Wiedergelesen: Brian K. Vaughan (Autor) und Pia Guerra (Artist) – “Y – The Last Man”

Gelesen habe ich diese 10-bändige dystopische Comic-Reihe zum ersten Mal kurz nachdem sie herausgekommen war in den frühen Nullerjahren. Der Inhalt, ganz kurz: am 17. Juli 2002 stirbt alles auf der Erde, das ein Y-Chromosom hat, außer einem einzigen jungen Mann und seinem Kapuzinerhelferäffchen,

Wie eine Welt aussieht, auf der es auf einmal nur noch Frauen gibt, wie regiert und schwere Maschinen betrieben und Industrien und Lehrinstitutionen wiederbelebt werden, welche Sekten sich entwickeln, wann Insektenarten und Ratten aussterben und wozu Frauen fähig sind, ist kein Stück weniger spannend und wissenswert geworden.

Lesen! Lesen! Lesen!

Konsumgesellschaft

Früher dachte ich, Shoppen, gar bis zum Umfallen (“shop ’til you drop”), sei eher eine typisch amerikanische Freizeitbeschäftigung, genauso wie “retail therapy”, also das dringende Kaufen von Dingen, vornehmlich Kleidung, die man nicht braucht, aber haben-haben-haben will, um sich davon abzulenken, dass es einem gerade nicht so gut geht oder das Wetter schlecht ist oder die Geschirrspülmaschine kaputt.

Das stimmt natürlich nicht. Wenn ich mich recht erinnere, ist selbst meine sonst eher geizige Frau Mutter ab und an schlecht gelaunt losgezogen, um “sich was Gutes zu tun”, will heißen, irgendwas neues in einer Plastiktüte mit dem Aufdruck eines Textilhauses (fragt Oma) dann besser gelaunt nach Hause zu tragen.

Das ging mir jüngst durch den Kopf, als eine Freundin sehr begeistert von ihrem Streifzug durch den Outlet-Store berichtete, der ihr quasi “für die Hälfte” einen ganzen Satz neuer Sommergarderobe eingetragen habe. Dabei ist mir auch eingefallen, dass ich schon ewig (und mindestens drei Tage) nicht mehr analog einkaufen war, wenn es sich nicht gerade um Lebensmittel handelt. Ich mag keine Umkleidekabinen und hilfreiches (übersetze: aufdringliches) Fachpersonal. Mir ist es so viel lieber, durch Websiten zu scrollen, virtuelle Einkaufstaschen zu füllen und, vielleicht, irgendwann auf “bestellen” zu drücken. Oder auch nicht, denn wenn ich ehrlich bin, habe ich genug zum Anziehen. Und wenn doch, in aller Ruhe das Päckchen, das dann irgendwann ankommt, auszupacken und immer noch in aller Ruhe zu Hause anzuprobieren, was ich online ausgesucht habe.

Wie? Bücher? Das ist ganz was anderes und darf nicht als “Shopping” mißverstanden werden. Gefälligst.