Schon sehr lang nimmer im Kino “The Flight of the Phoenix” (1965)

Als der Film rauskam, habe ich gerade auf meine Kindergartenzulassung gewartet. Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, dürfte das (wahrscheinlich schlecht synchronisiert) im Fernsehen und ich ein Teenie gewesen sein. Nun habe ich mich jüngst mit jemandem darüber unterhalten und hatte anschließend das dringende Bedürfnis, meiner Erinnerung durch Selbergucken auf die Sprünge zu helfen.

Zuallererst: das ist auch heute noch ein guter Film. Bißchen viel Heldentum, bißchen viel wilde Streicher in den dramatischen Szenen und viel längere Einstellungen, als wir das heute in dieser Schnelleschnittezeit gewohnt sind, aber sonst: Hut ab!

Worum geht es? Ein Firmenshuttleflug, der hart arbeitende Männer von einer nicht näher definierten amerikanischen Ölbohrstelle in einer Wüste zu ihrem “Landurlaub” bringen soll, legt im Sandsturm eine Bruchlandung hin und das Funkgerät ist kaputt. Es ist heiß, Wasser und Essen knapp, die Aussicht auf Rettung ungewiß, da vom ursprünglichen Kurs abgekommen. Der einzige Italiener an Bord ist schwer verliebt, schwer verletzt und wird es nicht schaffen, der einzige Deutsche ein Bürokrat mit Rechenschieber, der Franzose Doktor und gutaussehend, kann Psychosen und gebrochene Beine behandeln und kriegt, weil die Frogs in Vietnam nicht alles falsch gemacht haben, immerhin einen Heldentod. Ansonsten haben wir es mit einer vielfältigen angelsächsischen Mannschaft (britisch, irisch, schottisch, amerikanisch, australisch…) zu tun. Alle Männer, alle weiß.

Es lohnt sich, einen Blick ins Geschichtsbuch zu werfen: Der 2. Weltkrieg ist während der Dreharbeiten seit noch nicht einmal 20 Jahren vorbei, die “Polizeiaktion” der Amerikaner in Korea gerade mal seit 10 und das amerikanische Engagement imVietnamkrieg hatte zu dieser Zeit erst ernsthaft angefangen. Hannah Arendt hatte 1963 ihren Roman zum Eichmann-Prozess in Jerusalem veröffentlicht, aus dem man mindestens das Zitat von der “Banalität des Bösen” kennt. Mit diesem Hintergrundwissen und über ein halbes Jahrhundert später, sieht man den Film mit ganz anderen Augen:

Ohne dass seine Legitimation und/oder Autorität auch nur in Frage gestellt wird, übernimmt der britische Offizier (Peter Finch), ganz Empire, die Themen Bestandsaufnahme der Vorräte und deren Rationierung, er ist auch derjenige, der sich in Begleitung seines treuen Sergeant (der arme Kerl muss als einziger kurze Hosen tragen) quer durch die Wüste aufmacht, um möglicherweise woanders Wasser und Hilfe zu finden. Wobei, der Sergeant ist zeitgeschichtlich fast die interessanteste Figur. Er will nämlich einfach am Leben bleiben und nicht als Held sterben, also täuscht er eine gehbehindernde Verletzung vor. Finde ich verständlich, ich wäre auch lieber ein lebender Feigling. Es wird einem aber sehr schwer gemacht, dieser Figur, kongenial gespielt von Ronald Fraser, auch nur ein Fünkchen Sympathie entgegen zu bringen. Feige geht in dieser Männer- und Nach- und Nochkriegswelt gar nicht.

Pilot (James Stewart) und Co-Pilot (Richard Attenborough), beide exzellente Schauspieler, dürfen eine Männerfreundschaft spielen, die letztendlich nicht anderes ist als eine symbiotische Beziehung: der eine muss von seinem Muchomachoalleskönner-Thron herabsteigen, der andere macht die Räuberleiter. Ausgesprochen gut geglückt. Die anderen dürfen spielen, was ihren jeweiligen landsmannschaftlichen Stereotypen entspricht. Machen sie.

Interessant auch: Keiner von denen sieht wirklich gut aus, die Körper sind nicht vom jahrelangen Training mit Personal Trainers sixgepackt, auf den Köpfen altersgerechte kahle Stellen und die Zähne nicht von kleinauf in Spangen gespreßt. Wahrscheinlich sind sogar die Mehrtagestoppelbärte echt. Ganz besonders fällt das bei Ernest Borgnine auf, der einen Mechaniker mit Burn Out und psychotischen Zusammenbrüchen so gut und überzeugend spielt, dass einem ganz entrisch wird.

Außerdem: Hardy Krüger. Der “Fritz”, der “Kraut”, der Nerd, blond und bebrillt. Was für eine wunderbare Besetzung für diese Außenseiterrolle. Der Deutsche, einer, der technokratisch genug denken und rechnen kann, um aus den restlichen Flugzeugteilen wieder eine funktionsfähige Flugmaschine zu bauen. Einer, dem Sätze in den Mund gelegt werden wie der, dass er sich nicht verplant habe beim Gewicht, denn die Lebenserwartung des transportunfähigen Verletzten werde vor dem geplanten Abflugdatum schließlich schon abgelaufen sein. Deshalb sei die Kalkulation korrekt. Autsch. Gemocht hat man sie wahrlich nicht, die Deutschen… trotz Marshallplan und “Made in Germany”.

Natürlich geht die Heldensaga, trotz einiger Verluste, gut aus. Und weil es ein alter Film ist, endet er mit einem Planschebad für alle und ohne nervende psychologische Nachbearbeitung.

THE END.

Mein Brieffreund, der Milliardär

Von: DR@mail.keepharma.com DR@mail.keepharma.com
Gesendet: Donnerstag, 2. Juni 2022 11:55
An: Recipients DR@mail.keepharma.com
Betreff: RE
Grüße in Gesundheit,
Mein Name ist Warren E. Buffett, ein amerikanischer Geschäftsmann, Investor und Philanthrop. Ich bin der erfolgreichste Investor der Welt und CEO von Berkshire Hathaway. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich eine Idee hatte, die sich nie geändert hat, die Ihr Vermögen verwenden sollte, um Menschen zu helfen, und ich beschloss, {3.500.000,00} drei Millionen Euro an zufällig ausgewählte Menschen weltweit zu spenden. Wenn Sie diese E-Mail erhalten, bedeutet dies, dass Sie ausgewählt wurden. Sie sollten sich als glücklicher Mensch registrieren und mit einer positiven Antwort zurückkommen. Ihre E-Mail-Adresse wurde bei der Zufallssuche online ausgewählt. Bitte kontaktieren Sie mich so schnell wie möglich, damit ich weiß, dass Ihre E-Mail-Adresse gültig ist.
Bitte nehmen Sie diese E-Mail sehr, sehr ernst und melden Sie sich per E-Mail bei der Reklamation (warrenbuffet88@outlook.com).
Mit freundlichen Grüßen,
Mr. Warren Buffett, Milliardär und Investor
Geschäftsführer: Berkshire Hathaway
http: //www.berkshirehathaway.com / …

Natürlich nehme ich diese e-mail “sehr, sehr ernst”, du Spammer-Depp. WTF?

Strafe muss sein

Dafür, werte in der U-Bahn werbende Hautärzte, sind bitte sofort und umgehend fünf Euro in die schlechte Wortspielkasse fällig.

Von wegen Schall und Rauch

Heute gelernt, dass die bunten Containeransammlungen für Glas, Plastik und Blech Wertstoffinseln heißen. Seitdem viel mehr Lust, gelegentlich einen Kurztrip dorthin zu unternehmen.

Kombiniere: Bin wohl reif für ein Eiland. Wann hatte ich gleich das letzte Mal Urlaub?

Guter Samariter

Während meiner Physiotherapie bricht ein tobendes Gewitter die Schwüle und als ich auf den Heimweg entlassen werde, regnet es in solchen Strömen, dass das Wasser von der Straße schon über die Bürgersteige schwappt. Frage ich schüchtern beim Behandler, ob ich mir denn aus der Gesucht-Gefunden-Kiste wohl einen Schirm entleihen könnte, und schwöre hoch und heilig, dass ich ihn nächste Woche auch bestimmt zurückbringe.

Er wählt den schönsten, weil größten aus dem reichlich schirmgefüllten Karton hinter sich und überreicht ihn mir mit den Worten “Die vermißt keiner, so dick, wie die eingestaubt sind. Kannste behalten”. Ich komme vergleichsweise trocken zu Hause an und nehme mir wieder einmal vor, das nächste Mal bei solchen Wetteraussichten gleich mit einem Regenschutz vorzusorgen.

Ich kenne mich, das werde ich nie tun. Aber ich weiß ja jetzt um die Kiste und muß auch in Zukunft nicht nass werden. Außerdem, beruhige ich mein Gewissen, tue ich ja quasi Gutes, weil, auf meinem neuen Schirm ist nicht ein Staubflüselchen mehr…

Realistischer Vorsatz: wenn ich ein halbes Dutzend grundgereinigter Schirme bei mir daheim gesammelt haben werde, bringe ich sie im Bündel wieder zurück.

Amortisiert

Heute zwei Mal mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln der MVG hin- und zurückgefahren. Hätte mich 4 x 3,04 Euro (Streifenkarte) bzw. 4 x 3,50 Euro (Einzelfahrkarte) gekostet, also in jedem Fall reichlich mehr als 9,00 Euro. Den Rest des Monats fahre ich für umme. (Außer, dass ich als Steuerzahler dieses Konjunkturpaket mitzahle.) Passt. Mehr brauche ich gar nicht.

Ich pfeif auf Sylt.

Die neuen Abenteuer des Olaf S.

Wenn ich’s nicht heute früh in der ZEIT als Überschrift gelesen hätte, würde ich vermuten wollen, dass es sich um den Auftaktband einer neuen Kinderbuchreihe handelt. Ist aber doch nur der Bunnskanzler.