Das Schöne an einem lauen Sommerabend wie heute ist, dass, wenn der Veranstalter die Vorbestellung für die Konzertkarten verbaselt hat, man die Musi Musi sein lassen und stattdessen endlich die Biergartensaison eröffnen kann. Auch recht.
Sting like a bee
Als ich Muhammad Ali kennenlernte, hieß er noch Cassius Clay und ich war hingerissen und ab sofort Boxfan. (Schwergewicht, natürlich.)
R.I.P. and all remember:
It’s just a job. Grass grows, birds fly, waves pound the sand.
I beat people up.
Jetzt geht’s lo-hos!
Ich arbeite gerade so viel, dass ich es heute zum ersten Mal in dieser Woche kurz vor Ladenschluss zum Discounter geschafft habe, sonst war da immer schon zu. Meine Einkaufslust ist aber dann in Schwarz-Rot-Gold ersoffen und möchte hiermit bei den Amerikanern, die ich immer wegen ihrer Ballspielsupereinkäufe geziehen und belächelt habe, Abbitte leisten. Das geht hierzulande alles mindestens noch eine Nummer irrer.
Weil ich damals noch dachte, dass es schlimmer nicht geht, habe ich in der Adventszeit mal ein Klopapier mit Spekulatiusaroma eines blogposts gewürdigt. Geht aber wohl doch (kein Wunder bei dem Fraß) und ich konnte einfach nicht widerstehen.
Es beschwere sich aber keiner, wenn’s demnächst bei mir im Bad nach Herrenumkleide stinkt.
Die Bahn kommt
So weit so gut. Die Bahn verkauft aber auch doppelt soviele Fahrkarten, wie im ICE von Hamburg nach München Sitzplätze vorhanden sind. Bis alle in den zu spät eingetroffenen ICE (das “E” steht für “Express”) eingestiegen sind, dauert es über eine Dreiviertelstunde. Und dann fährt er. Sehr weit sehr schlecht.
Bis sich die Lage entspannt hatte, das heißt, weniger Menschen zu- als ausstiegen, waren wir schon gute drei Stunden unterwegs und dann schlugen die Unwetter zu. Aus schwarzen Wolkenwänden prasselten Hagel und Regen auf Landschaft, ICE und Gleise und den Rest der Strecke legte der Zug in einem Tempo zwischen Schrittgeschwindigkeit und gaaaanz vorsichtiger Beschleunigung auf Bummelzug zurück. Dafür waren alle Klos verstopft und die Waggons auf 14° (gemessen!) heruntergekühlt.
Übrigens, so oft ich aus anderen Gründen geschimpft haben mag auf mein Gastland und obwohl Amerika bekanntermaßen kein Land mehr für Zugfahrer ist, ist das in den USA besser gelöst: dort gilt der Zug als voll, wenn alle Sitzplätze verkauft sind. Mehr gibts nicht. Und der ganze Streß fällt weg: kein Klettern über viel zu viel Gepäck, kein Rempeln in den Gängen und vor allem nicht die Diskussionen, dass irgendwer auf irgendjemandes für teuer Geld reservierten Platz sitzt und da gefälligst wegsoll.
Mann, Bahn. Ihr zwingt einen ja geradezu, Alternativen auszuloten.
Brückentag
Wie mein langes Wochenende in Hamburg war?
Wie wenn Käpt’n Iglo Pause macht.
Wiltrud hat das Privileg der Zugezogenen genutzt und mit mir die schon entdeckten schönen Orte und Dinge geteilt, so wie Fährefahren auf der Elbe, hinauf und hinab und am vielen Wasser gar nicht sattsehen können, Supersofteis bei “Dänische Delikatessen”, das Alte Land in voller Blüte mit schwer pittoresken Dörflein und reetgedeckten Häusern, Kirchen, Schuppen und und und… Hauptsache Reet und Eisessen in Buxtehude (an Hase und Igel sehr schnell sattsehen können) und dabei für sich selbst auch immer wieder Neues gefunden.
Vielen Dank noch einmal für alles. Sehr schee wars bei euch und ich komme gerne wieder.
Wozu der Geiz?
Wenn ich mich mit jemandem vergleiche, dann um eine Relation festzustellen, wie “ist gleich groß, größer oder kleiner”. Wenn wir einen Vergleich schließen, einigen wir uns auf einen Kompromiß. Mit lächerlichen drei (3) Zeichen mehr (“Citigroup schließt Vergleich”) wärs richtig gewesen – und angesichts der Beträge um die es da geht, frage ich mich schon: warum spart Spon?
It’s complicated
Die Meteorologen sind sich uneinig wie nie. Je nach benutztem Dienst ändern sie ihre Wettervorhersage in Halb- bis Dreistundenabständen, machen aber dafür die unterschiedlichsten Prognosen. Wirds nun kalt in Hamburg? Ja, jein, vielleicht. Naß? Unbedingt, aber ned arg und vielleicht doch nicht. Warm? Möglicherweise, aber eventuell auch nicht. Heiß? Haha, es ist Mai in Deutschland. Wovon träumst du?
Wie soll frau denn da für ein langes Wochenende packen, bitte?
In Kalifornien bestünde das Gepäck aus ein paar T-Shirts und dem Man-weiß-ja-nie-Hoodie, hier ist mein Köfferchen doch ein wenig voller geworden. Dann schau ma moi.
O mei, Mai!
Es ist doch nicht so, als hätten wir nicht drüber gesprochen… Aber wer von Sonntag auf Montag die Tagestemperaturen um mehr als die Hälfte stürzt, der verdient es nicht länger, den Ehrentitel Wonnemonat zu tragen.
Geh weg, du greislige Aprilimitation!
“In dem Amerika”,
wie mein Vater meine Ex-Gastheimat zu nennen pflegte, wäre ich, hätte mich, wie heute, die Lust überkommen, Heidelbeermuffins zu backen, flugs zum Mexikaner gesaust, hätte Blaue Beeren gekauft und stünde schon an der Rührschüssel. Hierzulande hätte mir das gestern einfallen sollen.
Weil ich ja der eher lernfähige Typ, kriege ich es inzwischen auch (wieder) hin, meine Friseure-, Pedikür- und Brauenzupfertermine für den Samstag zu vereinbaren, weil eben auch Friseure, Pediköre und Brauenzupfer den Sonntag heiligen. Und das ist gut so! In dem Amerika gibt es nämlich dem Vernehmen nach Unternehmen, deren Mitarbeiter tagsüber Windeln tragen müssen, weil Toilettenbesuche während der Arbeitszeit verboten sind und so wichtig kann die Bequemlichkeit der einen gar nicht sein, dass dafür die Menschenwürde anderer mit Füßen getreten wird.
Back ich halt Dattelmuffins.
Schade.
Es ist nie schön, wenn ein Gast den lang geplanten und vorbefreuten Besuch kurzfristig absagen muß, hat aber, Frau D. aus E., auch sein Gutes: die Rumpelecke auf dem Balkon habe ich unter Schweiß und Flüchen in eine nette Beilauernachtlangdraußensitzecke transformiert, das Badezimmer funkelt mindestens wie der Blue Oppenheimer, die Gästebettwäsche ist frisch bezogen und harrt, bekränzt von Lavendelsträußchen der Gäste, die da hoffentlich bald doch kommen.
Bloß den Feldsalat auf Röstgemüsebett mit Kürbiskerndressing, extra Kürbis- und Nußknusper sowie Grillkäseecken: den esse ich dann eben erst mal alleine.



