solange Auftragskiller noch im “Vermischten” der SZ annoncieren?
Aus dem Vokabelheft
Wieder mal suboptimal gelaufen oder, wie es heute ein Freund aus den USA wesentlich malerischer beschrieb:
This was just another a perfect Shit Show at the Fuck Factory
Sprechen wir vom Wetter
Als meine kroatische Kollegin vor eineinhalb Jahren zum Vorstellungsgespräch kam, war ihr Deutsch auf gebrochenem Anfängerniveau und reichte gerade soweit, dass sie darum bitten konnte, das Interview doch lieber auf Englisch zu machen. Seitdem ist sie treulich jede Woche an zwei Abenden zum Sprachkurs gepilgert, hat immer ihre Hausaufgaben gemacht und inzwischen die Prüfungen des B2-Level*-Abschlusses erfolgreich absolviert und kommt am Telefon selbst mit Bauunternehmern aus Niederbayern klar (das ist wahrscheinlich schon Sonderlevel-Niveau, wird aber – außer von den direkt Betroffenen – nicht gesondert anerkannt).
Heute beim Mittagessen war ich mal wieder total begeistert. Die Begriffe “Wirtschaftswunder” hat sie mit “geht ökonomisch nach obben” und “Hawaii-Toast” mit “irgendwos Äckliges mit Ananas” perfekt definiert, lediglich für die Wetterlagen “Schamkälte” und “Siebenschäler” brauchte sie etwas Nachhilfe.
Das lag aber bestimmt nur daran, dass die Schulmeisterin (c’est moi) mit vollem Mund redete.
* B2: Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne grössere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.
Neu im Kino: Glossary of Broken Dreams
Das ist mal eine interessante filmische Collage, die…
HALT!
“Wieso ‘Halt’?”
“Weil hier der Begriff “interessant” verwendet wird. Und der ist nichtssagend, genau wie “nett” und deswegen verbotten!”
“Ja, aber, ‘tschuldigen’S schon, Herr Innerer Zensor, in diesem Fall stimmts.”
Dieser Johannes Grenzfurthner, selbsternannter “Lumpennerd”, hat da eine Revue zum Nachdenken über die großen Themen der Zeit (zum Beispiel Freiheit, Datenschutz, Identität, Widerstand, den Markt, die Linke, das Internet) zusammengeschraubt und nimmt für sich in Anspruch, goldene Kälber vom Sockel zu stoßen. Ganz so wild isses nicht, aber doch mal was anderes und nicht wenig stimulierend.
“Nun gut, dann will ich den Gebrauch dieses Begriffes dieses eine Mal gestatten. Aber das wars dann auch für dieses Jahr!”
Pünktlich wie die Maurer
Man hört ja immer, dass Unwetter Lokalpatrioten sind – wir haben hier im Müncher Südwesten auf jeden Fall eines, das seit gut drei Wochen immer so kurz vor Feierabend seine Dunkelwolken zusammenballt und dann spätestens auf dem Heimweg ein, zwei Mal die Schleusen öffnet, um Wassermassen abzulassen. Danach sind im Biergarten alle Bänke ordentlich soachnass und das Gewitter verbringt den Rest des Abends irgendwo anders.
Heda, Wetterhexe! Könnten wir uns vielleicht für die Zukunft auf eine spätere Uhrzeit verständigen? So ummara oilfe nachts, vielleicht?
Einbürgerung
Mein Haus- und Hof-Bio-Supermarkt entwickelt zunehmend amerikanischere Marotten, wozu neben Nimm-dies-bekomme-das-dazu-Verlockungen auch ellenlange Baumtöterkassenzettel mit Coupons (!), den Sonderangeboten der kommenden Woche sowie Glückwünschen zum Einkauf einzelner Produkte zählen. Jüngst für die Entscheidung, meinen Haushalt um einen Jullenschneider zu bereichern.
Ich mußte ein bißchen grübeln, aber ich glaube, ich habe verstanden: der für die Benennung nicht eßbarer Waren zuständige Mitarbeiter ist Fördermitglied der Gesellschaft zur Reinerhaltung der deutschen Sprache und hat aus der welschen Julienne ganz rasch eine deutsche Julle gemacht. Das Doppel-L ist sicher in irgendeiner mittelalterlichen Lautverschiebung begründet, von der der Mann mehr versteht als ich.
Quasi ein Bio-Germanist.




