort nach dem Spiel rüberkam. Zum Bescheidsagen und Gratulieren.

Ja, dann. Von mir auch herzlichen Glückwunsch. Wenn wir schon nicht mehr Papst sind.

Nimmer ganz neu im Kino: “Captain America: The Winter Soldier”

Captain America ist ein Soulbrother von Superman, edel, hilfreich und gut, ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will. Man weiß, wie das Zitat endet und so findet sich der Held auf einmal in unserer neuen heutigen Welt, in der der Zweck (der vermeintliche Schutz vor terroristischen Anschlägen) die Mittel (Totalüberwachung aller Menschen) heiligt. Das findet er voll uncool, ey. Da muß man als Held und aufrechter D-Day-Amerikaner doch was tun.

Dann Materialschlachten, Robert Redford als Schurke, Scarlett Johannson als Ex-KGB-Agentin Natasha*, mehr Materialschlachten, Samuel L. Jackson, mit Augenklappe und wieder einmal ungeschlagen im Tragen langer schwarzer Ledermäntel. The Falcon, ein Kriegsheld aus den aktuellen Auslandskriegen der USA, der jetzt bei Veterans Affairs traumatisierte Soldaten betreut, aber natürlich sofort seine Flügel anlegt, wenn Captain America ruft. Vorher, nachher, zwischendrin noch mehr Sachen kaputt. Und dann Bucky aka Winter Soldier, der Mann mit dem eisernen Arm mit dem lustigen roten Stern drauf. Bucky und der Captain waren von klein auf beste Freunde, eine Bromance** vom feinsten. Ende des Zweiten Weltkriegs ging Buck MIA (“missing in action”), wurden von ganz bäh-bösen Nazi-Wissenschaftlern in einem ganz bäh-bösen Experiment bionisch aufgerüstet, schockgefroren und zwecks Verüben von ganz bäh-bösen Taten gelegentlich aufgetaut. Aber unser Captain kommt noch aus der Zeit der “Drei von der Tankstelle” und glaubt ganz fest, daß auch der böseste Nazi es nicht schafft, den Freund, seinen guten alten Buddy Bucky völlig aus dem Inneren des Winter Soldiers zu löschen. Und? [Spoiler] Recht hatter, der Captain.

Ich kann der Kritik meines Cineasten-Freundes nur zustimmen: die erste Hälfte kann man gut anschauen. Das ist der Teil des Filmes mit Selbstironie und Comic-Action. Die zweite Hälfte sieht aus, als sei ihnen das Konzept abhanden gekommen. Hauptsache, es knallt. Dann werden noch zwei Enden draufgepackt. Das erste ist purer Hollywood-Süßkramkitsch, das zweite wirkt, als habe man “Pinky and The Brain” nachgestellt und soll wohl die Fortsetzung ankündigen. Noch mehr bäh-bösere Nazis, die nach der Weltherrschaft gieren.

Am besten nach einer Stunde das Kino verlassen, dann bleibt einem das schale “So nicht”-Gefühl erspart. Schade.

 

* Ehrlich, was besseres ist ihnen nicht eingefallen? Fürderhin war ich völlig willenlos und mußte jedes Mal, wenn sie auftrat, an MMW denken “Ihr Name war Natascha/sie kam aus Nowosibirsk/wir tranken Wodka aus Flaschen/sie hät mich beinah erwürgst”. (Kennt das noch wer? http://bit.ly/1sbmail)

** Bromance: eine echte Männerfreundschaft. Zwischen heterosexuellen Männern, latürnich. Daran ist nichts schwul. Gar nichts. Das ist gaanz wichtig. Im hiesigen Sprech: “Male BFFs”. Siehe hier: http://bit.ly/1gUDRO3

Was tun, wenn’s kribbelt?

Einfach draufhauen! Die Chance, dabei eine Ameise zu erwischen, liegt im 99,9%-Bereich, das bißchen Rest sind ihre Phantomgeschwister. Die Biester laufen inzwischen nicht mehr selbst, sondern lassen sich mit allem reintragen, was länger als zwei Minuten hinten im Garten war. Vollkommen wahllos springen sie auf trockene Wäsche, Sandalen, frischgepflücktes Obst, die ganze Sabine. Hut ab, Ameisen, eure Transportmittel habt ihr klug gewählt: auf nichts davon würde man blauen Giftsprüh applizieren. Diesen Sieg muß ich ihnen lassen.

Und morgen schauen, daß ich das Fallobst zusammengerecht und in die Grüne Tonne verbracht kriege.

I’m gonna read a book.

Kirchen sind irgendwann mein Untergang. Damit meine ich gar keine spezielle Glaubensrichtung. Es reicht eine irdische Zweigstelle in Geldnot (also jede außer dem Vatikan und dem Bistum Limburg) und wuppdich organisiert das Bodenpersonal schneller einen “Centennial Book&Bake-Sale” als man “New York Times Bestsellerliste” sagen kann.

Normalerweise komme ich an der Kirche des hiesigen Schutzheiligen nie vorbei, aber heute hat er wohl meine Wege in seine Richtung geführt und weil es sich unter den hiesigen Saints herumgesprochen hat, daß ich Lauffaulheit vorschütze, um Bücherkauf zu verweigern, hat mir der Bruno aus Kölle (!) wieder einen Parkplatz direkt am Eingang freigehalten. Ist ja gut, dann schau ich halt mal, was ihr anzubieten habt, sind ja bloß drei Tapeziertische voll. (Und vier Billies. Große Billies. Die sieht man aber erst, wenn man um den zweiten Tisch umrundet hat.) Erbauungsliteratur, Gebetsanleitungen, Ratgeber für alles, insbesondere Dinge mit kurzer Halbwertszeit wie Beziehungen, Schwangerschaft und Steuern; Home Improvement- und Kochbücher halten sich ungefähr die Waage. Alles ganz ungefährlich. Acht gezählte Exemplare von Deborah Tannens Anleitung zur Kommunikation zwischen XY- und XX-Chromosomenträgern “Männer vom Mars, Frauen von der Venus”; es hat sich scheints herumgesprochen, daß wir alle von der Erde stammen und Gemeinplätze uns nicht weiterbringen. Gut. Mögen die Dinger irgendwann als Zellstoffprodukt noch einmal nützen. Die Twilight Saga ist definitiv Geschichte, habe bei 15 kompletten Trilogien aufgehört zu zählen. Sehr gut und siehe oben. Daß jemand den ersten Band der unsäglichen Jungfern-Reihe “Divergent” schon aussortiert hat, habe ich wohlwollend zur Kenntnis genommen. Doch nicht alle doof.

Ein John Irving, ein Tom Wolfe und ein Experiment* schaffen es in meine Einkaufstüte – das geht eigentlich, wenn man bedenkt, daß ich nebenher den vom Arzt verschrieben täglichen Spaziergang absolviert und Sonne getankt habe.

Außerdem entdeckt:

anna karenina halb

(Nicht gekauft. Soweit geht’s dann doch nicht. Nicht mal für Sankt Bruno.)

* Dale McGowan “Calling Bernadette’s Bluff” – wie ich eben recherchiere, hat der Herr ebenfalls “Atheism For Dummies” verfaßt. Ich gehe davon aus, daß ich die 50 Cents nicht in einen totalen Mißgriff investiert habe.

S’ ist alles dunkel*… – Eine Geschichte aus dem Dienstleistungsparadies

Manuel hat einen Blackout. Nein, nicht die Art von Mist-gebaut-und-jetzt-Amnesie-vortäuschen-Politiker-Blackout, sondern die Variante kein Strom, kein Gas, kein warmes Wasser. Angefangen hatte es damit, daß USPS, die amerikanische Post, immer häufiger seinen Briefkasten nicht finden konnte. Das ist der Briefkasten, der sich seit dem Bau des Hauses vor ca. 50 Jahren nicht vom Fleck gerührt hat und Manuel ist auch nicht etwa neu zugezogen, sondern lebt dort seit seiner Geburt. Manchmal, an Samstagen, wurde dann doch ein mit Gummiband umschnürtes Bündel Wochenpost zugestellt, was darauf schließen läßt, daß der Samstagsbriefträger offensichtlich begabter war als sein Unterderwochekollege. Dann blieben mit Einstellen der Samstagspost (Sparmaßnahme) auch diese Bündel aus und alle Anrufe Manuels bei USPS waren ihnen unendlich wichtig und blieben fruchtlos.

Hat er eben alles auf “paperless” und online umgestellt und sich darauf eingerichtet, in Zukunft keine Geburtstags- und Weihnachtskarten mehr zu bekommen und fand das auch nicht weiter schlimm. Bis am Donnerstag das Haus dunkel blieb. Selbst dann blieb er ruhig, was ein bezeichnendes Licht auf den Umgang des hiesigen “Natives” mit der maroden Energieversorgungsinfrastruktur wirft. Ich hätte wahrscheinlich “schon” nach ein, zwei Stunden bei PG&E angerufen. Doch, eine Weile hätte ich auf jeden Fall gewartet, soweit bin ich auch schon, vor allem, weil PG&E ständig und in allen Medien unkt, daß uns wegen der Dürre ohnehin Stromausfälle ins Haus stehen. Das ist keine Frage des Ob, sondern nur des Wann. Er hat, was er brauchte, mit Batterien betrieben und als der Strom freitagfrüh immer noch nicht da war, eben kalt geduscht und sich vorgenommen, vom Büro aus anzurufen. “Things got busy” und bis er endlich dazukam, sich nach dem Status seiner Energieversorgung zu erkundigen, wars nach 15:00 Uhr. Nach geraumer Zeit in der Warteschleife hatte er wen dran und der fand nach einigem Herumklicken heraus, daß Manuel auf die schriftliche Mahnung, seine Rechnung zu bezahlen, nicht reagiert und man deswegen seine Energiezufuhr gekappt habe. PG&E ruft sonst wegen jedem Scheiß an, bei mir zum letzten Mal, als ich das Haus voller Besuch hatte und der Warmwasserverbrauch nach drei Tagen überproportional gestiegen war – Kunststück, wenn fünf Leute täglich duschen. Aber anzurufen, wenn man jemandem den Strom abzustellen gedenkt, das ist nicht vorgesehen. (Double-Faceplam!)

Manuel hat dem Customer Service Mitarbeiter und später auch dessen Supervisor ausführlich erklärt, wieso er weder Rechnung noch Mahnung erhalten hat. Fanden sie auch beide blöd und waren “very sorry”. Außerdem führt er aus, daß er sofort Maßnahmen ergriffen habe und nunmehr sowohl Rechnungszustellung wie -bezahlung elektronisch erfolgen. Ah! Nun komme man der Sache auf den Grund. Habe Manuel denn für die letzte Rechnung einen Scheck geschickt? Nein, hat er nicht, weil er doch auf Lastschrift umgestellt habe. Jaha, schon. Aber bis das bei PG&E “processed” werde, dauere es 6-8 Wochen und bis dahin sei der traditionelle Zahlungsweg einzuhalten. Das sei ihm so auch online angezeigt worden. Manuel schwört beim Leben seiner Mutter, daß nicht. Ich habe keinen Grund, an seiner Darstellung zu zweifeln und jeden, an der von PG&E. Wie er denn nun zu Strom komme, will er wissen. Easy peasy lemon squeezy: er brauche nur am Montagmorgen einen Scheck vorbeizubringen und innerhalb von vier Stunden habe man ihn wieder am Netz. Und man sei vollkommen flexibel, ganz egal bei welcher PG&E-Außenstelle er bezahlen werde, das sei alles voll computerisiert und würde nach Bestätigung des Geldeingangs sofort an die Freischaltstelle durchgeklickt.

Moooment! Jetzt ist es Freitag, gegen 16:oo Uhr. Ja, eben. Wie, ja eben? Freitags ab 16:00 Uhr beginne das Wochenende bei PG&E. Die Buchhaltung ist schon weg und im Außendienst seien nur noch “emergency crews” im Einsatz. Die könne man wegen sowas nicht behelligen. Das seien schließlich Lebensretter. Eine Ausnahme könne man nur machen, wenn in seinem Haushalt nachweislich ein Kind unter einem Jahr, ein Senior über 65 oder eine pflegebedürftige Person leben. Und? Tun sie das? Nein. Also, “Monday it is”. Und ob man sonst noch was für ihn tun könne?

Hat er mir alles vorhin erzählt, als er frisch geduscht darauf wartete, daß seine Ladung Wäsche durch die Maschine läuft**. Ein paar große Beutel Eis, um alles was verderblich ist draufzupacken, hatte er schon gestern Abend besorgt. Meine Steckdosen hängen voller Ladegeräte, überall blinken LEDs – ich bin gespannt, ob ich heute noch einen Anruf kriege, weil ich überproportional “charge”.

* s. http://bit.ly/1m5tLHl, vorspulen bis 0:56

** Amerikanische Waschmaschinen sind so konstruiert, daß das Wasser im Gasboiler erhitzt wird, bevor es in die Waschmaschine fließt. Deswegen kann man in meinem Haus entweder duschen oder Wäsche waschen, aber um Gottes Willen nicht beides gleichzeitig. Dann fliegt sofort die Sicherung raus.

Selber schuld!

Wer als Freund und Alliierter den wichtigsten Ober-Spion seines besten Freundes und Alliierten rausschmeißt, der muß sich nicht wundern, wenn demnächst Terroristen über sein Land herfallen. Gar nicht wundern muß er sich. Obwohl, vielleicht macht ihm das ja gar nix aus? Schließlich brütet er Terrorzellen, die Zwillingstürme umfliegen, ja im eigenen Land?

Soweit die Berichterstattung (!) des hier als links verschrieenen Senders NPR zur Ausweisung des “station chief” der Geheimdienste der USA in Deutschland aus Deutschland. Man müßte sich direkt mal ansehen, wie dann erst Fox News über die frechen Deutschen geifert. Gestern noch um Care Pakete gebettelt und heute in die Hand beißen, die einen füttert…

Wenn’s mir nur nicht gar so sehr davor grausen würde.

Richard vs. Toni

Ich darf die Herren kurz vorstellen? Richard ist der britische Offizier in meinem Navi, Toni kennt sich aus.

Es war nämlich so: als ich zu Feierabend schnell einen Blick auf Google Maps werfe, ist der Highway 101 nicht etwa rot, sondern schon fast schwarz vor lauter rot. Weil sich wieder everybody and their brother zum Baseballspiel in die City drängeln und vor lauter Dabeisein-ist-alles alle paar Kurven einen Unfall bauen. “Overturned Vehicle”, “Car Fire”, “Serious Accident”* , nochmal “Car Fire” – und das ist erst die halbe Strecke. Voraussichtliche Fahrzeit, sagt Google, sei eine Stunde und zweiundfünfzig Minuten – das muß man ausschreiben, so lange ist das.

Keine Probleme hingegen seien auf dem 280 zu erwarten und 42 Minuten Fahrtzeit sitze ich doch auf einer Arschbacke ab. Also Richard sagen, daß er doch bitte die Alternativstrecke berechnen soll und los. Richard ist ein Offizier und kein Gentleman, sondern vielmehr manchmal etwas eigen und will, als wir aus dem Parkplatz ausfahren, nach rechts abbiegen. Ich bin die Strecke schon ein paar Mal mit Toni gefahren. Der hat mindestens ein, wahrscheinlich aber mehrere Pfadfindergene und fährt hier immer links. Ich auch. Richard wittert Meuterei und will mich unbedingt auf den 101 lotsen, auch wenn wir ich mir einbilde, daß wir uns doch schon beim Losfahren auf die Ausweichstrecke geeinigt hatten. Meinem Inneren Revoluzzer schwillt die Brust, weil er jetzt grad erst recht nicht tut, was man ihm sagt. Ha! Das Hirn ist da ganz seiner Meinung – es wäre doch noch schöner, wenn wir den Weg nicht alleine finden würden! Was den ODP auf den Plan ruft, der sich und alle anderen fragt, wann wir je imstande gewesen wären, uns nicht zu verirren und der kleine Innere Untertan will dem Mann folgen, der uns sagt, wo’s lang geht und der Feigling ist ganz auf seiner Seite. Den 101 kennen wir schließlich und womöglich gehen wir auf der verwinkelten Zufahrt zum 280 noch verloren und finden nie mehr heim und alles ganz schrecklich. Von den anderen unbemerkt, wendet sich die Blase mit einer Frage ans Hirn: “Weißt du noch, wieviel Wasser wir heute getrunken haben? Ich sag’ ja bloß… Zwei Stunden Stau sind ganz schön viel…” Das Hirn nimmt diese Warnung zur Kenntnis und während die Seelchen umeinanderstreiten, steuert es uns an den Landmarken lang und bricht in Triumphgeheul aus, als wir am Wegweiser, der auf Polizei, Stadtverwaltung und Bibliothek am Ende der Sackgasse verweist, wieder links abbiegen. Richard erkennt Subordination, wenn er sie sieht, und hüllt sich vorerst in vorwurfsvolles Schweigen, das er nur gelegentlich bricht, um mitten im Wohngebiet ständig nach rechts zu wollen. Das Team Blase/Hirn ignoriert ihn. Wir fahren erst da rechts, wo Toni auch immer rechts fährt und bejuchzen die nächste Landmarke. Das Weinfeld! Fast geschafft. Noch einmal links abbiegen, am Woodside Stadion lang und dann kommt die Auffahrt. Da ist Richard auf einmal auch wieder im Spiel und befiehlt, als hätte er nicht die ganze Zeit den 101 favorisiert, ganz souverän “take the highway”. Danke, du Depp! Dafür hätten wir dich auch nicht mehr gebraucht – knapp 200 Meter vor der Auffahrt ist nämlich ein Schild. Lesen, mein Bester, ist unsere leichteste Übung.

Der 280 ist eine wunderschöne “scenic route” und als Richard zum zweiten Mal anordnet, daß wir uns gefälligst links halten und nicht abfahren sollen, würge ich ihn ab und genieße andächtig schweigend ohne Radio und Richard das Wechselpiel zwischen blauem Himmel, rotem Sonnenunter- und fahlgelbem Vollmondaufgang, gelbverdorrten Auen, stahlgrauen Stauseen, dunklen Wäldern und puscheligweißen Nebelfähnchen und gondele über die Hügel und Täler des San Andreas Grabens gen Heimat. Auf der Höhe der Abfahrt nach Halfmoon Bay ist alles weg und die Welt geht in pechschwarzen Wetterwolken unter, zwei Meilen weiter ist alles wieder da.

Und weil ich nicht ewig auf dem 101 im Stau stehen mußte, bleibt mir noch genug Zeit, im schwindenden Restsonnenlicht dicke fette blaue Pflaumen zu ernten. Sowie wenigstens je eine Ameise pro Obst, die ich mir beim Schreiben so langsam von Haut und Haaren pflücke.

Richard, du bist ein Loser. Der Sieg geht nach Sachsen! Danke, Toni!

* Frage mich seitdem, wie ein unseriöser Unfall aussieht. Ist das, wenn zwei Clown-Mobile rückwärts ineinander knallen und dann 20 Mann mit Perücken, roten Nasen und Riesenschuhen aus Kleinstwägen entsteigen?

Eine Handvoll Pflaumen

Im Jahr des Panikobsts: Die gelben und die roten Pflaumen sind noch nicht mal vollständig abgeerntet, der Apfelbaum hängt immer noch voll und blüht wieder – und jetzt sind die blauen schon reif. Und riesig.

Handvoll Pflaumen

Ordem e Progresso

Aber doch nicht, wenn man 1:7 verliert… das zeugt weder von Ordnung noch von Fortschritt. Mann, Brasilien!

Unser einziger deutscher Fußballfankollege ist seit dem Spiel um 6 cm gewachsen (also sieben minus eins).