Ach München, du Dorf

Einmal zu anderer Zeit am anderen Ort und schon kreuzen sich die Wege mit akrat der Freundin, die frau eh schon seit mindestens einer Woche anrufen will und dann haben beide auch noch gerade genug Zeit für einen schnellen Kaffee und sich darüber mal wieder für einen längeren Ratsch zu verabreden.

Recht so.

Neu im Kino: Florence Foster Jenkins

Manchmal kommt bei einer Sneak Preview doch was überraschend Schönes raus, wie zum Beispiel am Sonntagabend der neue Film von Stephen Frears. Mr. Frears hatte ja eh immer schon ein Händchen für ältere Damen (The Queen, Gefährliche Liebschaften, Philomena) und wenn die ältere Dame dann auch noch Meryl Streep ist, kann gar nichts mehr schiefgehen. Tut es auch nicht. [Achtung, Spoiler!] Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit: Ms. Foster Jenkins, eine reiche Erbin mit einer großen Leidenschaft für Musik und noch größeren Sopranambitionen, bedauerlicherweise jedoch gestraft mit einer gräßlichen Singstimme, tritt ein einziges mal, kurz vor ihrem Lebensende, in der ausverkauften Carnegie-Hall auf. Geschichte aus.

Dass man sowas sehen will, ist vor allem der großen Meryl Streep zu danken (die kann wirklich alles spielen), dem erfreulich guten Hugh Grant und dem sehr überraschend berührenden Simon Helberg (wer hätte gedacht, dass der mehr drauf hat als den Howard in Big Bang Theory?).

Kommt im November ins Kino und ist allemal besser, als einsam im Nebel zu wandern.

Mißverständnis

Da ignoriert frau ein einziges Mal das doch noch schöne Wetter und gibt hochnötigen Aufräum- und Putzarbeiten den Vorzug und was passiert? Schon kommt nachmittags der Wind und bringt den Herbst. Hey! Das war gar nicht so gemeint – ich wollte nur endlich wirklich den allerletzten Umzugskarton auspacken und eine Liste der zu beseitigenden Provisiorien anfertigen, außerdem Wäsche, Müll, Altpapier und so – dann wäre ich schon noch rausgegangen.

Manno.

Junge, komm bald wieder!

Tonis Besuche haben eigentlich nur einen einzigen Nachteil: sie sind immer zu kurz. Wir haben uns der Herausforderung aber mutig gestellt und in die knapp bemessene Zeit einen schönen Ausflug ins Buchheim-Museum, reichlich gutes Essen und Trinken und außerdem hinreichend Schlaf für den an Jetlag leidendem Gast gepackt.

Schön, dass du da warst und siehe oben.

Guter Rat

Wer den Kontinent wechselt, sollte tunlichst davon Abstand nehmen, unerledigte Ablage einzupacken. Dazu kommt frau frühestens ein Jahr nach der Rückeinwanderung und dann ist nichts mehr zu Altpapier geworden als das Schreiben des kalifornischen Engergieversorgers PG&E, in dem “Details to gas price changes for May 2014” avisiert werden.

Ich habe gerade bei einer einstündigen gründlichen Durchsicht aus einem ca. 2 Kilogramm schweren Papierwust 3 (in Worten: drei) aufbewahrenswerte Zettel gezogen, und die wären wahrscheinlich im Bedarfsfall reproduzierbar gewesen. Lesson learnt: Wech mit dem Zeuch!

Ne me molesta

Es ist doch sagenhaft, wie es eine einzige winzige Stechmücke schaffen kann, einen erwachsenen Menschen fast eine ganze Nacht lang mit Dauerangriffen auf Nase, Ohr, Stirn und Wallehaar (mehr schaut auch im Sommer nicht unter der Bettdecke hervor) vom Schlaf abzuhalten, um dann auf das billige Ablenkmanüver Ko-omm-Kleines-im-Bad-ist-Licht hereinzufallen und schließlich als roter Fleck mit Beinchen auf den Fliesen zu enden.

Das hast du nun davon. Bei mir wird ein Mittagsschläfchen reichen, um das Schlafdefizit aufzuholen.

Vorhin im Biergarten

Die Dame am Nachbartisch beschwert sich lautstark über die langen Wartezeiten neulich bei einer Behörde und weiß auch genau, woran es gelegen hat: “Stellt euch vor, die machen das alles noch analog, weil die Umstellung auf monolog so ewig lang dauert.”

Madame, ich muß doch bitten, sich an die Regeln zu halten: wir haben nämlich schon vor Urzeiten festgelegt, dass das korrekte Wortpaar in der vernetzten Welt analog und dialog heißt.

Alles besser in Amerika?

Na, neda. Aber die Leute hupen dort wesentlich weniger.

Außerdem finde ich als Wiederautofahrerin Ampeln auf der gegenüberliegenden Seite einer Kreuzung viel logischer und nehme sie sehr viel besser wahr. Und viel schneller.

Wir freuen uns*,

dass in ca. einer halben Stunde der Kalifornienkorrespondent des flockblog für seinen zweitägigen Münchenaufenthalt entreffen wird und haben für diesen Anlaß hinreichend schönes Wetter sowie Schnitzel vorbestellt.

Toni soll sich doch wohlfühlen.

* Und ja, es handelt sich dabei um ein sehr königliches “Wir”