C-Schnipsel – Die “Kultur-ist-auch-wichtig, irgendwie”-Edition

Was habe ich mich aufgeregt! Und drum zitiere ich statt eines eigenen Beitrags aus dem Jazzletter #175 des Mediziners und ersten Vorsitzenden des Förderkreises Jazz und Malerei München e.V., Michael Stückl:

Liebe Jazzfreunde,  
seit über 33 Jahren habe ich mir eine Frage nie gestellt. Nämlich die, ob wir eine Konzertbühne sind. Diese Woche hat mich nichts anderes beschäftigt, als eben diese Frage: Ist die Unterfahrt eine Konzertbühne?   
Was sollten wir denn sonst sein? Bierwirtschaft mit  Hintergrundbeschallung? Oder Biergarten mit Dixieland-Untermalung. In den aktuellen Verordnungen steht recht klar, dass Konzertbühnen bei Inzidenzen unter 100 wieder öffnen dürfen. Deswegen stand für uns außer Zweifel, dass dies möglich sei. Aber es gibt in der Verordnung des Staatsministeriums eine Definition, was eine Konzertbühne ist. Es handle sich um eine Bühne auf der Konzerte stattfinden und bei der es eine feste Sitzplatzzuteilung gibt. Gut, dachten wir, mit festen Sitzplatzzuordnungen kennen wir uns aus. Herr A. sitzt am liebsten an Tisch 18, Herr S. am liebsten an Tisch 5 und Herr M. bevorzugt den Tisch 12. Also kein Problem: Hurra, wir können öffnen!   
Dachten wir! Das Kreisverwaltungsreferat ist sich unsicher. Kann man an Tischen eine feste Sitzplatzzuteilung machen? Ist das nicht eine Tischzuteilung? Und ist vielleicht eine feste Sitzplatzzuordnung überhaupt nur möglich, wenn der Sitzplatz fest mit dem Boden verschraubt ist?   
All diese Fragen konnten nun in einer guten Woche nicht geklärt werden. Der uns gespendete Trost: Vielleicht arbeitet ja im Ministerium auch jemand am langen Pfingstwochenende. Und gibt uns Bescheid, ob ein fest zugewiesener Sitzplatz unbedingt ein fest verschraubter sein muss.   
Wir sind gespannt. Ob wir am Ende wirklich sind, was wir uns seit Jahren vorgaukeln: Eine Konzertbühne! Trotz all dieser Unsicherheit lassen wir uns nicht nehmen, das zu tun, was einer Konzertbühne würdig ist. Wir veranstalten Konzerte. Und wir sind ein Kulturbetrieb, was zunächst auch von den Behörden in Frage gestellt wurde: “Kann denn ein Jazzclub überhaupt regelmäßig kulturelle Veranstaltungen veranstalten?”    
Dann eben weiterhin erstmal im Livestream. Wir bleiben dran und halten die Kultur und lockere Sitze hoch. Und akzeptieren fest verschraubte Lockerungsbedingungen. 

Aber Bundesliga geht.

Deutschland sucht den Super-Neologismus

Die Damen und Herren Moderator*innen des Morgenmagazins auf BR2 scheinen einen Wettbewerb laufen zu haben, wer von ihnen das Wort “Impfgipfel” am schönsten verdrehen und versprechen kann (s.a. https://flockblog.de/?p=44806).

Heute früh hat die Sprecherin der Welt das schöne Wort “Gimpfel” geschenkt. Ich möchte zum Schluß da nicht in der Jury sitzen…

Aus dem Vokabelheft

Über einen Menschen von geringem Verstande las ich jüngst in einer britischen Zeitung, dieser befinde sich “on the left hand side of the bell shaped curve of intelligence” (quasi “am linken unten Ende einer glockenförmigen Intelligenzkurve”).

Was für eine ausgesucht schöne Beleidigung!

Bleiben lassen!

Liebe Spiegel-Kulturredaktion, wann werdet ihr lernen, dass es in 11 von 10 Fällen schiefgeht, wenn ihr wahnsinnig originell sein wollt? Wann?

C-Schnipsel – Die “Anderer-Leute-Sorgen”-Ausgabe

… wobei ich höre, dass schon eine Sättigung eintritt, wenn man je ein Modell für sonn- und werktags sowie je eine Reserve erstanden hat. Aber Kopf hoch! Man kann anschließend immer noch auf Inseln umschwenken. Neben Jonny Depps Eiland soll noch was frei sein.

“Breast Friend” – WTF?

… gibts auch als Jutetasche …

Wir sind Murandum – ein junges und dynamisches Start-Up aus Mainz am Rhein. Wir stehen für liebevoll designte Damenhalsketten mit individueller Symbolik zum Verschenken. Je nach Vorliebe sind die Ketten sowohl in Silver (! sic) als auch mit 18-karätigem Gold oder Roségold veredelt erhältlich.

Weil gerade nichts besseres zu tun war, habe ich mich eine Weile auf dieser Website getummelt. Ein solchenes gequirltes Geschwurbel aus Esoterik, Alkoholismusförderung und Schrägfeminismus ist mir noch nicht untergekommen. Vor den Menschen, die da einkaufen, habe ich Angst.

Uffbasse!

Mann, Spiegel! Ich hab mal bei einem Unternehmen gearbeitet, das auf kontextuelle Werbung im Internet spezialisiert war. Das wäre denen nicht passiert…