Montagsmodell

Also irgendwas bei dieser ganzen Kniegeschichte muß an einem wirklich sehr schlechten Montag gefertigt worden sein. Entweder ist es das Knie selbst oder dieser hartnäckig zu hohe Blutwert oder irgendein Arzt oder das Krankenhaus oder Wasweißich oder die Punktierungsnadel.

Letztere hat auf jeden Fall für große Verwirrung gesorgt. Man hatte vor zwei Wochen entschieden, das mit der Operierei doch erst mal wieder sein zu lassen und stattdessen das Knie punktiert, um auszuschließen, dass irgendwo tief im Gelenk ein böser Keim sitzt. Die erste Untersuchung kam auch vorbildlich negativ zurück. Alles gut, nächster OP-Termin kann vereinbart werden und ich bin schon wieder mitten dabei, ungezählte Bögen zum wiederholten Mal auszufüllen, weil es dieses Mal ein anderes Krankenhaus sein wird.

Heute nun kam ein Anruf. Der zweite Test sei positiv ausgefallen. Allerdings sprächen alle anderen Werte dagegen und er, der Arzt, vermute nun, dass das Resultat möglicherweise falsch positiv sei. Deswegen wünscht er, die Punktierung zu wiederholen. Wie es zu so einem Ergebnis kommen könne? Die Antwort hat mich schier vom Stuhl geworfen: “Och, alles Mögliche. Am wahrscheinlichsten ist eine Verunreinigung.” Ah. Krankenhaus, steril – WTF?

Beim nächsten Mal schaut ihr dann aber schon, dass ihr die Punktiernadeln nicht aus dem Sandkasten ausgrabt, gell?

Ausgezeichnet

Ich war ja noch nie zu so einer Veranstaltung geladen, wo die Stadt München einem der Ihren (oder von ihr Vereinnahmten) einen Preis verleiht, aber weil es ja für alles ein erstes Mal gibt, war ich gestern Abend mit einer ganzen Menge kulturinteressierter Münchner (das ist so eine Art gehobene Variante der Schickeria) im Festsaal des Alten Rathauses, und habe dem erfrischend unprätentiösen OB Reiter dabei zugesehen, wie er Klaus Doldinger auszeichnet.

Es war recht nett zu beobachten, dass nichts nach Plan verlief. Statt Festrede spielte erst mal Doldinger mit seinen Begleitern auf und gab dem Publikumsaffen gleich mit der zweiten Nummer den Tatorterkennungsmelodiezucker – und übrigens die Nummer ist, in der jazzigen Langversion, ein rechter Ohrenschmaus. Dann begrüßte der OB alles, was Rang und Namen hatte und die anderen irgendwie auch, dann übergab er, recht beiläufig, die Urkunde für den kulturellen Ehrenpreis 2016 an den Preisträger (“Ja, wo san’S jetzad, Herr Doldinger? I hob da no an Preis für Sie.”). Anschließend sprach der Laudator, Günter Rohrbach und die Rede, wie der Herr, wirkten ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Dass er die Namen großer Jazzmusiker falsch aussprach, geschenkt. Dass es in seiner Welt im Süden der USA eine Stadt namens Neu-Orleeang gibt, auch. Aber seine kleinen Bonmots mit dem Herrenwitz-Hautgoût, die sind selbst bei Teilen des doch sehr reifen bürgerlichen Publikums auf Ungnade gestoßen.

Sei’s drum. Er hatte seine Rede irgendwann fertig vorgelesen, dann kam Doldinger mit seinen Mannen wieder auf die Bühne und Doldingers leicht schwafligen Ausführungen hat seine liebe Gattin recht schnell ein Ende bereitet. Danach wieder Musik, unter anderem als Überzuckerl “Das Boot” (ich hätte den Percussionisten am liebsten mit nach Hause genommen und behalten), danach wurden die Massen zu Häppchen und Gläschen geladen und wir haben uns durch die Menge geschlängelt und ein paar Häuser weiter im kulturpreisfreien Restaurant diniert.

Eine Beobachtung am Rande: Es scheint eine mir bis dato noch nicht bekannt gewesen seiende Vorschrift zu existieren, was die Schals von Photographen auf dergleichen Veranstaltungen betrifft. Alle trugen mehr oder minder auffällige Karomuster, alle hatten die beiden Enden durch die Schlaufe gezogen und alle trugen den Knoten rechts. Ich denke, die korrekte Bezeichnung lautet Knipserknotenkonvention.

Und noch was: wenn ich wirklich je mal achtzig Jahre alt werden sollte, dann wäre ich gerne so fit wie Musikant* Doldinger.

 

* “Musikant” war die von Rohrbach hartnäckig postulierte Berufsbezeichnung. “Musiker” war ihm aus unerfindlichen Gründen nicht gut genug.

Gibts das auch bei Youtube?

Soeben unter Anleitung eines Youtube-Tutorials zum x-ten Mal die Batterien meiner elektrischen Zahnbürste gewechselt (die halten immer so lang, dass ich bei der nächsten Fälligkeit wieder vergessen habe, wie’s geht).

Nach zwei abgesagten OPs kurz kontempliert, mir beibringen zu lassen, wie man ein Knie austauscht. Ich meine, wie steil kann die Lernkurve denn sein?

Smells like…

Wer einmal einer Eingebung aus einem bösen Universum gefolgt ist und das dreilagige Klopapier beim Discounter “Happy End” getauft hat, der sollte sich eigentlich pronto in den Produktpatenpensionärsstand begeben, denn schlimmer gehts nimmer. Sollte man meinen.

Weit gefehlt. Die bösen Mächte ruhen nicht und haben jetzt dem Produktpatenpraktikanten nach den Duftnoten Spekulatius, Vanillekipferl und Weltmeister den nächsten Schwachsinn eingeflüstert.

Da.

valentin

Für alle die, die schon immer wissen wollten, wie der Herzerlheilige riecht.

Geiz ist nicht geil

Neulich auf einer Website unter dem Button Switshen Sie zu English gefunden: We would like to be better! We need your help. What do you like, what does not? What can we do better?

Als allererstes, werte Herrschaften: Leistet euch einen Übersetzer, der was vom Fach versteht.

Wettervorhersage

In Amerika ist für die Beantwortung der Frage, ob es vielleicht endlich bald mal Frühling werden will, traditionell Bill Murrays Murmeltier zuständig und weil ich nicht mehr da wohne, habe ich den Medienhype am 2. Februar dieses Jahr glatt verpaßt und deswegen erst jetzt gesehen, dass meinem ehemaligen Gastland noch mindestens sechs kalte Winterwochen bevorstehen. Brrrrhhhh!

Wenn ich den frühmorgendlichen Lärm der Zwitscherrabauken hierzulande richtig einschätze, ist bei uns die nächste Jahreszeit nicht mehr so fern. Vielleicht sollten die Amis für besseres Wetter von Murmeltieren auf Vögel umsteigen.

Aus dem Vokabelheft

Gestern in einer ansonsten sehr unlustigen Fernsehserie den gängigen volkstümlichen Begriff für die Umkehrung einer Vasektomie gelernt: “Scrotal Recall”. Darüber dann doch lachen müssen.

Alles auf Anfang

“So, das war doch jetzt gar nicht so schlimm. Der VWK ist leer und steht wieder auf seinem Parkplatz im Schlafzimmer*, die Inhalte sind wieder ordentlich in Schränke und Kommoden verbracht. Und morgen wieder ins Büro. Alles normal, alles wie immer.” “Ja, aber, der psychologische Druck… Und dann tut ja auch das Knie immer mehr weh…”.  “Jetzt a mal ganz ehrlich: Heulen hülft nicht. Der Druck wird nicht weniger, wenn du ständig darüber nachdenkst und gegen die Schmerzen gibts auch was von Ratiopharm.”

Und so höre ich den beiden Stimmen in meinem Kopf zu und denke mir, wie recht sie doch beide haben.

* Dazu, das Monster in den Keller zu verräumen, kann ich mich dann doch nicht aufraffen.