sarah@deutschwahlen.com

Die kleine Sarah ist gelernte Spam-Mailerin und hat mir allerlei Unfug geschrieben, der im wesentlichen darauf hinauslief, dass ich von der Demokratie ablassen und mich in ihren – offensichtlich noch nicht ganz fest geschlossenen – Reihen einreihen möge. Am schönsten fand ich ihre Signatur “This email was sent to s.flock@ by DEUTESH WAHLEN Langenhorner Chaussee 600 22419 Hamburg , Alabama (AL), 500034 Tuschland”

Liebe kleine Sarah: Bitte geh nicht über Los, sondern begib dich nach Abschluß des Rechtschreibekurses soforrrt zum Grundkurs Geographie for Bloody Beginners.

Babbel

… wirbt zur Zeit recht bunt und aufdringlich bei jeder Onlinezeitungslektüre, wie man ganz einfach in fremden Zungen sprechen lernen könne. Ich trau denen nicht so recht,

babbel

empfehle jedoch sehr den neuen Flockel-Kurs: Deutsche Rechtschreibung. Mit den Bonus-Workshops: “Großschreibung von Substantiven” und “Dein Satz ist zu Ende? Mach einen Punkt.”

Trump – Risiken und Nebenwirkungen

Liebe deutsche Medien, namentlich Süddeutsche Zeitung, Bayern 2 Radio, FAZ.

Gibt es eigentlich seit der US-Wahl keinen anderen Lichtgestalt-Experten zum Thema “Amerika en gros et en detail” als ausgerechnet Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg? Hmmm?

Gastfreundschaft

Meine Freundin Annette testest die Thronfolgerinneneignung ihrer Gäste, indem sie unter dem Laken des Gästebettes einen schönen dicken Mantelknopf plaziert. Wer ihn bemerkt, hat mindestens blaues Blut, wen ihn stört, ist die zukünftige Speerspitze der Monarchie. Leider obliegt es der Herrscherin in spe selbst, ihr zukünftiges Königreich zu suchen, daher – ich bin dann mal weg, mein Kingdom finden.

Außerdem danke für den gekürzten Vorhang, die formidable Kürbissuppe, den guten Wein und die noch besseren Gespräche. Und Sonne am Sontag! I’ll be back.

Verkaufsunterstützung

Eine Website versuchte mich neulich mit dem Satz “Um mehr zu fordern, besuchen Wünschezettel und erhöhen die Menge” zum Einkaufen zu animieren. Stelle fest, dass mir so eine unbeholfene Google-Translate-Übersetzung sympathischer ist, als der geile Deutschhunzspruch von der Marketingabteilung eines anderen Onlinehändlers, nämlich “Gemütlich gegen das brrr & stylisch für das wooow!”

Aus dem Vokabelheft

To outfox someone bedeutet jemanden auszutricksen, zu überlisten; wörtlich: denjenigen auszufuchsen. Halt, da war doch was, das gibts doch auch im Deutschen? Ja, schon, aber leider nur als Adjektiv, nämlich ausgefuchst, wie in der ist aber ganz schön ausgefuchst.

Ich plädiere dafür, den Begriff wieder zu verbalisieren und plane bald irgendwo in einer Konversation unterzubringen, wie ich demnächst jemanden aber sowas von ausfuchsen werde. Macht wer mit?

Lieber Jakob Augstein

Gestern titelten Sie Ihre Kolumne noch “Trump ist ein Faschist”.

augstein-trump-faschist

Heute steht über dem nämlichen Beitrag die Überschrift “Gefahren für die Demokratie: Trump beim Namen nennen”.

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Ja aber: hatten Sie das gestern nicht schon getan? Und warum heute nicht mehr? Schwanz eingezogen?

“Being right sucks”

Allerdings. Ich habe noch nie so ungern recht gehabt mit einer Wahlprognose und wäre am liebsten am 9. November zu einem Überraschungssieg Hillarys aufgewacht. Bin ich aber nicht.

“Being right sucks”* ist auch die 100-x-an-die-Tafel-Schreiben-Aufgabe des gelben Buben Bart Simpson in der aktuellen Folge der Serie. Und warum? Weil die Simpsons schon im Jahre 2000 (!) den Aufstieg der begabten Tochter Lisa zur “first straight female President of the United States” vorhergesagt hatten – in Nachfolge zu President Trump und mit “quite a budget crunch”**.

John Oliver schimpft sich in seiner ersten Post Election und letzten “Last Week Tonight Show” des Jahres 2016 schier die Lippen blutig und fordert Nicht-Trumpisten auf, aktiv zu werden. In Organisationen mitzuarbeiten, die sich für Frauenrechte einsetzen oder Rechtshilfe für Minderheiten (nach zB “racial profiling”) anbieten oder für Klimaschutz eintreten oder oder oder – und wenn schon nicht mitzuarbeiten, dann mindestens zu spenden, gerne mit einer regelmäßigen Dauerspende. (s. https://www.youtube.com/watch?v=82xM72FdFsg).

Und der junge Augstein bringts im heutigen Spon auf den Punkt: “Trump ist ein Faschist”. Das Schlimme ist, ich bin geneigt, ihm zuzustimmen.

Vielleicht sollten wir alle einstimmen: “Fuck you 2016!” https://www.youtube.com/watch?v=PQ6WPo-oW5Q und überlegen, was wir dazu beitragen können, dass 2017 ein besseres Jahr wird. Und dabei nicht von einer Cabriofahrt durch Dallas phantasieren.

 

* Frei übersetzt: Recht haben ist doof.

** Frei übersetzt: Vollpleite.

One Night in Belgrade

Weil man mich, im allgemeinen nicht zu unrecht, für vielgereist hält, wurde ich neulich gefragt: “Sabine, kannst du ein Hotel in Belgrad empfehlen?” Hmmm. In Serbien war ich noch nicht, aber frau hilft ja gerne: http://lmgtfy.com/.

Habe dann dieses Haus vorgeschlagen, die Beschreibung schien mir unwiderstehlich:

Konak Jovanje wurde im September 2013, und bietet Deluxe-Zimmer für den Aufenthalt. Alle Zimmer mit modernem Design und odisu Stil, der gekonnt Schlachtschiff mit ethnischen Motiven nur im Hotel Konak – Restaurants Jovanje. Die Zimmer waren sehr hell und angenehm. Ein bequemes Doppelbett, prefinjenost und kvalited Bettwäsche und Kissen garantieren einen angenehmen Aufenthalt. Jedes Zimmer verfügt über ausreichend Platz für die Garderobe, pisaci hundert, moderne LCD-FERNSEHER mit einem reichhaltigen Programm, Spiegel über pisaceg Tisch, wie ein Spiegel auf die ganze Figur. Schön das Licht und die konforno Badezimmer und Haartrockner. Die Zimmer sind klimatisiert und System grejanja. Der Eingang in das Zimmer wurde magnetischen Karten, die die Sicherheit und Vertraulichkeit. Freuen Sie sich auf kostenfreie Parkplätze und Wi-Fi.

Da schau her

Es scheint, als habe ein Herr Powelz ein Buch über meine Leserinnenschaft geschrieben. Das ist aber nett.

flockenleserin

Und Freunde von mir glauben im übrigen, bei ihren Ferien in Madeira auf meine Latino-Verwandtschaft gestoßen zu sein. Vielleicht sollte ich mich bei meiner Mutter erkundigen, ob sie zu Zeiten mit dem spanischen Briefträger getechelt hat, möglicherweise wären wir dann dem Grund für meinen Winterhaß zumindest schon ein Schrittchen näher.

flocos-grossos