“Connect to your inner starfish”

Kaum läßt man mal eine Yoga-Stunde ausfallen, schon ist man ewig hinten dran und kennt die neuen Übungen nicht – seh’ ich vielleicht aus als hätte ich fünf Zacken mit Noppen druff?  Die neuen “Regulars” Kelly und Sana sind mit ihren inneren Seesternen schon verbunden und spritzeln fröhlich vor sich hin. Weil sie auch auch locker den Mindestgewichtsanforderungen für Schwergewichtsboxer genügen, schaffen wir es zu dritt lässig, den Babypool zum Wellenbad zu machen und haben unseren Spaß. Ich war allerdings not amused, daß so ein lederhäutiger Sixpack-Gigolo-Typ Handyfilmchen von uns gedreht hat.

Wie gesagt: unser Spaß. Nicht seiner.

Wiedergänger?

Vor mir ein Geländewagen des Typs “Freie Fahrt Für Freie Bürger”, mit extradicken Riesenreifen und Gewehrständern sowie einer Zusatzreihe Halogenscheinwerfer auf dem Dach. Auf der Reserveradhülle steht in Großbuchstaben in einem fetten aggressiven Font “FJS”. In Gelb auf Braun. Sieht aus, als müsse selbst ER bei einer Reinkarnation farbliche Konzessionen machen.

Sam zum Dritten

Obst und Gemüse ist geliefert, alle Rasen gemäht. Was fehlt nun noch zu “nice and clean”? Genau: Hecken schneiden. Das hat Sam der Gute heute getan.

Werde morgen jede Menge Zutaten kaufen und am Samstag Kuchen backen, sonst bekomme ich meine Schulden ja nie mehr abbezahlt.

Und wie er wieder da ist!

Nach der Viktualienlieferung gestern hat Sam heute meine Räsen gemäht. Alle beide. Vor und hinter dem Haus. Weil er’s einfach nicht sehen kann, wenn bei mir nicht alles “nice and clean” ist.

Ich wiederhole mich, kann’s aber nur immer wieder und wieder sagen: Ich habe einfach den allerbestesten Sam von allen!

Er ist wieder da!

 

Habe einen kleinen Konflikt: soll ich Sam irgendwann mal sagen, daß ich eigentlich keine Wassermelonen mag oder versuche ich einfach, eine Neigung zu entwickeln?

1000 x Nebel

Zufrieden läßt Frau Sedelmair von Studentenarbeitsamtfachabteilung “Nikolaus” den Blick über die vor ihr in Reih und Glied stehenden rotgewandeten Kandidaten gleiten: “Sehr fesch seh’n mir aus, meine Herren. [Nach einer kurzen Pause] Und Damen. Fast wie eine “Rote Flut”. Hihi. Aber so was wollen wir hier ja eigentlich gar nicht. Deswegen vergessen mir das jetzt auch wieder, gell? Soooo. Was fehlt? Genau. Jeder nimmt sich jetzt noch einen Bart von dem Stapel dahinten. Die hamma extra frisch reinigen lassen. Und ich will die genauso weiß und flauschig wie sie jetzt sind nach dem 6. Dezember wieder zurück. Genauso! Verstanden?” [Aus der Klausmenge hört man gebrummelte Wortfetzen: “Platzerl”, “Klebrige Kinderhände”, “Lebkuchen”, “Glühwein” und dergleichen.]

Aber nicht mit Frau Sedelmair. “Genauso sauber, wie sie jetzt sind. Keine Widerrede! [Halblaut:] “Wär’ ja noch schöner, wenn die jedes Jahr gereinigt werden müßten. Das macht mir doch die ganze Marge kaputt.” [Wieder an die Gruppe gewandt:] “Gemma, gemma, meine Herren. … Und Damen. Jeder einen. Und schön sauber wieder abgeben. [Kleine Pause, als müßte sie sich einer Floskel besinnen. Aufatmen, weil es ihr wieder einfällt.] Frohes Fest!”

Unfaßbar! Waaahhnsinn!

Die Redaktion des Frühstücksradios ist von den gestrigen Ereignissen noch so mitgenommen, daß sie es nicht geschafft hat, sich für die 08:00-Uhr-Sendung ein neues Thema zu überlegen und kurzerhand das aus der Vorstunde weiterzieht.

– “Es ist aber auch gar so ungeheuerlich, was, Tim?”
– “Ganz genau, Greg, das merkt man schon daran, daß es soviele Hörerreaktionen gibt.”

Die Beiden haben sich einen Experten ins Studio geladen, Professor Sowieviel vom Institut Habichnichtverstanden, der könne das doch bestimmt erklären. Kann er nicht. Ungewöhnlich sei das, sagt er. An einem Memorial Day. Zum ersten Mal seit 68 Jahren. Unfaßbar! Waaahhnsinn!

Greg freut sich, daß es gelungen ist, eine weitere Koriphäe aufzutreiben. Griselda Graupel oder Muhme Rumpelpumpel oder wie sie heißen mag, gibt nun am Telefon ihren Fachfrauensenf dazu: Ungewöhnlich sei das, sagt sie. An einem Memorial Day. Zum ersten Mal seit 68 Jahren. Unfaßbar! Waaahhnsinn!

Es hat [Trommelwirbel, Tusch] Daaahmmunherrnliebekinder, es hat… Ja was denn nun? Es hat geregnet. An einem Memorial Day. Zum ersten Mal seit 68 Jahren. (Unfaßbar! Waaahhnsinn!)

Herrschaften, jetzt lassen wir die Kirche aber mal im Dorf. Ich bin gewiß die erste, die sich beschwert, wenn die Sonne nicht scheint und mir mein Wochenende verregnet wird. Aber ich habe, was da feucht vom Himmel kam, mit bestem Willen allenfalls als Tiefnebel wahrnehmen können und meine Wäsche trotzdem rausgehängt. (Und ein paar Stunden später trocken wieder reingeholt.)

Regen? Von wegen.

Asphalt Cowboy

Bald, so hatte mir der Makler seinerzeit bei meinem Einzug ins Häuschen versprochen, bald werde die Straße in der ich wohne neu asphaltiert werden. “Bald” bedeutet in Maklersprech ungefähr fünf Jahre (was wahrscheinlich jeder, der mit dieser Brut je zu tun hatte, aus vollem Herzen bestätigen kann). Vor ungefähr zwei Wochen hing an meiner Tür eine knatschegelbe “American Asphalt Notice”: am 23. Mai sei es soweit –  “Slurry Seal” kommt. Von 9:00 bis 13:00 Uhr ist die Straße gesperrt, wer dann noch auf der Straße parkt, kann den neuen Standort seines Vehikels unter einer 800er-Nummer erfragen. Außerdem möge man Wasser verbieten, in den Rinnstein zu laufen (“Do not permit water to run in the gutter during street work.” – Ich kriege seitdem das Bild nicht aus dem Kopf, wie jemand seinen Gartenschlauch anweist: “Kusch! Platz! Platz sollst du machen! … Braver Schlauch.”)


Als orientierungsschwacher Mensch bin ich auf  meine Landmarken angewiesen und hatte schon ein bißchen Angst um meine Schlaglöcher. Erst das kleine mit nur einem Reifen, dann das große, durch das man mit allen vieren muß, noch zwei unebene Stellen, ein tiefes Loch, das mit einem Linksschwenk zu umfahren ist, dann bin ich auf der Höhe von Lyns Zaun und muß rechts in meine Einfahrt abbiegen. Weil Slurry Seal eine dünnflüssige schwarze Schleimpampe ist, die sich auf die Straße schmiegt wie eine Wolldecke, sind sie alle noch da. Die Straße ist jetzt nur sehr schön schwarz, weicher und unwesentlich weniger holprig.

Ich werde mich nicht verfahren. Danke, American Asphalt. Good Job!