Edmund Stoiber, sorry Dr. Edmund Stoiber, der in meiner Erinnerung immer nur mit dem Transrapid am Hauptbahnhof in München irgendwie via Charles de Gaulle seinen Flug startet und an Feierabenden unter den wachsamen Augen seiner Muschi daheim im Garten die Blumen hinrichtet, der bayerische Ministerpräsident a. D. also hat mir einen Brief geschrieben. Nein, ich rege mich jetzt nicht über Adressenhandel auf. Nein, mach ich nicht. Aber um die Bäume tuts mir leid.
Dr. Stoiber schreibt, “die Jahre unter einer grün-roten Stadtregierung [haben] zu Fehlentwicklungen und enormen Schulden geführt […]. Die Mängelliste ist mittleiweile lang […].” Sein Verein wäre die bessere Wahl für diese unsere Stadt und übernähme, sagt er, “Verantwortung für alle Generationen” und setze sich “für ein Miteinander in der Mobilität” ein, wozu “Sauberkeit und Sicherheit in Bussen und Bahnen sowie an Haltestellen” ebenso gehört wie “ausreichend Parkplätze”. Und, als Nachgedanke, Fußgänger sind auch wichtig. Irgendwie.
Dann kommt er zu seinem eigentlichen Anliegen, fettgedruckt in Blau auf Weiß: “Ziel ist es, eine linke Mehrheit aus Grün-Rot-Rot zu verhindern.”
Genau, Ede. Darum gehts. Raus mit den Roten… Dabei war München seit dem Krieg so gut wie nie auf eurer Parteilinie und wenns nach mir geht, muss das auch zu meinen Lebzeiten nicht mehr sein. Nein, meine Stimmen kriegt ihr nicht!
Nachtrag: Die Briefwahlunterlagen sind übrigens mit derselben Post angekommen. Zum Glück habe ich viel Platz auf dem Boden im Wohnzimmer – in einer Wahlkabine will ich mit diesen Monstern nicht kämpfen müssen…