Der erste Titel, den ich für diesen blogpost geplant hatte, war “Die Rache der Achtziger”. Aber weil ich eine pflichtbewußte Autorin bin, habe ich doch erst einmal Erscheinungsdaten recherchiert und war ziemlich verblüfft.
Aber von Anfang an: vorhin bin ich an einer Plakatwand vorbeikommen. Pur, so las ich, sei auf Tour (“Abenteuerland” ist 1995 veröffentlicht worden), das Wolfgang-Petry-Musical “Das ist Wahnsinn”* (1986) sei nun – langerwartet – endlich “da” und ich solle mich sputen und ins Internet gehen, dort laufe nämlich der “finale Trailer” zu Mamma Mia II. Das war 1975 ein Hit. Mon Dieu. Ein Querschnitt aus 30 Jahren Popmusik und ich war live dabei, als diese Ohrwürmer veröffentlicht und dann anschließend so lang im Radio rauf und runter gedudelt wurden, bis mein Hey-ich-kann-mir-Texte-merken-Hirn sie gespeichert hatte. Kein Wunder, dass ich mich an keine Fahrtroute erinnere, wenn alles mit Liedern verstopft ist.
Von wegen Rache der Achtziger. Die Dekaden davor und danach waren auch nicht besser und schicken ihre Wiedergänger mit den dummen Reimen. Just one look and I can hear a bell ring, das ist Wahnsinn, der Eintritt kostet den Verstand.
* Zitat des Veranstalters: Vier Paare – Menschen wie Du und ich – erleben eine Achterbahnfahrt der Gefühle im alltäglichen Beziehungs-Wahnsinn, gehen durch die Hölle und zurück, streiten und versöhnen sich, stehen sich selbst im Weg und wachsen über sich hinaus. Alles, um am Ende zu sich selbst zu finden und zu erkennen, worauf es im Leben wirklich ankommt. Nämlich**:ein bedeutungsvolles Freundschaftsband, ein abgefackeltes Dixiklo, die Schrottplatzkneipe Whisky Bill, 20 goldene Wasserhähne, ein kleines Stück Papier, das legendäre Holzfällerfest Ho Chi Ka Ka Ho, ein wunder Punkt, ein vermeintlicher Flugzeugabsturz, 20 Tonnen Scampi, eine folgenreiche Gruppentherapie, ein vermeintlich bester Freund, ein Engagement auf Bahia del Sol, ein weiser dänischer Polizist, ein brennender Himmel, eine unerwartete Mariachi-Band, eine wackelige Regenrinne, ein verführerischer Yogalehrer, ein maroder VW Käfer, eine wertvolle Gitarre und ein großes Geheimnis.
** Das “Nämlich” ist von mir, alles andere ist O-Ton. Man möcht’s nicht sehen müssen und noch weniger hören.