More Tropical Rains

Dem Regenbeauftragten des Staates Kalifornien ist es doch noch geglückt, einen Lieferanten aufzutreiben. Offensichtlich von sehr weit weg, denn das Wetter ist seit ein paar Tagen eher subtropisch. Schwarzer Himmel, Schleusen auf, Pa-latsch. Die Art Wasserguß, die Schlaglöcher zu Binnenseen upgraded und jeden Pick-up-Besitzer zum Wasserschöpfer à la leckendes Boot. Ein Viertelstündchen Monsterschauer und dann scheint sofort wieder die Sonne, alles trocknet ab und was gerade wächst, ist um ein paar Zentimeter länger geworden und hat noch ein paar neue Triebe oder Blüten angesetzt. Dann wieder schwarz und duschschsch. Als Draufgabe gabs wohl noch ein paar Thunderstorms, offensichtlich gebraucht. Es langt meistens nur zu einem dramatischen Zackenblitz und nicht mehr. Noch nicht mal Donner. Ich glaube ja, daß die Smolts (Jung-Lachse) irgendwas mit der Dürre zu tun haben. Statt die 200 Meilen-Strecke vom Sacramento River bis zum Pazifik wie ordentliche Teenager-Fische selbst zu schwimmen, haben die Faulpelze gewartet, bis der Wasserspiegel zu flach und der Fluß zu warm war und sich dann gemütlich in Salmon Trucks zum Meer bringen lassen. Kein Wunder, daß Fisch essen klug macht.

Übrigens, der Praktikant, der fürs Timing zuständig ist, scheint bei Jack Wolfskin unter Vertrag zu stehen; es schüttet immer dann so richtig, wenn man sich wirklich gerade mal draußen aufhalten muß.

Russel Crowe

hat ja bei mir an Sympathie verloren – was muß ein Australier auch ausgerechnet “Noah” spielen und auf dieser greisligen Bibel-Hype-Welle mitreiten? Hmmm? Seit seiner Interpretation des “Folsom Prison Blues” mag ich ihn wieder ein kleines bißchen: http://www.youtube.com/watch?v=RTcflrnQt74

Aber nimmer mehr Bibelunfug machen, gell Russel?

Aus dem Vokabelheft

“Stop selling! You had me at ‘Hello’!”

Das ist sooo hübsch und mit “Is ja gut, ich bin schon überzeugt” nur unzulänglich übertragen – mir fällt aber auf Deutsch dazu nichts wirklich griffiges ein.

Als Bonus ein Tip, wie man ein Treffen unter Vortäuschen einer Terminvereinbarung ganz bestimmt vermeidet: “Sorry, Thursday doesn’t work. How about never? Is never good for you?” (Schade, am Donnerstag kann ich leider nicht. Wie wärs mit niemals? Würde Ihnen niemals passen?”)

Good Cop? Bad Cop! Very Bad Cop!

“Come on, Rookie! Gemma! Autofahrer ärgern…” Brav steigt der Junior ein und dann gondelt der hochgemotzte schwarz-weiße Ford der California Highway Patrol gaaanz gemütlich mit 59¾ MPH den Highway lang und hält den Verkehr auf, weil alle, wenn sie Bullen sehen, extra brav sind und extra noch ein bißchen langsamer fahren als die Ordnungsmacht. Und schon gar nicht 65 MPH, wie’s erlaubt wäre.

Dammit! Das ist mein Feierabend, den ihr mir da verkriecht. Und dabei wäre heute wegen Spring Break die Autobahn ausnahmsweise mal nicht verstopft.

Von wegen Dürre…

Kaum hält das Mithaargummisirgendwieamrohrfestmachprovisorium für den Waschmaschinenschlauch gute fünf Jahre, schon ermüdet das Material und platzt an einer Sowasvonnichtsollbruchstelle. Ein einstündiger Einsatz zur Entflutung der Garage, mit Schrubber, Wischlappen und Flüchen führt zu folgender Bilanz: Auf der Plusseite: intensiver Ganzkörper-Workout und Garage auch mal wieder gewischt. Auf der Minusseite: Ein Sack Reis ist umgefallen. Außerdem hatte Innerer 60 Leseminuten weniger und ist grantig. “Hättest du mal besser gleich auf Wiltrud gehört und die Sachen zur Heilsarmee gefahren, dann hättest du heute die Säcke nicht schon wieder umlagern müssen…” Recht hat er. Nur noch einmal Schleppen, am Donnerstag wird das Zeug geholt.

It pours, man. It pours.

“Tropical Rains”. Alles grau und alles naß und noch nässer. Innerer schlüpft in Rumlümmelklamotten und Wollsocken sucht das Buch für den heutigen Tag aus, als er hört, wie der kleine Sportsgeist im Hintergrund telefoniert: “Oh really? Rain or Shine? Awesome! I’ll be there.” Was hat der Zwerg jetzt wieder angestellt? Wenn man einmal nicht aufpaßt. Innerer wirds ganz anders, als die Bequemjogginghosen fallen. Sabine wurschtelt sich in die engen Swim-Tights, 3mm-Neoprenjacke, statt Wollsocken barfuß in Croqs, Kapperl auf und durch einen dichten Regenvorhang mit einigen Unterbodenwäschen ins Freibad. Damit unsere Desha nicht wegschwimmt, organisieren wir ein Kanopi und dann hampeln die Drei Tapferen Dicken rum. Rain or Shine, da kennen wir nix. Erst unter der heißen Dusche erwacht Innerer aus seinem Schock und besteht für den Nachmittag auf Lesen statt Putzen. Kann er haben.

“Saga”, Band 3 – ein bißchen schwächer als die ersten beiden, aber immer noch mein Favorit unter den neuen Graphic Novels und “Calculating God”, dazu mehr, wenn ichs ausgelesen haben werde.

Not yet there

Meine Überzeugung, daß ich inzwischen ganz ordentlich mexikanisch kochen kann, ist heute erheblich ins Wanken gekommen. Wegen Sam. Bringt mir meine Tupperschüsseln zurück und bedankt sich artig für die wohlschmeckende Suppe aus zweierlei Bohnen, mit Chorizos, reichlich Jalapeños, Shrimps, gerösteten Kartoffeln, Knoblauch, Karotten, dies und das an scharf und Semillas. Das sei wohl ein Rezept meiner Mama?

Ganz bestimmt. Alles klassische Zutaten der rheinischen Küche.

Dicke Brummer

Man sieht hier schon sehr oft sehr teure Autos (und fragt sich ebenso oft, ob das Ferrari-, Porsche-, Maseratifahren bei den hiesigen Geschwindkeitesbegrenzungen eigentlich wirklich Spaß macht). Der Anblick gerade, auf der Abfahrt zum Flughafen, hat aber doch Seltenheitswert: ein Konvoi aus drei fetten knallpinken Hummer-Stretch-Limos.

Da war wohl Prominenz aus dem Süden (hier: Los Angeles) zu Besuch im Silicon Valley.