Nix so schlecht, dass es nicht auch sein Gutes hat

Das Nachlassgericht in meiner Heimatstadt bringt es bei den Google-Bewertungen gerade mal auf 1,2 Punkte. Eigentlich erstaunlich, dass Menschen Justizeinrichtungen bewerten, aber sie tun es ja auch beim Eiffelturm, dem Tadsch Mahal und dem Rhein sowie allem anderen, also nicht wundern, sondern lesen. Und dabei dieses Glanzstück des Google’schen Translateurs finden – was habe ich gelacht.

Summertime…

und das einzige Wort, das in den Sinn kommt und weiter, schweißeszäh, den Körper hinabklebt, ist TRÄGE.

Wie Kühe auf Wiesen liegen, Bäume ihre Äste hängen lassen, Quellwolken im blauen Himmel treiben – so auch der Mensch.

Ich finde das insgesamt wunderbar und bedauere sehr, dass meine herrliche heiße Ferienwoche heute endet. Ich könnte noch ein Zeitel…

Neu im Fernsehen: “Annika”

Neulich habe ich noch von “River” geschwärmt (s. https://flockblog.de/?p=48124) in dem Nicola Walker den “supportin act” gibt. In “Annika” spielt die die Titelrolle, sie ist Chefermittlerin einer schottischen “Marine Homicide Unit” und ihre Figur durchbricht regelmäßig die vierte Wand. Das ist schon sehr schön, wenn sie sich verbal an die Zuschauer wendet, aber ungeschlagen, wenn sie nur schaut. Hach!

Das Wetter in der Gegend ist schlecht, der Akzent der Protagonist*innen arg rauh, aber ich hatte großen Spaß, das anzusehen. Die erste Staffel ist komplett auf Amazon Prime, die zweite gerade angelaufen.

(Wieder-)Gelesen: John Scalzi – “Redshirts”

Wer zur langjährigen Leserschaft des flockblog gehört, weiß, dass ich seit seinem ersten Buch “Old Man’s War” ein großer Scalzi-Fan bin und mich ziemlich vollständig durch sein in Buchform veröffentlichtes Schaffen gelesen habe.

Ich lese ja auch immer gerne, was andere Menschen über ihre Lektüre schreiben, weil irgendeine Empfehlung da immer abfällt, und so stieß ich erst vor kurzem wieder einmal auf einen Lobgesang auf “Redshirts”, eine Parodie auf die Star Trek Welt. Wobei ich mir schon bei der Gattung nicht sicher bin und mich zu erinnern glaubte, dass ich, trotz des dafür verliehenen “Hugo-Awards” seinerzeit nicht sehr begeistert war (s. https://flockblog.de/?p=21293).

Die Zweitlektüre hat mich in meinem ersten Urteil bestätigt. Das ist alles ganz nett, keine Frage, wie die Besatzung eines Raumschiffs herausfindet, dass bei Außeneinsätzen die namenlosen Neulinge in den roten Uniformen immer draufgehen, vor allem, wenn der Kapitän, der Arzt und der spitzohrige Wissenschaftsoffizier auch im Team sind und was sie dann unternehmen. Aber, wie mein Vater selig zu sagen pflegte, den Küchenschrank muss man dafür nicht verkaufen.

Taugt für von der Sonne halb weggebranntes Hirn am Strand, wenn man sonst nichts mehr zu lesen hat. Man lebt aber auch gut ohne.

Scho schee

Neulich hat eine meiner Leserinnen Lebenszeit an ein von mir böse verissenes Buch vergeudet und mir dann geschrieben: “Lektion des Tages: bevor ich ein Buch lese oder höre, sollte ich immer zuerst nachlesen, ob es flockblog-approved ist.”

Da habe ich mich schon sehr arg freuen müssen.

Gelesen: Emily St. John Mandel – “Station Eleven”

Für eine alte Dystopie-Expertin wie mich kein wirklich neuer Plot: Pandemie, hochansteckendes Virus mit Erkältungssymptomen, übertragbar über Luft, Flächen, alles, Inkubationszeit wenige Stunden, dann Krankheitsverlauf ca. 24 Stunden, Mortalitätsrate 100% – innerhalb weniger Tage sind 99% der Menschheit tot und die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Trotzdem auch für eine Dystopie-Veteranin hölleninteressant und blendend geschrieben. (Man kann ja nicht immer Trüffelschwein sein, “Station Eleven” wurde bereits 2014 veröffentlicht und ist schon verfilmt. MItten in der letzten realen Covid-19-Pandemie übrigens. Dazu mehr, wenn ich mich durchgesehen haben werde.)

Was macht das Buch nun reizvoll? Zum einen ist St. John Mandel eine gute Geschichtenerzählerin. Sie neigt dazu, in ihrem Plot kleine Hinweise zu geben, die sie dann später aufgreift – das macht das Lesen freudvoll und spannend. Ihre Figuren sind glaubhaft und, weil ihr Leben ein anderes geworden ist, sind die Entwicklungen, die sie für sie schreibt, genau wie dieses neue Leben sehr überraschend.

Weil ich mich ja oft frage, wozu das, was ich kann, in einer solchen Situtation nutzbringend sein könnte, habe ich mich ganz besonders an der Erfindung der “Travelling Symphony” gefreut, einer reisenden Theater- und Orchestertruppe, dem “Caravan”, die die neuen Siedlungen mit Shakespeare-Aufführungen und Konzerten von der neuweltlichen Mühsal ablenkt. Faszinierend, was der von Seuchen und anderen Unbillen geplagte Vielschreiberbarde viele hundert Jahre später den Bewohnern einer anderen Welt noch zu sagen hat. Und zwar allen, denen, die die Wunder erdumspannender Kommunikation, Maschinen mit Flügeln und Rädern, Fortbewegung, ohne die eigenen Beine benutzen zu müssen, noch erlebt haben und den Nachgeborenen, für die diese Zeiten wie Märchen klingen.

Doch, das hat sie gut gemacht. Lesen! Lesen! Lesen!

“Sea of Tranquility”, das Nachfolgewerk, liegt schon auf dem Nachttisch. Werde demnächst erzählen können, ob sie ein “Mehr-Hit-Wunder” ist.

Ach Bahn

Auf dem Hinweg bei der Trennung zweier Züge, den, in dem ich sitze “totzumachen” (Doch das ist der Fachterminus. Muss sein, der Zugführer hat ihn wörtlich so verwendet.), auf dem Rückweg festzustellen, dass “unser Zugführer dieses Modell nicht fahren darf” und erst mühselig auf dem Bahnhof in Stuttgart einen qualifizierteren Kollegen einzufangen, der dann offensichtlich nur Pasing und nicht Hauptbahnhof kann… also echt, Bahn, das muss man erst mal hinkriegen.

Dabei jeweils ziemlich knapp unter der Stunde Verspätung zu bleiben, ab der den Reisenden irgendwelche “Passagierrechte” zustehen, das ist ganz hohe Kunst.

Morgen fahre ich wieder Auto.

Ferien

Vor drei Minuten hat mein Arbeitsrechner noch ein großes Update beendet und mich mehrfach angefleht, ich möge ihn bloß nicht ausschalten. Bloß nicht. Habe ihm befohlen, dass er es selber macht, wenn er sich danach fühlt.

Das war jetzt. Jetzt gerade.

Nun liegt eine Woche Auszeit vor mir und ich gedenke, sie weidlich zu genießen. Falls wer anderer auch nichts besseres zu tun hat, sage der/die Bescheid.

Ich mach mit.